Das Wippinger Heimatmuseum lädt zum dritten Tag des alten Handwerks ein. Am 6. September von 13 bis 17 Uhr gibt es auf dem Heimathof wieder viele Angebote und Mitmachaktionen. Und Kaffee und Kuchen im Heimathaus dürfen natürlich auch nicht fehlen. [Christel Sievers]
Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs mit Strom

Die Niedersächsischen Landesforsten erproben derzeit auf Waldflächen der Revierförsterei Kleckerwald des Forstamtes Sellhorn ein innovatives Verfahren zur Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs. Die aus Ostasien stammende invasive Pflanzenart breitet sich seit einigen Jahren entlang von Straßenrändern und an Übergängen zur angrenzenden Bebauung aus und hat inzwischen auch den Kleckerwald erreicht. Um eine weitere Ausbreitung möglichst frühzeitig einzudämmen, hat das Niedersächsische Forstamt Sellhorn das Unternehmen „Böse-Blumen“ aus Empelde bei Hannover mit der Bekämpfung beauftragt.
Zum Einsatz kommt dabei eine sogenannte Elektrolanze – ein Verfahren, das ohne Pflanzenschutzmittel auskommt und gezielt gegen die unerwünschte Pflanze wirkt. Fachlich begleitet werden die Arbeiten von Revierförster Claudius Fricke sowie Nils Mischke, Förster für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Sellhorn.
„Der Japanische Staudenknöterich zählt zu den problematischsten invasiven Pflanzenarten in Mitteleuropa. Er bildet dichte Bestände, verdrängt heimische Pflanzen und verändert dadurch ganze Lebensräume. Deshalb ist ein frühzeitiges Eingreifen besonders wichtig“, erläutert Förster Claudius Fricke.
Die Elektrolanze arbeitet nach dem Prinzip der elektrophysikalischen Pflanzentötung. Über eine Handlanze wird Strom direkt in die Pflanze geleitet. Eine im Boden verankerte Bezugselektrode schließt dabei den Stromkreis. Die elektrische Energie erhitzt das Wasser in den Pflanzenzellen innerhalb kürzester Zeit, wodurch die Zellstruktur zerstört wird. Die Wasserversorgung der Pflanze bricht vollständig zusammen und sie stirbt ab.
Da der Japanische Staudenknöterich ein besonders tiefreichendes und widerstandsfähiges Rhizomgeflecht bildet, werden Spannungen von bis zu 5.000 Volt eingesetzt, um auch die unterirdischen Pflanzenteile nachhaltig zu schädigen. Je nach Entwicklungsstand der Bestände sind mehrere Behandlungen erforderlich, bis die Pflanze vollständig abgestorben ist.
Gegenüber mechanischen Verfahren wie regelmäßigem Mähen oder dem Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bietet die Elektrolanze mehrere Vorteile: Benachbarte Pflanzen werden nicht geschädigt, Insekten bleiben unbeeinträchtigt und es gelangen keine Herbizidrückstände in den Boden oder das Grundwasser. Damit stellt das Verfahren eine besonders umweltschonende Alternative für sensible Waldstandorte dar.
In Lorup testet man derzeit ebenfalls das Verfahren. Hier spricht die Dorf-App davon, dass mit 8000 Volt gegen die Pflanze vorgegangen wird. Das Lohnunternehmen Niemann Agrotech aus Holdorf bekämpft die Loruper Bestände im Bereich Hövel. Der Knöterich drohte von einem Wegeseitenraum auf eine angrenzende Ackerfläche überzugehen.
Die Umsetzung gelang durch eine direkte Absprache im Dorf: Die betroffene Pächterfamilie verzichtete kurzfristig auf die Maisbestellung, um die Fläche freizumachen. Vorausgegangen war ein Fachgespräch, an dem der Gemeinderat, der Bauhof, der Bezirksforst, der Wasser- und Bodenverband, der Landwirtschaftliche Ortsverein sowie die untere Naturschutzbehörde beteiligt waren.
Die eingesetzte Maschine wandelt die Energie der Schlepper-Zapfwelle in 8.000 Volt Gleichstrom um und gibt die Spannung über Applikatoren an die Pflanzen ab.
Neben dem Staudenknöterich eigne sich das Verfahren auch gegen das invasive Erdmandelgras, das vereinzelt bereits auf dem Hümmling aufgetreten sei und dessen Ausbreitung dringend gestoppt werden müsse. Zudem sei die Strombehandlung eine hervorragende Alternative für die Unkrautbekämpfung auf versiegelten Flächen.
Der Rat der Gemeinde Lorup hat ein zweijähriges Pilotprojekt beschlossen, das der Bauhof zur Erfolgskontrolle begleitet. Das Verfahren ist auch interessant für andere Anwender wie Nachbargemeinden, Landwirte oder gewerbliche Nutzer. Weitere Informationen hierzu können bei der Gemeinde Lorup erfragt werden. [jdm/Landesforsten.de/Lorup APP]
Empörungsportal Campact beschwert sich über Meinungsmache, Propaganda und Desinformation
Im August erreichte mich eine E-Mail von Campact. „Noch nie haben so viele Menschen Campact e.V. unterstützt. Mehr als 145.000 Menschen förderten unsere Arbeit regelmäßig, über 300.000 beteiligten sich finanziell mit einer Spende. Du gehörst zu den Menschen, die unsere Arbeit mit einer Spende möglich gemacht haben. Dafür sagen wir von Herzen danke! Hunderttausende Menschen geben uns Kraft und Unabhängigkeit, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.“
Dabei habe ich meine Unterstützung für Campact per Dauerauftrag bereits 2019 eingestellt. Wieso bedanken sie sich immer noch bei mir? Wird damit, dass ich bis vor 7 Jahren die Organisation unterstützt habe, heute noch Werbung gemacht? Ist hier eine Organisation, die sich aufplustert, um mehr Bedeutung zu erhaschen, als ihr eigentlich zukommt?
Wöchentlich wird man von Campact aufgefordert, per Unterschrift oder durch Geldspenden zu einem bestimmten Problem Stellung zu nehmen. Aktuell werden 17 Kampagnen auf deren Homepage beworben. Dabei lassen sich zwei Konstanten festmachen: Campact geriert sich als Empörungsmaschine, die wegen irgendwelcher Politikeraussagen oder irgendwelchen Einzelentscheidungen Kampagnen startet. Und es handelt sich um eine Geldsammelstelle.
Bei den Kampagnen geht es zumeist um Ablenkungsmanöver aus dem Fundus der Grünen Partei. Was sicher keine Rolle spielt bei Campact ist der Kampf für Frieden oder der Kampf gegen den Sozialabbau durch die Rentenreform, die so genannte Krankenkassenreform oder die Sozialabbaupläne der Bundesregierung. Eine Kampagne gegen die Wehrpflicht findet man hier auch vergeblich.
Was Campact aber gut beherrscht, ist die Denunziation. Aktuell „kämpft“ sie gegen Hetzportale. Damit meint sie viele der rechtsradikalen Portale aus dem Umfeld der AFD und der Bildzeitung; allesamt unappetitliche Seiten. Aber mittels Kontaktschuld reiht Campact darin auch die „Nachdenkseiten“ ein, ein eher sozialdemokratisch-linkes Portal. Und warum? Weil es Campact nicht gefällt, dass sich die Nachdenkseiten gegen die Grundrechtseinschränkungen im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Corona ausgesprochen haben. Und es gefällt Campact nicht, dass die Nachdenkseiten sich gegen die Aufrüstung und für Verhandlungen mit Russland aussprechen.
Und bei diesem Verdikt gegen die Nachdenkseiten geht Campact genauso vor, wie sie es anderen Medien vorwirft. Die Position zum Ukrainekrieg wird einfach als prorussisch denunziert, die Informationen werden pauschal als irreführende Nachrichten bezeichnet. Dann heißt es: Wer kommt zu Wort? Oskar Lafontaine, Daniele Ganser, Lisa Fitz, Autoren und Politiker aus dem Umfeld des Bündnis Sahra Wagenknecht. Das heißt also, dass Campact gar nicht damit klar kommt, das oppositionelle Stimmen zu Wort kommen.
Bei der Bundestagswahl 2021 warnte Campact davor, Zweitstimmen für Kleinparteien wie Volt oder die Tierschutzpartei abzugeben, weil diese Stimmen wegen der 5-Prozenthürde verpuffen würden und man damit die CDU, die SPD oder die AfD begünstigen würde. Zwar unterstützte Campact gleichzeitig Erststimmenkampagnen für einzelne linke Politiker, in deren Wahlkreis ein AFD-Kandidat gewinnen könnte. Aber gleichzeitig verstanden viele die Kampagne auch als gegen die Linke gerichtet, weil ihr Einzug damals gefährdet schien. Letztlich war es ein Aufruf, die Grünen zu wählen.
Das wiederholt sich jetzt wieder bei den Landtagswahlen. Campact wirbt für die strategische Wahl von SPD oder Grünen bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Für ein angeblich basisdemokratisches Projekt ist es schon ein Unding, die undemokratische 5-Prozent-Hürde argumentativ zu benutzen, um den Grünen die Konkurrenz vom Hals zu halten.
Bei dem Kampf gegen das Kohlekraftwerk in Dörpen bis 2009 war Campact damals für die BI eine große Unterstützung. Es ging um Klimaschutz und Campact unterstützte damals die Bemühungen zur Aufklärung über das Kohlekraftwerk. In der Zwischenzeit hat sich Campact aber zu einer Spendensammelmaschine und einer reinen Unterstützertruppe für grüne Ablenkungs- und Kulturpolitik gewandelt. [jdm]
Erinnerung: Das Zeltlager feiert 20-jähriges Bestehen
Am Samstag ist es soweit! Wir feiern 20 Jahre Zeltlager Renkenberge-Wippingen und ihr seid alle herzlich eingeladen.
Egal, ob ihr früher selbst mitgefahren seid, aktuell dabei seid oder einfach mal vorbeischauen möchtet. Kommt vorbei, trefft alte und neue Gesichter und feiert mit uns dieses besondere Jubiläum. Ob tagsüber in Renkenberge oder ab 20 Uhr in der Mehrzweckhalle: Wir freuen uns auf einen unvergesslichen Tag mit euch! Euer Zeltlagerteam! [Marcel Ganseforth]
Linke legt Gesetz für bundesweiten Mietendeckel vor
„Mieten, die drastisch sinken, sind natürlich schöne Wunschvorstellungen", sagte die Bauministerin Verena Hubertz, SPD, als Kommentar zum Vorschlag der Linken für einen Mietendeckel. "Wir brauchen faire Spielregeln am Markt, und wir brauchen auch Verlässlichkeit.“ Mehr als diese Platitüden fallen der zuständigen Ministerin angesichts unbezahlbarer Mieten und der Wohnraumknappheit für bezahlbare Wohnungen nicht ein.
Die Bundestagsfraktion der Linken hat in der vergangenen Woche ein Konzept für einen bundesweiten Mietendeckel vorgelegt und als Antrag in den Bundestag gebracht. Den Mietendeckel gab es schon mal 2020 in Berlin. Auf einen Schlag hatte diese Initiative der Linken im SPD-Linke-Grüne-Senat in Berlin die Mieten von Millionen Berlinerinnen und Berlinern abgesenkt. Doch das Bundesverfassungsgericht sprach den Ländern die Gesetzgebungskompetenz 2021 dafür ab. Seitdem gibt es den Mietendeckel in Berlin nicht mehr. Deswegen schlagen die Linken den Mietendeckel jetzt für den Bund vor. Denn da besteht ja die Gesetzgebungskompetenz.
Der Gesetzentwurf sieht vor, die Mieten sofort bundesweit einzufrieren, um Mietsteigerungen kurzfristig zu stoppen. Zweitens sollen lokale Mietobergrenzen dazu führen, die kein Vermieter weder durch Mieterhöhungen noch bei Neuvermietung überschreiten darf. Die Neuberechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete soll die Form einer echten Durchschnittsmiete haben. Bisher fließen in die Berechnungen der Mietspiegel nur die teuren Mietverträge der letzten sechs Jahre ein. Und drittens sollen bereits überhöhte Mieten abgesenkt werden.
Um sicher zu gehen, dass das Gesetz die verfassungsrechtlichen Anforderungen an eine bundesrechtliche Regelung zur Deckelung der Wohnraummieten erfüllt, haben die Linken auch gleich ein Gutachten des Rechtswissenschaftlers Thorsten Kingreen vorgelegt, der zum Schluss kommt, dass alle vorgeschlagenen Regelungen mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Klingreen verweist darauf, dass Grund und Boden nicht wie „eine mobile Ware“ behandelt werden könne, sondern der „Sozialbindung“ unterlägen. Das Bundesverfassungsgericht habe die Sonderstellung des Grundeigentums schon 1967 wie folgt begründet: „Die Tatsache, dass der Grund und Boden unvermehrbar und unentbehrlich ist, verbietet es, seine Nutzung dem unübersehbaren Spiel der freien Kräfte und dem Belieben des Einzelnen vollständig zu überlassen; eine gerechte Rechts- und Gesellschaftsordnung zwingt vielmehr dazu, die Interessen der Allgemeinheit beim Boden in weit stärkerem Maße zur Geltung zu bringen als bei anderen Vermögensgütern. Der Grund und Boden ist weder volkswirtschaftlich noch in seiner sozialen Bedeutung mit anderen Vermögenswerten ohne weiteres gleichzustellen; er kann im Rechtsverkehr nicht wie eine mobile Ware behandelt werden.“
Der Berliner Stadtsoziologe Andrej Holm berechnete, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen die Angebotsmieten in Berlin um die Hälfte, in Hamburg, München und Frankfurt um ein Drittel reduzieren würden. [jdm]
Lobbyranking 2026: Niedersachsen auf dem drittletzten Platz
Anlässlich der turnusmäßigen Veröffentlichung seines Lobbyrankings 2026 wirft Transparency International Deutschland e.V. einen vergleichenden Blick auf die Regeln für eine integre und transparente Politik in den Bundesländern und im Bund. Das Lobbyranking bewertet, ob und in welcher Qualität Lobbyregister, legislativer Fußabdruck, Karenzzeiten für Regierungsmitglieder und Verhaltensregeln für Abgeordnete existieren.
12 der 16 Bundesländer haben sich gegenüber dem Lobbyranking 2024 leicht verbessert. Dennoch erreichen 13 Bundesländer auch im Lobbyranking 2026 nicht einmal die Hälfte der möglichen Transparency-Kriterien. Baden-Württemberg übernimmt mit 59 % der erfüllten Kriterien die Spitzenposition im Lobbyranking 2026. Thüringen fällt aufgrund der anhaltenden Vollzugsdefizite bei Lobbyregister und legislativem Fußabdruck trotz seiner auf dem Papier weiterhin vorbildlichen Regelungen auf Platz 4 zurück. Newcomer ist Hamburg (50 %): Mit seinem neu verabschiedeten Lobbyregister, das auch Elemente eines exekutiven Fußabdrucks enthält, macht die Hansestadt 9 Plätze gut. In der Gesamtschau schneidet der Bund dank seiner Lobby- und Transparenzregeln mit 73 % weiterhin besser ab als alle Bundesländer – auch wenn insbesondere beim exekutiven Fußabdruck Vollzugsdefizite bestehen bleiben.
An den hinteren Plätzen gibt es dagegen kaum Veränderungen. Trotz leichter Verbesserungen bei den Verhaltensregeln bleibt Niedersachsen im unteren Tabellenbereich. Bremen bildet mit 15 % der erfüllten Kriterien weiterhin das Schlusslicht des Lobbyrankings. Die niedersächsische Linken-Landesvorsitzende Hilke Hochheiden kommentierte:
"Transparenz ist kein nice to have, es ist Grundlage für das Vertrauen in ordentliches Regierungshandeln. Die Einführung eines Lobbyregisters, dass nachvollziehbar macht, welche Interessensgruppen wie viele Zugänge haben und wer wie stark an Gesetzen mit schreibt, ist in Niedersachsen lange überfällig.“
Dazu Norman Loeckel, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Politik von Transparency Deutschland: „Das Lobbyranking 2026 offenbart ein strukturelles Problem: Selbst dort, wo Regelungen zur Lobbytransparenz existieren, mangelt es häufig an ihrer Umsetzung. Thüringen ist das deutlichste Beispiel – vorbildliche Regeln, die faktisch außer Kraft gesetzt sind. Doch das Vollzugsdefizit ist kein Einzelfall: Es betrifft alle exekutiven Fußabdrücke – im Bund wie in den Ländern – sowie viele der Offenlegungspflichten. Wo Verstöße ohne Konsequenzen bleiben, verlieren Transparenzregeln ihre Wirkung – und die Politik ihre Glaubwürdigkeit.“ (Quelle: Pressemitteilung Transparency International Deutschland e.V.) [HM]
Arbeitslosigkeit im Emsland leicht gesunken
Die Arbeitslosigkeit ist im Emsland im August 2026 gesunken. 7.014 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 123 Personen weniger (-2 Prozent) als im Juli und 359 Personen bzw. 5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent und war emslandweit identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent.
Auf dem ersten Blick hat sich die Arbeitslosigkeit auch im Geschäftsstellenbezirk Papenburg positiv entwickelt, denn gegenüber dem Vorjahresmonat sank der Bestand an Arbeitslosen um 9 Prozent. Dieser Rückgang wurde allerdings nicht im Monat August verzeichnet, sondern bereits im Monat Juli. Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit in Papenburg und Umgebung sogar leicht um 4 Personen gegenüber dem Juli 2026 auf 1.804 gestiegen. Sie beträgt nun 4,3 Prozent, in Sögel dagegen nur 3,2 Prozent. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Tag des Offenen Denkmals: Wippinger Mühle kann besichtigt werden
Der Heimatverein Wippingen öffnet am Tag des offenen Denkmals, dem 13. September 2026, die historische Mühle für Besucher. Zwischen 14 und 17 Uhr können Interessierte die Mühle besichtigen und an fachkundigen Führungen teilnehmen, die spannende Einblicke in die Geschichte und Funktionsweise des Denkmals geben. [Stefan Kellner]
EU äußert sich skeptisch zum Joint Venture von UPM und Sappi
Am 19. März 2026 wurde die Absicht eines Zusammenschlusses von UPM-Kymmene Corporation („UPM“) und Sappi Limited („Sappi“) bei der EU-Kommission zur Genehmigung angemeldet. Die Kommission hat am 28. April 2026 eine eingehende Prüfung eingeleitet. Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten oder in einem wesentlichen Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) im Vereinigten Königreich und in der Schweiz erheblich behindern würden.
Heute hat die Europäische Kommission UPM und Sappi von ihrer vorläufigen Auffassung in Kenntnis gesetzt, dass das geplante Gemeinschaftsunternehmen den Wettbewerb auf den Märkten für verschiedene Grafikpapiersorten, die für verschiedene Druckwerke wie Zeitschriften oder Bücher verwendet werden, beschränken könnte.
UPM und Sappi sind die beiden größten Hersteller von grafischem Papier im Europäischen Wirtschaftsraum („EWR“). Mit dem Gemeinschaftsunternehmen könnte ein EWR-Marktführer geschaffen werden, da die Grafikpapier-Sparte von UPM in Europa und den USA mit der Grafikpapier-Sparte von Sappi in Europa und einem Teil des Spezialpapiergeschäfts von Sappi sowie Nebentätigkeiten zusammengelegt würde.
Die Kommission hat insbesondere Bedenken, dass dies dazu führen würde, dass das Gemeinschaftsunternehmen Preise erhöhen könnte und Kunden eine geringere Auswahl hätten.
Der Wettbewerb könnte auf den Märkten insbesondere auf den Märkten für Zeitschriftenpapier und holzfreiem gestrichenen Papier verringert werden. Diese beiden Papiersorten werden für Zeitschriften, Bücher und Werbematerial verwendet.
Die Kommission hat angesichts der gewonnenen Erkenntnisse Bedenken, das Gemeinschaftsunternehmen von UPM und Sappi könnte so große Marktmacht erlangen, dass seine Abnehmer von gestrichenem holzhaltigen Papier (Zeitschriftenpapier) und gestrichenem holzfreiem Papier höhere Preise und geringere Qualität hinnehmen müssten. Sie ist derzeit nicht davon überzeugt, dass die Integration der betreffenden Geschäftstätigkeiten in das Gemeinschaftsunternehmen genügend Vorteile (durch Kosteneinsparungen, mehr Umweltschutz oder größere Widerstandsfähigkeit) böte, um den möglichen Schaden aufzuwiegen.
UPM und Sappi haben den Empfang der Mitteilung der Beschwerdepunkte der EU-Kommission bestätigt. Die Verabschiedung einer Mitteilung der Beschwerdepunkte (SO) sei ein üblicher Schritt im Rahmen einer eingehenden Fusionsprüfung durch die Europäische Kommission. In der Mitteilung der Beschwerdepunkte hat die Kommission weitere Einzelheiten zu ihren vorläufigen Bedenken dargelegt. Gemeinsam mit Sappi prüfe UPM die Mitteilung der Beschwerdepunkte sorgfältig und werde zu gegebener Zeit darauf antworten.
UPM sei zuversichtlich, dass es in der Lage sein werde, umfassend auf die vorläufigen Bedenken der Kommission einzugehen, und bleibe davon überzeugt, dass das geplante Joint Venture ein notwendiger Schritt sei, um eine zuverlässige Versorgungskontinuität für Grafikpapierkunden in Europa zu gewährleisten und die Widerstandsfähigkeit der gesamten europäischen Grafikpapierindustrie im Interesse der Kunden zu stärken.
UPM und Sappi können nun der Kommission eine Erwiderung auf diese Mitteilung senden, die Kommissionsakte einsehen und eine mündliche Anhörung beantragen.
UPM betreibt die Papierfabrik Nordland in Dörpen; Sappi ist ein weltweit tätiger südafrikanischer Hersteller von Materialien des täglichen Bedarfs aus erneuerbaren Ressourcen aus Holzfaser. Das Unternehmen liefert Rohstoffe wie Zellstoff und Biomaterialien sowie Endprodukte wie grafische Papiere sowie Spezial- und Verpackungspapiere.
UPM treibt parallel zur Abspaltung der Grafikpapiersparte die Abspaltung des Sperrholzgeschäfts in die eigenständige WISA Group Plc. voran. Die Aktienkurse von UPM und Sappi zeigten kaum Reaktionen auf diesen Brüsseler Beschluss.
Derweil zeigt sich, dass die Zellstoffindustrie weltweit unter Druck ist. Das holzverarbeitende US-Unternehmen Domtar Corporation aus Fort Mill in South Carolina kündigte am 20. August an, den Betrieb seiner Zellstofffabrik Howe Sound sowie der Holzhackschnitzelanlage Bayview Fibre in Port Mellon in British Columbia (Kanada) auf unbestimmte Zeit stillzulegen. Als Gründe nennt das Unternehmen laut Holzzentralblatt die gesunkene Nachfrage in Asien, die schwachen globalen Zellstoffpreise und die abnehmende Verfügbarkeit von erschwinglichen heimischen Holzfasern. [jdm]
Antikriegstag 2026: Friedensfähig statt kriegstüchtig! – DGB lädt zur Kundgebung zum Antikriegstag
In einer Pressemitteilung wirbt der DGB-Kreisverband dafür, den Antikriegstag gemeinsam auf der Begräbnisstätte Esterwegen zu begehen.
"Die internationalen Entwicklungen erfüllen den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften mit größter Sorge. Das Weltgeschehen wird zunehmend geprägt durch die Großmachtansprüche der USA, Chinas und Russlands. Für deren Durchsetzung schrecken sie auch vor der Anwendung und Androhung militärscher Gewalt nicht zurück. Wir erheben unsere gewerkschaftliche Stimme dagegen und halten unbeirrbar an unserem Grundsatz fest: „Nie wieder Krieg!“
Wir brauchen keine Politik, die dem Recht des Stärkeren und einer permanenten „Kriegstüchtigkeit“ das Wort redet, sondern eine Sicherheitspolitik, die die Freiheit schützt und sich zum Ziel setzt, die sozialen, ökonomischen und politischen Ursachen von Krieg und Gewalt zu beseitigen. Wir treten als Gewerkschaften ein für eine Politik der Friedensfähigkeit, in deren Mittelpunkt die zivile Friedenssicherung durch Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und eine faire Handelspolitik steht.
Zum Gedenken und Mahnen findet am Sonntag, den 06.09.2026, um 18.00 Uhr, an der Begräbnisstätte KZ Esterwegen (an der B 401) die Mahnveranstaltung und Kranzniederlegung statt. Nach einer Begrüßung durch den DGB-Kreisverbandsvorsitzenden, Andreas Kuper, gibt es eine von Rede Corinna Bittner, Leiterin Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager. Zur musikalischen Untermalung werden Dita&Patrick spielen." [PM DGB]
Gemeinderatssitzung am 2. September
Am 02. September 2026 findet um 19.30 Uhr im Heimathaus eine Sitzung des Gemeinderates Wippingen statt.
Bei dem einzigen Tagesordnungspunkt der öffentlichen Sitzung geht es um die Errichtung eines Mehrgenerationenspielplatzes, der schon Thema der letzten Gemeinderatssitzung war. Eine Beschlussvorlage wurde dazu bisher noch nicht im Rats- und Bürgerinformationssystem der Gemeinde veröffentlicht. [jdm]
Fahrradtour mit Führung im Schloss Clemenswerth
Zur Fahrradtour zum Schloss Clemenswerth lädt der Heimatverein am Sonntag den 20.09.2026 ein.
Wir starten um 13:00 Uhr am Heimathaus und freuen uns um 14:00 Uhr in Werpeloh auf Kaffee und Kuchen. Um 15:00 Uhr geht es nach Clemenswerth, wo uns eine Führung erwartet.
Der Preis für Getränke und Kuchen beträgt 10 Euro. Kinder sind unsere Gäste. Alle die Lust haben teilzunehmen sind herzlich willkommen und sollten sich bis zum 15.09.26 anmelden. Tel.: 04966/ 277 oder 017696001129 [Stefan Kellner]
Das Zeltlager feiert 20-jähriges Bestehen
Am Samstag ist es soweit! Wir feiern 20 Jahre Zeltlager Renkenberge-Wippingen und ihr seid alle herzlich eingeladen.
Egal, ob ihr früher selbst mitgefahren seid, aktuell dabei seid oder einfach mal vorbeischauen möchtet. Kommt vorbei, trefft alte und neue Gesichter und feiert mit uns dieses besondere Jubiläum.
Ob tagsüber in Renkenberge oder ab 20 Uhr in der Mehrzweckhalle: Wir freuen uns auf einen unvergesslichen Tag mit euch!
Euer Zeltlagerteam! [Marcel Ganseforth]
Autonome KI-Waffen heizen das Wettrüsten an
Neben führenden WissenschaftlerInnen haben sich auch der UN-Generalsekretär Antonio Guterres und der Papst Leo XIV für ein Verbot autonomer Waffensysteme ausgesprochen und vor den Gefahren militarisierter KI gewarnt.
Die Bundeswehr wird Kamikazedrohnen anschaffen. Sie hat für die ersten paar tausend Stück 300 Mio. € gezahlt und Rahmenverträge für 7 Mrd. € abgeschlossen. Diese Drohnen können ca. 100 km fliegen und können ihre Aufgabe auch erfüllen, wenn die Funkverbindung abgebrochen ist. Sie identifizieren autonom das Ziel und können es ohne menschliche Kontrolle angreifen.
Ursula von der Leyen hat den Aufbau eines „Drohnenwalls“ verkündet. Ursprünglich wurde darunter ein System von zehntausenden Aufklärungs- und Kamikazedrohnen verstanden. Mittlerweile sollen sie eher Drohnen abwehren. Auf jeden Fall kommen sie ohne menschliche Kontrolle zum Einsatz. Der umgangssprachliche Begriff „Killerroboter“ trifft durchaus zu.
KI-Waffensysteme können nicht nur ohne den Menschen funktionieren, sie bieten den sie derzeit noch kontrollierenden Menschen „Entscheidungsunterstützung“ an. So ist in den installierten Wärmebildkameras KI installiert, die Personen markiert und die Wahrscheinlichkeit angibt, ob die markierte Person eine Bedrohung darstellt. In Gaza berichteten israelische Soldaten, dass die menschliche Kontrolle unter diesen Gegebenheiten nur eine Formalität darstellt. Praktisch werden die Kontrolleure nur die vorgeschlagene Aktion bestätigen.
Die Informationsstelle Militarisierung e. V. hat ein Factsheet über „Potentiell autonome Waffensysteme“ herausgegeben. Der Titel ergibt sich aus dem Vorschlag der Informationsstelle Militarisierung, den Begriff Lethal Autonomous Weapon Systems (LAWS), also Tödliche autonome Waffensysteme, nicht zu verwenden. Denn bei Vielem, was derzeit von der NATO angeschafft wird, ist nicht bekannt, ob sie tatsächlich autonom betrieben werden, bzw. welche Regeln aktuell gelten. Aber diese Waffensysteme haben auf jeden Fall die Fähigkeiten, autonom zu handeln und zu töten. [jdm]
Verkehrsüberwachung
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 24.08.2026: Wesuweermoor
Dienstag, 25.08.2026: Meppen
Mittwoch, 26.08.2026: Klein Hesepe
Donnerstag, 27.08.2026: Salzbergen
Freitag, 218.08.2026: Lengerich
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
Sperrungen Schießgebiet
Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 24.08.2026 bis Freitag, den 28.08.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53) und Renkenberge – Wahn zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]
Zukunftswochen 2026: Digitalisierung zum Anfassen in Papenburg und Dörpen
Vom 7. September bis 9. Oktober bringt das Zentrum für digitale Entwicklung vier Wochen lang kostenfreie Impulse, Workshops und Einzelgespräche direkt in die Region – für kleine und mittlere Unternehmen.
Unter dem Motto „Digital denken, zukunftsfähig handeln“ starten am 7. September 2026 die Zukunftswochen in Papenburg und Dörpen. Das Zentrum für digitale Entwicklung, ein Projekt der IT-Dienstleistungsgesellschaft mbH Emsland (it.emsland), bringt digitale Kompetenz für rund vier Wochen direkt vor die Haustür der Betriebe. Kleine und mittlere Unternehmen erwartet ein kostenfreies Programm aus Vorträgen, praxisnahen Workshops, vertraulichen Einzelgesprächen und Vernetzungsformaten.
Die Zukunftswochen sind als Roadshow angelegt: Statt Unternehmen an einen zentralen Ort einzuladen, gastiert das Zentrum für digitale Entwicklung nacheinander in den Kommunen der Region – in diesem Herbst gemeinsam in Papenburg und Dörpen. „Digitalisierung ist mehr als Technik“ lautet der Leitgedanke. Im Mittelpunkt stehen konkrete Impulse, der Austausch auf Augenhöhe und passgenaue Lösungen für den einzelnen Betrieb.
Inhaltlich reicht das Programm von Künstlicher Intelligenz über Datennutzung und Social Media bis hin zur konkreten Umsetzung im Betrieb. Ein besonderes Angebot sind die vertraulichen Einzelgespräche „Auf ’n Schnack“: In geschütztem Rahmen erhalten Unternehmen eine ehrliche Einschätzung ihrer Situation und eine Empfehlung für den nächsten Schritt. Vernetzungsformate wie Stammtische und ein gemeinsames World Café bringen die lokale Wirtschaft zusammen.
Die Teilnahme an den Angeboten der Zukunftswochen ist für die Unternehmen kostenfrei. Möglich wird dies durch die Förderung im Rahmen der Zukunftsregion Ems-Vechte, kofinanziert von der Europäischen Union. Eröffnet werden die Zukunftswochen mit der Auftaktveranstaltung „Digital denken, zukunftsfähig handeln“ am 7. September im Rathaus Dörpen. Den Abschluss bildet am 9. Oktober die Bilanzveranstaltung „Digital gedacht, zukunftsfähig gehandelt“. Das vollständige Programm und die Anmeldung finden Interessierte unter emsland.it/zukunftswochen. [Samtgemeinde Dörpen]
Wippingen: Wildschweinrotte mit Wildkamera fotografiert
Die Wildkamera von Hermann Grote aus Wippingen hat am Morgen des 16. August 2026 eine Wildschweinrotte in seinem Wald fotografiert. Soweit erkennbar, handelt es sich um ein Muttertier (Bache) mit mehreren Überläufern – also Nachwuchs aus dem letzten Jahr – und Frischlingen. Deutlich sichtbar sind die Längsstreifen auf dem Fell der jungen Ferkel. Die genaue Anzahl der Tiere ist nicht festzustellen, da im dunkleren Bereich des Fotos noch helle Punkte zu sehen sind, bei denen es sich um Augen von Wildschweinen handeln könnte.
Da Wildschweine in der Regel in der Zeit von März bis Mai geboren (geworfen) werden und ihr gestreiftes Fell nach drei bis vier Monaten durch einfarbig bräunliches Jugendfell ersetzt wird, scheint es sich um einen späten Wurf zu handeln. In der Regel sind Frischlinge eines Jahres Mitte August bereits größer und nicht mehr gestreift. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Jetzt schon an Weihnachten denken!
in Wippingen gab es im 2024 in der Weihnachtszeit viel schöne Krippen im Pfarrgarten zu sehen.
In Lorup wird der Westernbrink in diesem Jahr in der Adventszeit von Wichteln bewohnt werden - zumindest wenn die Initiatoren mit ihrem Aufruf an die Vereine Erfolg haben. [jdm]
Übergewicht und Adipositas – Ist die Abnehmspritze das Mittel der Wahl?
Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages unterstützen die Mitglieder des Deutschen Bundestages bei ihrer mandatsbezogenen Tätigkeit. Im aktuellen Beitrag fasst der Dienst den Stand der Diskussion über die Therapien gegen Übergewicht zusammen. In Deutschland sind rund 53,5 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, 19 Prozent sogar adipös. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren sind 15,4 Prozent von Übergewicht, 5,9 Prozent sogar von Adipositas betroffen. Das Thema betrifft also nicht wenige.
Eine Adipositas-Therapie durch die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ist bislang nur im Rahmen einer Diabetes-Diagnose Teil der Regelversorgung. Die so genannten Abnehmspritzen (Ozempic) gelten als reine Lifestyle-Medikamente. Bei diesen wird das Darmhormon GLP-1 nachgeahmt. Es senkt den Blutzucker, verlangsamt die Magenentleerung und dämpft den Appetit.
Der Beitrag des wissenschaftlichen Dienstes erörtert die Argumente für und gegen eine (Teil-)Erstattung der Kosten für die Behandlung zur Gewichtsreduktion zumindest bei schwerer Adipositas (Body-Mass-Index über 35 oder 40). Dafür spricht die Verhinderung von Folgeerkrankungen, dagegen sprechen mögliche Nebenwirkungen, eine hohe Rückfallquote nach dem Absetzen des Medikamentes (Jojo-Effekt) und die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung. Hier gibt es den vollständigen Beitrag des Wissenschaftlichen Dienstes "Übergewicht und Adipositas". [jdm]
Hafen Dörpen: Historischer Schlepper „Alk“ am DUK-Kai hat eine abwechslungsreiche Geschichte
Seit über einer Woche liegt an der östlichen Kai des Dörpener Hafens ein Schlepper mit dem Namen „Alk“, der offensichtlich nicht gerade der jüngsten Generation dieses Schiffstyps zuzuordnen ist. Die Herkunft aus der Epoche der 1920er-Jahre sieht man am typischen Steilkiel, der dem Schiff ein markantes, historisches Aussehen verleiht – eine Kielform, die bei der Hyperion-Klasse der Aida-Kreuzfahrtschiffe eine Renaissance erlebt.
Eine Nachfrage bei der Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr mbH (DUK), die die Hafenanlage betreibt, ergab, dass das Schiff nicht angemeldet wurde und somit auch nicht mit Zustimmung der DUK hier festgemacht hat. Unsere erste Überlegung, dass der Schlepper vielleicht als maritimes Schauobjekt für das Dörpener Hafenfest Ende August 2026 in den Hafen geholt wurde, erwies sich leider als falsch.
Nach Rücksprache mit der Wasserschutzpolizei konnte die Pressestelle der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim mitteilen, dass das Schiff bekannt sei und der Eigner eine Frist erhalten habe, um das Traditionsschiff zu reparieren, da es laut seinen Angaben wohl defekt wäre. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt verweist auf unsere Nachfrage an den Hafenbetreiber, also an die DUK, die für die Nutzung des Hafens zuständig sei.
Da der Schlepper unser Interesse geweckt hatte, haben wir weiter recherchiert. Am 13.06.2007 titelte die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg „‘Alk‘ vor Schrottpresse retten“. Der Motorschlepper „Alk“ sei mit seinen (damals) 83 Jahren eine echte Rarität, denn auf der Unterweser (wo der Schlepper im Einsatz war) gebe wohl keinen vergleichbaren Schlepper mehr, der über eine Binnen- und Seezulassung verfüge und der dazu noch von einer direktgekuppelten Diesel-Hauptmaschine MWM RHS 348 SU mit 525 PS bei 375 U/min aus den 1960er-Jahren angetrieben werde. Deshalb wollten einige Mitglieder des Schiffervereins im Vegesacker Museumshaven den Schlepper retten und vor der Verschrottung bewahren.
Weiter berichtete die Zeitung, dass der Motorschlepper „Alk“ im Jahr 1924 auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut wurde, damals allerdings unter den Namen „Assistent 1“. Das ist allerdings nicht richtig, wie man einer Mitteilung der Meyer-Werft an uns entnehmen kann, denn Baunummer 357 wird in den Werftunterlagen als „Bali“ geführt, dies war der erste Name des Schleppers. Das Archiv der Werft enthüllt folgende Informationen:
Als ursprünglicher Schiffstyp wird „Hafenschlepper“ angegeben, der von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Die Probefahrt und die Überführung nach Emden erfolgten im März 1924. Bis 1939 war der Schlepper im Hamburger Hafen im Dienst, wurde dann aber nach Laboe „abkommandiert“. Nach Kriegsende erhielt der Eigner den Schlepper zurück.
Im Jahr 1950 wurde das Schiff nach einem Verkauf in „Assistent I“ umbenannt. 1951 erfolgte dann schon ein Weiterverkauf an einem Schleppbetrieb an der Weser. Auch hier wurde das Schiff wieder an einen anderen Betrieb verkauft.
Anfang der 1960er-Jahre sank der Schlepper nach einer Kollision mit einem Motorschiff auf der Hunte. Der Schlepper wurde gehoben und im Jahr 1965 wieder instandgesetzt. Dabei erfolgte ein Umbau zum Motorschlepper und die Umbenennung in „Alk“. Im Jahr 2004 erwarb dann die BBV (Bremen) den Schlepper. 2007 kaufte ein Privateigner aus Wien die „Alk“ aus der Insolvenzmasse der BBV, es folgte im Jahr 2008 noch ein kurzes Gastspiel mit einem Privateigner aus Berlin, im gleichen Jahr kaufte der Kapitän Jürgen Saathoff das Schiff -und überführte es nach Cuxhaven. In den Jahren 2008/2009 erfolgte eine Renovierung und Teilinstandsetzung der Hauptmaschine, begleitet mit der Umbenennung auf den Namen „Jupiter“.
Im Jahr 2012 kaufte Offenbacher Elektroingenieur und Buten-Bremer Michael Kreienberg das Schiff von der Verwertungsgesellschaft des Bundes Vebeg und benannte es wieder in „Alk“ um. Der frühere Eigner Kreienberg hat uns auf Nachfrage freundlicherweise mit Hintergrundinformationen versorgt.
„Ich kenne die ‚Alk‘ aus meiner Kindheit. Mein Ziel war, den Schlepper mit seiner einzigartigen Provenienz vor der Verschrottung zu bewahren und im Museumshaven Vegesack aufzulegen, Letzteres hat leider nicht geklappt“, so der gebürtige Bremer Kreienberg. Weiter führt er aus: „Das Augenmerk lag auf Erhalt der Historizität. Es sind in diesem Zuge bis zuletzt erhebliche Mittel in das Unterwasserschiff geflossen, schon allein, um die Schiffssicherheit zu gewährleisten. Die ‚Alk‘ dokumentiert nicht nur einen spannenden Zeitstrahl durch die Schiffbaugeschichte sowie Leistungsschau des deutschen Maschinenbaus, sondern fungierte auch als Ideengeber für ein vom DPMA erteiltes Verfahrenspatent zur Ertüchtigung vorhandener Schiffsbetriebstechnik in Form einer Kraft-Wärme-Kopplung, und so schließt sich der Kreis zwischen maritimer Geschichte und Innovation.“
Bevor der historische Schlepper nach Dörpen kam, lag er etwa drei Monate in Oldenburg. Weiter haben unsere Recherchen ergeben, dass das Schiff mit dem Schlepper Kap Horn über den Küstenkanal nach Dörpen verbracht (verholt) wurde.
Nach unseren Informationen soll das Schiff vom derzeitigen niederländischen Eigner umgebaut werden. Soweit es uns möglich ist, werden wir die weitere Entwicklung in dieser Sache mit Interesse weiter verfolgen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Geführte Radtour „Lange Nacht der Museen“ am 29.08.2026
Anlässlich der „Langen Nacht der Museen“ geht es auf eine geführte Radtour durch die Region! Entdeckt gemeinsam Viel Schönes, Interessantes und Unbekanntes. Am Samstag, 29. August 2026, von 09:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr. Die Streckenlänge beträgt ca. 46 km.
Stationen und Programm:
Heimathaus Sögel: Miniatur-Ausstellung „Sögel um 1900“ & plattdeutsches Morgengebet
Hüvener Mühle (Hüven): Brotzeit mit Mühlenbrot, Schinken und Honig sowie Besichtigung der Mühle mit einem Mühlenführer
Natur.Entdecker.Platz (Groß Berßen): Vorstellung des Areals mit Remise, Wildblumenwiese, Streuobstwiese und Glockenturm
Mühlenruine Stavern: Begehung & kleiner Umtrunk
Batakhaus & Geo-Pfad (Werpeloh): Mittagessen sowie Besichtigung des Batakhauses und des geologischen Pfades
Schloss Clemenswerth (Sögel): Vielfältiges Rahmenprogramm für Groß und Klein mit Konzerten (u. a. des Vocal Clubs Sögel)
Kosten 20 € pro Person (inkl. Brotzeit an der Hüvener Mühle und Mittagessen am Batakhaus). Der Betrag wird vor Tourbeginn eingesammelt. Der Eintritt zu den besuchten Einrichtungen während der Radtour ist kostenlos – um eine Spende an die jeweiligen Einrichtungen wird gebeten.
Eine Anmeldung ist bis zum 26.08.2026 erforderlich unter 05952 206-400 oder tourist-info@soegel.de. Organisiert und durchgeführt von der Sögel Marketing GmbH. [Marlies Berling]
Fakten zur Ungleichheit (5)
So steht es um die Vermögensverteilung in Deutschland:
- Die ärmere Hälfte der Haushalte besitzt nur 1,2% aller Vermögen.
- Die reichsten 10% besitzen 70% aller Vermögen.
- Das reichste Prozent besitzt 40% aller Vermögen
- Allein die reichsten 4.000 Haushalte haben über zehn Prozent aller Vermögen, im Durchschnitt je 45 Millionen Euro
Eine derart ungleiche Verteilung ist sozialer und politischer Sprengstoff. Während Pflegekräfte und Erzieherinnen durch ihre Arbeit keinen Wohlstand aufbauen können, leben große Erben im Überfluss, ohne einen Finger zu rühren. Überreichtum bedeutet zudem politische Macht für wenige. Auch schwächt es die Nachfrage, bremst das Wachstum und erhöht die Krisenanfälligkeit einer Volkswirtschaft.
Die Gewerkschaft Verdi hat in Vorbereitung zum bundesweiten Protesttag am 26. September, zu dem der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften aufgerufen haben, eine Seite zum Thema "Retten des Sozialstaats" geschaltet. Dies obige Übersicht ist dieser Seite entnommen.
Die Rote Karte führt zu einer Protestseite der Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt. [jdm]
MdB Maik Brückner: Der völkische Flügel hat innerhalb der AFD zugelegt
Über „Die extreme Rechte als Bedrohung für queeres Leben“ referierte der Linken-Bundestagsabgeordnete Maik Brückner am Montag im Bürgerzentrum Obenende in Papenburg. Queerfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und rechte Hetze seien eine immer stärker werdende Gefahr. Die extreme Rechte brauche Minderheiten, die sie für Missstände in der Gesellschaft verantwortlich machen könne. Das rechte Weltbild sei nicht wirklich konsistent, sondern in sich widersprüchlich. Das gelte auch für diejenigen, die den Rechtsruck, der in immer weitere Teile der Mitte vordringe, mitmachten.
Er habe beobachtet, dass sich die rechtsextremen Gruppen, die sich zum Teil aus Jugendlichen im Teenageralter zusammensetzten, als neue Feindbilder auf queere Lebensentwürfe konzentrierten. Hier werde vordergründig nicht in erster Linie gegen Migranten oder gar antisemitisch argumentiert, sondern queere und Transgender-Personen spielten in der Agitation die Hauptrolle. Und das funktioniere so gut, weil kaum jemand über diese Lebensentwürfe Bescheid wisse, so dass man alles Mögliche behaupten könne. Gegen schwule und lesbische Menschen zu hetzen funktioniere dagegen nicht mehr, weil sich die Gesellschaft hier schon sehr in Richtung Emanzipation und Akzeptanz entwickelt habe. Jeder Mensch kenne mittlerweile homosexuelle Personen, so dass die absurden Behauptungen nicht mehr verfangen könnten.
Die AFD stelle diese Hetze in letzter Zeit auch immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Anträge auf allen Parlamentsebenen. Und gleichzeitig gebe es auch homosexuelle Funktionsträger. Ihre Aufgabe sähen sie häufig darin, ein reaktionäres Weltbild aus Männlichkeitswahn und untergeordneter Rolle der Frauen zu propagieren.
Die Hetze der AFD und anderer rechtsextremer Gruppen und Personen verfange natürlich so gut, weil viele Menschen durch die Politik des Sozialabbaus verunsichert und konkret in ihrem Leben beeinträchtigt seien. Von den Regierenden würden keine Lösungen angeboten und so könnten die ADF und die gesamte Rechte relativ widerspruchslos ihre Sündenböcke präsentieren.
In der Diskussion wurde kritisiert, dass die Linke in ihrem Kampf gegen das Erstarken der AFD den Schulterschluss mit den Regierungsparteien SPD und CDU suche. Diese Parteien praktizierten doch eine neoliberale Politik gegen die Arbeiterklasse und unterschieden sich von der ebenfalls neoliberalen Programmatik der AFD nur noch graduell. Indem vom gemeinsamen Kampf gegen Faschismus gesprochen werde, werde die arbeiterfeindliche Politik der CDU verharmlost. Dabei werde das Bild vieler AFD-Wähler verfestigt, dass nur die AFD Opposition gegen die Regierungspolitik betreibe.
Brückner war mit diesem Einwand nicht einverstanden. „Ich hätte das vor einem Jahr noch unterstützt.“ Aber in der AFD habe sich seit einem Jahr der völkische Höcke-Flügel bei allen Personalentscheidungen durchgesetzt. Damit habe sich auch die Gefährlichkeit der AFD für die Demokratie erhöht. Das zeige sich auch in der Beurteilung der AFD durch Rechtsparteien in anderen Ländern Europas. Der italienischen und französischen Rechten sei die AFD einfach zu krass. [jdm]
Kinder und Krieg – Die große Heuchelei
Wer Kinder liebt, der stellt alle Interessen dieser Welt hinten an
- Der Schutz der Kinder, die erste Menschenpflicht
Sie kennen vielleicht den Satz, den Jesus seinen Jüngern gesagt hat, als die verhindern wollten, dass Menschen ihm ihre Kinder bringen, damit er sie segne. „Lasst die Kinder zu mir bringen, denn ihnen gehört das Himmelreich!“ – Das Himmelreich, Synonym für geliebt werden und behütet sein, ein Ort, in dem es keine Angst gibt und jeder dem anderen ein Engel ist. In allen größeren Religionen bekommen Kinder, ähnlich wie im Christentum, besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge. Sie werden als Zukunftsträger der Gemeinschaft angesehen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Industrialisierung und Kriege haben bei uns dazu geführt, dass Kinder aus dem Schutz einer Fürsorge im christlichen Sinn herausgefallen sind. Als Freie geboren und in Erwartung des Himmelreichs galt auch für sie nach der Geburt sehr schnell das gesellschaftliche Prinzip des Leistens, Funktionierens und Gehorchens. Zudem erleben Millionen von Kindern bis heute statt des versprochenen Himmelreichs die Hölle. Sie sind die ohnmächtigen Opfer von Armut, Hunger und Krankheiten.
Erst nach dem zweiten Weltkrieg und mit dem Einsetzen der Globalisierung kam es vor allem in demokratischen Ländern zu einem ganzheitlichen Blick auf die Situation der Kinder in der Gesellschaft und in der Welt. Man hat ihnen formal Rechte zugestanden und zu ihrem Schutz Gesetze geschaffen. So hat die UN-Vollversammlung 1989 die Kinderrechtskonvention erlassen, die von 196 Staaten der Welt ratifiziert wurde. Die USA haben übrigens nicht unterschrieben. Die Schutz-Artikel der Konvention sind umfassend, scheitern aber oft an der Realität, Das gilt insbesondere für den Artikel 38 Schutz bei bewaffneten Konflikten. Eigentlich müsste der Artikel heißen: Schutz vor bewaffneten Konflikten. Damit wäre die Verantwortung für den Schutz unserer Kinder bei den Regierenden und die machen, trotz Kinderrechtskonvention, weiter wie bisher. Sie rüsten, führen Kriege und legitimieren ihr Tun durch das Verbiegen von Recht. Dabei werden das Leid und Töten von Kindern billigend in Kauf genommen. Diese ungeheuerliche Heuchelei soll am Beispiel des Luftkrieges deutlich werden.
- Der strategische Bombenkrieg, die erste große Heuchelei
Anlässlich einer Veranstaltung im Abaton Kino in Hamburg zum Gedenken der Opfer des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Nagasaki am 09. August 1945 wurde eine Anime des japanischen Regisseurs Isao Takahata gezeigt. Der Titel lautete “Die letzten Glühwürmchen “. Der Film rührt an und ist sehenswert (Trailer). Er handelt vom Überlebenskampf zweier Kinder während und nach einem amerikanischen Bombenangriff mit Spreng- und Feuerbomben auf die japanische Stadt Kobe während des 2. Weltkriegs.
Der Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung im 2. Weltkrieg war ausgemachte Strategie der USA und Großbritanniens. Er hat seine Geschichte und belegt die erste schlimme Heuchelei. Nach Ende des 1. Weltkriegs waren es sogenannte Luftkriegsphilosophen wie der US-General William Mitchell, Kommandeur der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa während des ersten Weltkrieges, der schon 1920 forderte, die Bevölkerung des Feindes als Kombattanten anzusehen. Sie stellten die Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie und waren die Heimat-Motivatoren für ihre Soldaten an der Front. Geprägt durch das jahrelange Bluten und Sterben in den Gräben von Flandern und Nordfrankreich sann er nach einer Möglichkeit, einen zukünftigen Krieg schnell und siegreich zu beenden. Die Idee war, mit Feuer -und Chemiebomben die Städte des Feindes anzugreifen. Einer solchen Schrecklichkeit ausgesetzt, würde die Bevölkerung ihre Regierung zwingen, den Krieg sofort zu beenden. Da die Doppeldecker der Zeit weder die Reichweite hatten noch die nötige Zuladung tragen konnten, begann man in den USA, konsequent entsprechende Bomber zu entwickeln. Mitte der dreißiger Jahre rollte der erste einsatzfähige Bomber, die B17 Flying Fortress, vom Band. Sie erschienen wenige Jahre später in Pulks zu Hunderten über deutschen Städten. Wie die Geschichte zeigt, hat sich die Vorhersage von Mitchell nicht erfüllt. Die deutsche Bevölkerung hat sich von den Schrecklichkeiten nicht beeindrucken lassen und bis zur bedingungslosen Kapitulation ausgehalten und mitgemacht.
- Die Verregelung des Bombenkrieges, die zweite große Heuchelei
Das System Luftwaffe in den USA hängt bis heute dem Traum eines William Mitchell nach. Luftwaffen können Kriege gewinnen. Technik wie Hightech Kampfflugzeuge und Präzisionswaffen ermöglichen es, die Zivilbevölkerung in einem Konflikt zu schonen, wenn da nicht die Kollateralschaden wären. In der US-Doktrin, die von der NATO übernommen wurde, hat man sogenannte Rules of Engagements (ROE) eingeführt. Sie regeln die Gewaltanwendung im Krieg und schreiben u.a. vor, dass man bei jedem Waffeneinsatz zivile Opfer vermeiden soll. Die Ziele-Auswahl in einem Air Operation Center wird dahingeht von einem Juristen (Legal Advisor) begleitet. Dessen Aufgabe ist es, die zu erwartenden Zivilopfer bei einem Luftangriff im Rahmen des Kriegsvölkerrechts und der politischen Vorgaben zu begrenzen. Im Kriegsvölkerrecht ist es zum Beispiel verboten, zivile Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser zum Ziel zu machen.
Das ändert sich, wenn auf dem Gelände einer solcher Einrichtung der Gegner militärisches Gerät installiert (Flugabwehrkanonen, Raketenabschussvorrichtungen). Damit wird diese Einrichtung zu einem legalen Ziel. Die Opfer, Schulkinder, Lehrer, Kranke und Krankenhauspersonal, gelten dann als Kollateralschäden. Die Schuld für deren Leiden und Tod werden dem Gegner zugeschrieben. Damit wird diese Unmenschlichkeit ein Fall für die internationalen Gerichte in Den Haag, insofern man sie anerkennt. Der katastrophale Angriff auf die Schule im Iran zu Beginn des Krieges könnte genau nach dieser Logik erfolgt sein.
- Die letzten Glühwürmchen, eine endlose Geschichte?
Damit schließt sich der Kreis zu den letzten Glühwürmchen. Wenn Krieg Menschen, Kindern ein solches Leid zufügt, ist der Hinweis auf die Minimierung solcher Opfer Zynismus. Im Luftkrieg der NATO gegen Serbien 1999 um den Kosovo waren 600 zivile Opfer zu beklagen. Der kommandierende NATO-Luftwaffengeneral, US-General Short, nannte diese Opferzahl im Vergleich zu vergangenen Kriegen einen Erfolg. Die Perversion geht weiter. Die Technik ermöglicht es, Mini-Atomwaffen zu bauen. Deren Wirkung lässt sich regional begrenzen. Panzerformationen könnten punktuell bekämpft werden. Damit werden sie für Militärplaner ein probates Mittel der Kriegführung. Was bleibt, sind die Kollateralschaden. Die letzten Glühwürmchen, eine unendliche Geschichte.
Was uns bedroht, sind bei all ihrer Schrecklichkeit nicht Atomwaffen, sondern der Krieg. Wenn wir nicht lernen, unsere Konflikte friedlich auszutragen und von dem hohen Ross der Moralität heruntersteigen, dann wird der militärisch-industrielle Komplex übernehmen, wie es gerade wieder im Ukraine-Konflikt geschieht. Wir sollten endlich begreifen und das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Krieg der Menschlichkeit wegen zu verregeln Heuchelei ist. Wer Kinder liebt, der stellt alle Interessen dieser Welt hinten an. [Ulrich Scholz/ erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]
Lange Nacht der Museen
Die Gedenkstätte Esterwegen nimmt an der Langen Nacht der Museen im Emsland und der Grafschaft Bentheim am 29. August 2026 teil. 40 Einrichtungen bieten über 100 Veranstaltungen. Sondertouren mit Rad und Bahn sind organisiert.
Die Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, 26897 Esterwegen, bietet Ihnen zur Langen Nacht der Museen einen Blick hinter die Kulissen des historischen Gedenkortes. Sie können Fragen stellen, für die sonst keine Zeit bleibt. Wie sieht der Arbeitsalltag in einer Gedenkstätte aus? Kann ich mich einbringen? Was gibt es für Dokumente und Objekte?
Kostenfreie Führungen um 14 Uhr und 16 Uhr, geöffnet von 10 – 18 Uhr. Um Anmeldung zur Führung wird gebeten unter: info@gedenkstaette-esterwegen.de. Programm der Langen Nacht der Museen für alle teilnehmenden Einrichtungen. [Gedenkstätte Esterwegen]
Verkehrsüberwachung
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 17.08.2026: Lathen
Dienstag, 18.08.2026: Neubörger
Mittwoch, 19.08.2026: Schapen
Donnerstag, 20.08.2026: Lingen
Freitag, 21.08.2026: Herbrum
Samstag, 22.08.2026: Emsbüren
Sonntag, 23.08.2026: Lingen
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
Sperrungen Schießgebiet
Die WTD 91 meldet für den 17.08.2026 bis 21.08.2026 keine Sperrungen. [jdm]
Heimatverein: Gewinner des Kalenderrätsels erhielten Preise
Der EL-Kurier berichtete heute über die Preisvergabe des Heimatvereins an die Gewinner des Kalenderrätsels. Diesmal ging es im Rätsel um die plattdeutsche Sprache.
Der Heimatverein lädt jedes Jahr alle Einsender mit der richtigen Lösung zu einer Kaffeetafel ein, auf der dann die Gewinner ausgelost werden. [jdm/EL-Kurier 16_08_2026]
Emsland Archäologie Museum: Steinzeit zum Anfassen für Kinder
Am Mittwoch, 19. August, startet das Emsland Archäologie Museum wieder mit der beliebten Workshop-Reihe „Mitmach-Mittwoch im Museum“. Ab 15 Uhr können Kinder zwischen 8 und 13 Jahren spielerisch in die Welt der Steinzeit eintauchen. Beim Basteln, Experimentieren und Ausprobieren erfahren die jungen Entdeckerinnen und Entdecker, wie Menschen in der Vorzeit lebten, jagten und ihre Umwelt nutzten. Dabei lernen sie typische Techniken und Materialien kennen und können selbst kreativ werden.
Die Workshop-Reihe findet mehrmals im Jahr statt und widmet sich jeweils wechselnden Themenschwerpunkten. Jede Einheit ist in sich abgeschlossen, sodass ein einzelner Besuch möglich ist und keine Vorkenntnisse oder vorherige Teilnahmen erforderlich sind. Weitere Termine: 21. Oktober und 16. Dezember. Teilnahme: 4 Euro. Anmeldung sowie weitere Infos zu dieser und anderen Veranstaltungen unter 05931 6605 oder info@archaeologie-emsland.de. [Landkreis Emsland]
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