Tragfähige und zukunftsorientierte Lösung für die Grundschule entwickeln

Schulausschuss
Vor der Sitzung ließ der Ausschuss sich die Schule von Schulleiterin Ellen Wilkens zeigen

Der Ausschuss für Schulen und Soziales des Samtgemeinderates hatte heute seine Sitzung in der Grundschule Wippingen. Dies war für einige Wippinger der Anlass, die öffentliche Sitzung zu besuchen und sich für die Belange der Grundschule stark zu machen. Besucher sieht man bei den Ausschussitzungen sonst eher selten.

Aber schon bei der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Sitzung wiesen Silvia Klaas und Birgit Kuper-Gerdes darauf hin, dass die Räumlichkeiten in mehrerer Hinsicht Mängel aufwiesen und nach ihrer Ansicht Handlungsbedarf besteht. Beim vorhergehenden Rundgang durch die Schule hatten sich die Ausschussmitglieder einen Eindruck von den wenig einladenden Verwaltungsräumen im Obergeschoss und von Schimmelbildung beim Seiteneingang verschaffen können. Dass das Gebäude schon etwas älter ist, war im Obergeschoss allein schon mit der Nase wahrnehmbar.

Katrin Telenga, als Elternsprecherin Mitglied des Ausschusses, formulierte einen Antrag, der die Verwaltung auffordert, eine Überprüfung und umfassende Bestandsaufnahme der räumlichen Situation in der Grundschule Wippingen vorzunehmen, um räumliche Probleme und Engpässe zu identifizieren. Dabei solle man sich nicht auf die aktuelle Situation beschränken, sondern prüfen, ob die vorhandenen Räumlichkeiten den heutigen und auch den künftigen zu erwartenden Anforderungen an eine zeitgemäße Grundschule noch gerecht werden. Es sei zu klären, welche zusätzlichen Räume bzw. Flächen für Unterricht, Betreuung, Ganztagsangebote, Besprechungen und sonstige schulische Angebote benötigt werden. Wie werden die Räumlichkeiten derzeit genutzt? Hier gebe es Vieles, was eher behelfsmäßig gehandhabt werde. Es müsse eine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung für die räumliche Situation der Grundschule entwickelt werden, anstatt lediglich auf einzelne akute Probleme zu reagieren.

Wippingens Bürgermeister Martin Hempen - ebenfalls Mitglied des Ausschusses - wies darauf hin, dass der Samtgemeinderat sich schon früher mit dem Brandschutz im Dachgeschoss und dem fehlenden Notausgang beschäftigt habe, aber keine Konsequenzen erfolgt sind.

Schulleiterin Ellen Wilkens konkretisierte nach der Sitzung, dass es die räumlichen Gegebenheiten im Moment schwer machten, Gruppenarbeit und Einzelarbeit zu organisieren. Telenga beschrieb, dass die mangelhafte Lüftung der Klassenräume es notwendig mache, die Fenster während des Unterrichts zu öffnen, was dann den Lärm der spielenden Kindergartenkinder direkt in den Klassenraum trage. Der muffige Geruch im Obergeschoss lasse einen fragen, was sich wohl alles hinter den Tapeten und Vertäfelungen befinde.

Der Ausschuss hat den Antrag angenommen und wird ihn auf einer der nächsten Sitzungen behandeln. Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken erklärte, der Antrag müsse jetzt in Ruhe sauber abgearbeitet werden. [jdm]

Wippinger Ergebnisse bei der Kreistagswahl

Die Zahlen für die Wippinger Ergebnisse bei der Kreistagswahl sind wieder online. Das sind die Ergebnisse:

ParteiKandidatenListenstimmenGesamtstimmen%
CDU77510988448,15
SPD3018482,61
Grüne4528733,98
FDP5160,33
UWG96150,82
AFD12613826414,38
Linke156181749,48
WGEN367537219,99
Kreistagswahlergebnisse in Wippingen

Die Kandidaten im Einzelnen bekamen folgende Stimmen:
CDU: Manfred Gerdes 368, Burkhard Hermes 272, Tim Glandorf 82, Paul Krupinski 11, Gerhard Husmann 7, Heinrich Thomes 5.
SPD: Doris Schneider 14, Heinz Dirksen 9, Detlev Sabel 4, Güther Wegmann 2, Peter Broos 1.
Grüne: Hannah Thomann 22, Klaus Brands 19, Michael Pasligh 4.
FDP: Sebat Asi 2, Jens Behres 2, Mikail Erdin 1.
UWG: Matthias Witte 7, Gerd Jansen 2.
AFD: Markus Imken 67, Dennis Albrecht 59.
Linke: Jan Deters 156.
WGEN: Hermann-Josef Pieper 323, Hanna Thomann 31, Hermann Langen 13. [jdm/Grafik Votemanager]

Schlepper „Alk“ nun seit einem Monat in Dörpen

Historischer Schlepper „Alk“ auf dem Küstenkanal (Foto: J. Schirsching)
Historischer Schlepper „Alk“ auf dem Küstenkanal (Foto: J. Schirsching)

Am 10.08.2026 wurde der historische Schlepper „Alk“ vom Motorschlepper „Kap Horn“ über den Küstenkanal nach Dörpen gebracht und hier am Kai der Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr mbH (DUK) festgemacht. Nach unseren Recherchen kann man davon ausgehen, dass der Schlepper nicht kurzfristig Dörpen wieder verlassen wird.

Laut Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim lag die „Alk“ im Liegeverbot der Bundeswasserstraße Küstenkanal und hat dort ein sog. Verholgebot bekommen, also die Aufforderung den Liegeplatz zu verlassen. Der Eigner beauftragte dann ein Schleppunternehmen, das nicht fahrtüchtige historischen Schiff nach Dörpen zu bringen.

Der Schlepper „Alk“ ist bei Freunden historischer Schiffe bekannt, und Neuigkeiten werden in entsprechenden Kreisen ausgetauscht. Somit verwundert es nicht, dass das Schiff bei der Fahrt auf dem Küstenkanal von einen sogenannten „Schiffsspotter“, also  einem an Schiffen interessierten Fotografen fotografiert wurde. Das uns für die Veröffentlichung freigegebene Foto entstand am 08.08.2026 auf dem Küstenkanal. Die Fahrt von Oldenburg nach Dörpen dauerte also mindestens zwei Tage.

Die Polizeiinspektion teilt uns noch mit, dass der Schlepper laut Auskunft des Eigners in Dörpen repariert werden soll; danach soll er in die Niederlande gefahren werden. Am Liegeplatz im Hafen Dörpen geht nach Ansicht der Polizei keine Gefahr von dem Schiff aus, und damit besteht kein polizeilicher Handlungsbedarf.

Der Hafenbetreiber DUK hat allerdings keine Liegegenehmigung erteilt und wird auch nicht eine Reparatur des Schiffes im Hafen Dörpen erlauben, haben wir von dort erfahren. Der Eigner habe sich nicht beim Hafenbetreiber gemeldet, und auf Anrufe reagiere er nicht. Das überrascht uns nun wiederum nicht, denn auch andere Beteiligte in dieser Sache tun sich schwer, den Eigner zu erreichen. Der historische Schlepper „Alk“ wird also nach unserer Einschätzung noch länger im Hafen Dörpen liegen, denn in der verfahrenen Situation wird wohl kaum ein Schleppunternehmen einen Auftrag zum Abtransport annehmen. Auch ein neues, polizeiliches Verholgebot dürfte nicht einfach umzusetzen sein, wenn der Eigentümer nicht mitspielt und keine Gefahr von dem Schlepper ausgeht. [HM/Foto: J. Schirsching/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum.de]

Erinnerung: Jetzt anmelden für Fahrradtour zum Schloss Clemenswerth

Zur Fahrradtour zum Schloss Clemenswerth lädt der Heimatverein am Sonntag den 20.09.2026 ein.

Wir starten um 13:00 Uhr am Heimathaus und freuen uns um 14:00 Uhr in Werpeloh auf Kaffee und Kuchen. Um 15:00 Uhr geht es nach Clemenswerth, wo uns eine Führung erwartet.

Der Preis für Getränke und Kuchen beträgt 10 Euro. Kinder sind unsere Gäste. Alle die Lust haben teilzunehmen sind herzlich willkommen und sollten sich bis zum 15.09.26 anmelden. Tel.: 04966/ 277 oder 017696001129 [Stefan Kellner]

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Wippingen

In den Gemeinderat Wippingen wurden bei einer Wahlbeteiligung von 79,33 % folgende Personen gewählt.

ParteiKandidat/inMandatStimmen
CDUHempen, MartinWippingen, direkt383
CDUBerling, MarliesWippingen, direkt202
CDUKoers, ChristianWippingen, direkt151
CDUFrericks, HermannWippingen, direkt113
CDUKuper, JohannesWippingen, direkt101
CDUKlaas, SebastianWippingen, direkt71
WLPieper, Hermann-JosefWippingen, direkt222
WLRosen, LenaWippingen, direkt142
WLKlaas, SilviaWippingen, direkt92

Jonas Schwering schaffte den Wiedereinzug in den Gemeinderat mit 70 Stimmen nicht. Auch die Bewerber Matthias kleine Bornhorst (CDU, 50 Stimmen), Martin Düttmann (87 Stimmen) und Heiko Behrens (40), beide Wippinger Liste, verpassten den Einzug.

Hermann-Josef Pieper (Wippinger Liste, 346 Stimmen) und Martin Hempen (CDU, 607) sind jetzt im Samtgemeinderat vertreten. Marlies Berling (CDU) scheiterte knapp mit 310 Stimmen. Auch Martin Düttmanns 166 Stimmen reichten nicht.

Im Kreistag wird kein Wippinger vertreten sein. Die Linke hat im Landkreis drei Mandate errungen. Zum Zuge kamen dabei die Kandidaten in den Wahlbereichen mit den meisten Gesamtstimmen (Liste und Personen). Jan Deters (Linke, 726 Stimmen) als Kandidat im Wahlbereich 02 kam somit nicht zum Zuge. Hermann-Josef Pieper (386 Stimmen) kandidierte auf der Liste der Wählergemeinschaft Emsland Nord, die aber insgesamt nicht den Einzug in den Kreistag schaffte. Die Wippinger Ergebnisse zur Kreistagswahl können wir hier nicht referieren, weil die Ergebnisse zur Kreiswahl in der Samtgemeinde Dörpen unerklärlicherweise aus dem Votemanager verschwunden sind.

Hans Müller, Betreiber der Seite gruenealternative.de/forum-d, der auch Autor von Hallo-Wippingen ist, wurde als Einzelkandidat wieder mit 283 Stimmen in den Gemeinderat Dörpen gewählt. [jdm]

Für die Wahlhelfer wird es ein langer Abend

Wahlhelfer v. l. Magda Nehe, Johannes Grote, Norbert Westhoff, Lana Poker
Wahlhelfer v. l. Magda Nehe, Johannes Grote, Norbert Westhoff, Lana Poker

Im Wippinger Wahllokal bildeten sich heute tatsächlich Schlangen vor den Wahlkabinen. Das lag nicht nur daran, dass so viele wählen wollten, sondern auch am Wahlvorgang selbst. Fünf Wahlzettel getrennt nach Landratswahl, Kreistagswahl, Samtgemeindebürgermeisterwahl, Samtgemeinderatswahl und Gemeinderatswahl, mussten ausgefüllt werden und wieder gefaltet werden.

Das wird auch für die Wahlhelfer ein langer Abend. Zuerst werden die Briefwahlstimmen geöffnet und erfasst, danach die Stimmzettel zur Landratswahl erfasst. Danach folgen absteigend die Auszählungen der anderen Wahlen. Wegen der vielen Arbeit wurde das Wahlhelferteam um zwei Helfer auf insgesamt zehn Personen aufgestockt. Neu im Team ist Lana Poker, die den Platz der im Februar verstorbenen Kordula Johanning eingenommen hat. In der Nachmittagsschicht sorgten darüber hinaus Magda Nehe, Johannes Grote und Norbert Westhoff für den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahlen.

Die Wahlergebnisse können ab Beginn der Auszählungen nach Schließung der Wahllokale um 18 Uhr im Votemanager eingesehen werden. Mal sehen, ob die Neudörpener auch heute wieder zu den Schnellsten gehören. [jdm]

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages: Zur rechtlichen Anerkennung der Elternschaft bei Leihmutterschaft

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat sich mit der Frage beschäftigt, wie bei einer Leihmutterschaft die Anerkennung der Elternschaft durch die Bestelleltern erreicht werden kann.

Bei der Leihmutterschaft handelt es sich um das Verfahren, bei dem sich reiche Menschen den Bauch einer armen Frau zumeist aus einem ärmeren Land mieten, dort ein in einer Retorte befruchtetes Ei einpflanzen lassen, um sich ein Kind mit der eigenen DNA produzieren zu lassen. Dabei werden der Leihmutter vertraglich alle möglichen Auflagen erteilt, um die Gesundheit des Kindes sicherzustellen. Diese Verträge schränken die Selbstbestimmung der Frauen in einer Weise ein, die nur mit Zwangsprostitution vergleichbar ist. Alle Risiken einer Schwangerschaft bleiben bei der Leihmutter. Auch ist zumeist ungeklärt, was bei einer Behinderung des Kindes geschieht.

Zuletzt wurde diese Praxis öffentlich verhandelt, weil Jens Spahn und sein Ehemann sich ein solches Kind bestellt hatten. Jens Spahn musste von seinem Amt als Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion zurücktreten. Allerdings nicht wegen seiner Bestellung eines Kindes, sondern nur weil ihm Doppelmoral vorgeworfen wurde, weil er sich zuvor öffentlich gegen diese Praxis ausgesprochen hatte.

Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten und sich ein bestelltes Kind einfach frei Haus liefern zu lassen, gilt in Deutschland als Menschenhandel. Das Papier des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages sieht drei rechtlich mögliche Wege, um als Bestelleltern die Kinder in Deutschland als eigene anerkennen zu lassen.

Nach deutschem Recht gilt die Frau als Mutter, die das Kind geboren hat. Als Vater gilt automatisch der Ehemann der Frau, der Mann, der die Vaterschaft wirksam anerkannt hat, oder der Mann, dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt wurde. Wenn die Leihmutter nicht verheiratet ist und ihre Zustimmung erteilt und die gerichtlich bestätigte Vaterschaftsanerkennung durch den Bestellvater erfolgt, kann auch die deutsche Staatsangehörigkeit des Kindes abgeleitet werden  und nach der Geburt eine zeitnahe Einreise des Kindes nach Deutschland erfolgen. Und anschließend kann durch den zweiten Ehepartner der Bestelleltern eine Stiefkindadoption erfolgen.

Wenn in dem Land der Leihmutter der Bestellvater durch eine Gerichtsentscheidung als Vater anerkannt wurde und der Bestellvater der genetische Vater ist, wird dies von deutschen Behörden anerkannt.

Eine dritte Möglichkeit ist es bei durch eine Leihmutter geborenen Kindern möglich, dass Bestelleltern als Paar oder Einzelpersonen ein Adoptionsverfahren durchlaufen. Der Ausspruch einer Adoption ist, anders als die Anerkennung der Elternschaft, von einer positiv ausfallenden Prüfung des Kindeswohls abhängig. [jdm]

Termine 2027 für Wippinger Veranstaltungskalender – Bitte bis zum 03. Oktober einsenden

Logo Heimatkalenderteam

Liebe Wippinger Gruppen und Vereine,

wir bitten um Einsendung der Termine zur Veröffentlichung im Wippinger Veranstaltungskalender 2027 bis zum 03.10.2026 per E-Mail an:
heimatkalender@ewe.net oder Abgabe bei Marlies Berling. 

Herzlich willkommen sind auch Ideen zu Beiträgen. Bitte sendet uns auch eine Info, wenn sich Ansprechpartner geändert haben. Vielen Dank für eure Unterstützung — wir freuen uns auf eure Meldungen und kreativen Beiträge.

Herzliche Grüße
Euer HkT, Jana, Heike und Marlies [Marlies Berling]

Tag des offenen Denkmals: Wertvolle Wahrzeichen öffnen am 13. September ihre Türen

Auch in diesem Jahr lädt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit zum Tag des offenen Denkmals ein. Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ liegt am Sonntag, 13. September, der Fokus auf Denkmalen, die uns Menschen wie Netzwerke verbinden und damit Gesellschaft möglich machen.

Das können Ankerpunkte für Versorgung oder Verkehr wie Brücken, Schiffe, Kraftwerke, Behörden, Schulen oder Krankenhäuser sein. Im übertragenen Sinn ruft das Motto aber auch dazu auf, sich am Tag des offenen Denkmals selbst zu vernetzen – mit Besuchern, Denkmalschützern und Denkmaleigentümern. Im Landkreis Emsland können insgesamt 19 regionale historische Bauwerke besichtigt werden. Darunter sind auch folgende historische Wahrzeichen in Trägerschaft des Landkreises Emsland: Gedenkstätte Esterwegen, Schloss Clemenswerth, Gymnasialkirche, Alte Rheder Kirche.

Die Wippinger Mühle ist dann auch von 14 bis 18 uhr zu besichtigen. Das genaue Programm sowie weitere Infos hier.

Hundekot an Straßen und Wegen

Mit einem Brief wendet sich Bürgermeister Martin Hempen an die Gemeinde. Er wendet sich gegen das Liegenlassen von Hundekot. Besonders auf Spielplätzen, an Wegrändern und auf häufig genutzten Flächen seien die
Verunreinigungen für Kinder, Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Anliegerinnen und Anlieger ein erhebliches Ärgernis.

Er fordert auf, bei jedem Spaziergang geeignete Hundekotbeutel mitzuführen und diese in einem Abfallbehälter zu entsorgen. Lesen Sie hier den vollständigen Brief. [jdm]

Heede: Entscheidung über Neubau eines Aussichtsturms weiterhin offen

Betonfundament im Heeder Moor – Rückbau ungewiss
Betonfundament im Heeder Moor – Rückbau ungewiss

Vor dreizehn Jahren, also im Jahr 2013 ließ die Gemeinde Heede einen von Holzpilzen geschädigten, hölzernen Aussichtsturm im Neuheeder Moor abbauen. Die vier Stützen des Turms wurden oberhalb der stählernen Fundamentanschlüsse abgesägt, und das Fundament mit der Bodenplatte und die eingelassenen Anschlussanker blieben im Boden. Die Fläche befindet sich im Eigentum des Landes Niedersachsen, wo die Zuständigkeit in das Umweltministerium fällt. Hier ist die nachgeschaltete Behörde „Staatlichen Moorverwaltung“ für die Verwaltung der Moorflächen zuständig. Diese befasste sich aber lange nicht mit dem Rückbau des Fundaments, obwohl in einem Gestattungsvertrag auch der Rückbau geregelt ist.

Bereits im April 2025 hatten wir uns beim Niedersächsischen Umweltministerium nach den Plänen der Landesregierung bezüglich des Rückbaus des Fundaments erkundigt. Die Staatliche Moorverwaltung habe die Gemeinde Heede aufgefordert, im Hinblick auf die noch bestehenden, vorhandenen baulichen Einrichtungen (Punktfundamente aus Beton) im Heeder Moor einen ordnungsgemäßen Zustand herzustellen, wurde uns damals mitgeteilt.

Eineinhalb Jahre später befindet sich das Fundament noch immer im Moorboden. Der Gemeinde ist es zwischenzeitlich gelungen, mit der Ankündigung eines Neubaus auf dem vorhandenen Fundament die Rückbauverpflichtung außer Kraft zu setzen. Allerdings stellt die Gemeinde einen Neubau nur unter der Voraussetzung in Aussicht, dass hierfür Fördergelder eingeworben werden können.

Obwohl die Entscheidung über einen Neubau des Turms noch nicht gefallen ist, wurde bereits ein neuer Gestattungsvertrag entworfen, der auch den Rückbau aller eingebrachten Anlagen regeln soll, falls bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mit den Arbeiten zum Ersatzneubau begonnen wird. Den „bestimmten Zeitpunkt“ teilte uns die Moorverwaltung allerdings nicht mit.

Somit bleibt der Vorgang in der Schwebe, und dieser Zustand kann sich hinziehen, wie der bisherige Verlauf dieser Angelegenheit zeigt. Ein wichtiger Termin könnte die Landtagswahl im September 2027 sein. Dann könnten sich die Zuständigkeiten im Umweltministerium ändern und es könnte anschließend eine Neubewertung der Lage erfolgen, falls das Ministerium danach einer anderen Partei übertragen wird. Damit würden sich die Chancen für einen großzügigen Verzicht des Landes auf den Rückbau des Fundaments erhöhen. Ein Jahr ist keine Ewigkeit, und mit einer geschickten Verzögerungstaktik lässt sich diese Zeit sicherlich überbrücken. Immerhin hat man in Heede bereits 13 Jahre ohne Fundamentrückbau überstanden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

WSA will abgesägten Pfosten am Seitenkanal in Kluse durch neue Barriere ersetzen

Absperrung am Seitenkanal bei Kluse – der mittlere Pfosten wurde abgesägt
Absperrung am Seitenkanal bei Kluse – der mittlere Pfosten wurde abgesägt

Nachdem es am Seitenkanal Gleesen-Papenburg in Kluse östlich des Kanals mehrmals zu Sandentnahmen aus dem Kanaldamm kam, versperrte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) die Zufahrt zum Kanal im Oktober 2022 mit drei Pfosten. Seit dieser Zeit waren am Kanaldamm keine Anzeichen für Sandentnahmen mehr zu sehen.

Mitte August mussten wir aber feststellen, dass der mittlere Pfosten am Boden abgesägt worden war. Hinweise auf eine erneute Sandentnahme konnten wir bisher nicht feststellen. Das WSA Ems-Nordsee wird nun eine von der bisherigen Ausführung abweichende, geeignetere Barriere an dieser Stelle errichten, um die Sandentnahme auch künftig wirksam zu verhindern, wurde uns auf unsere Anfrage mitgeteilt. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Über die politische Armut in Deutschland

Die Verfassung eines Volkes, zwei Seiten derselben Medaille

  • Armut - die Angst der Reichen
Ulrich Scholz

Gestern sah ich eine Frau mit ihrem Hund, die von einem Spaziergang mit einem dutzend Kartoffeln im Arm zurück ins Dorf zurückkehrte. Sie hatte sie auf einem abgeernteten Feld aufgesammelt. Das Bild erinnerte mich ein einen YouTube Clip über ein Gemälde des französischen Malers Jean Francoiś Millet mit dem Titel „Gleamers“ (Sammler). Es stammt aus dem Jahr 1857 und zeigt drei Frauen, die auf einem abgeernteten Feld Reste der Ernte aufsammeln. Im Hintergrund sieht man vollgeladene Pferdefuhrwerke, Erntearbeiter und einen Aufseher zu Pferde. Die Kommentatorin des Clips erklärte, dass es ein Recht der Armen war, Übriggebliebenes einer Ernte aufzusammeln und zu behalten. Die Ausstellung des Gemäldes in Paris löste bei den gutsituierten Parisern Protest und Sorge aus. Man befürchtete, dass es soziale Unruhen auslösen könnte. Die Zeiten der Guillotine waren noch nicht vergessen. Die Kommentatorin schlug einen Bogen zu all jenen Menschen, die täglich durch harte Arbeit das Leben in Armut zu verbessern suchten. Das Gemälde, nur ein Bild des damaligen Zeitgeschehens? – Die Begegnung der Frau mit ihrem Hund und den Kartoffeln im Arm macht nachdenklich. -

  • Armut – die Angst der Bürger

In der Folge der französischen Revolution trat die Demokratie in den industrialisierten Ländern ihren Vormarsch an. Es brauchte fast hundert Jahre und zwei Weltkriege, bis formulierte Verfassungen im Alltag der Menschen Früchte trugen. Armut sollte eigentlich bei uns kein Thema mehr sein. Für wirtschaftsbedingte Notfälle hatte man ein soziales Netz geschaffen. Es hat bisher auch im Großen und Ganzen funktioniert. Auch wenn Statistiken immer noch suggerieren, dass man Einbrüche im Griff hat, hat sich im Volk eine allgemeine Angst des sozialen Absturzes breit gemacht. Sie ist täglich präsent, beim Einkaufen im Supermarkt, wenn die Rechnungen der Energieträger ins Haus flattern und nicht zuletzt beim Betanken des Autos. Die politisch Verantwortlichen und manche Experten machen die momentane Weltlage für die Verteuerung verantwortlich. Eine bei den Medien favorisierte Schuldzuweisung für die Misere ist die Aggression von Herrn Putin gegen die Ukraine. Die einen bekunden ihre Unschuld an der wirtschaftlichen Situation Deutschlands, die anderen verstecken sich hinter Moralität. Beide fokussieren jetzt auf das Erstarken der AfD als die große Gefahr für unsere Demokratie. Dabei haben beide, der wirtschaftliche Abstieg und der Zuwachs an AfD Wählern, eine gemeinsame Ursache. Schlechtes Regieren der etablierten Parteien nach der Wende.

  • Politische Armut – Schlechtes Regieren

In der Verfassung Kanadas gibt es einen Passus, der von der Regierung „Good Governance“ verlangt. Gutes Regieren. Bei uns gibt es den nicht. Wohl gibt es diese Aufforderung im Eid des Bundeskanzlers. Darin heißt es, „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden …“. Eine kleine Bilanz aus der Zeit nach der Wende.

  • Beibehaltung der NATO nach der Wende

Michael Gorbatschow hatte den uns bedrohenden Militärblock, den Warschauer Pakt, aufgelöst. Die NATO wurde als einstmals gegründete Militärallianz gegen die Sowjetunion nicht aufgelöst. Damit wurde die Chance zu einer neuen Sicherheitsstruktur in Europa unter Einschluss von Russland nicht wahrgenommen. Ein deutscher Bundeskanzler hätte sich wegen der leidvollen Geschichte unserer beiden Länder dafür einsetzen müssen. Gutes Regieren?

  • Corona-Lockdowns

Während der Corona-Krise hatte die damalige Bundeskanzlerin unter dem Deckmantel der Notstandsgesetze die Lockdowns für alternativlos erklärt. Sie hat damit für Millionen von Deutschen unsägliches Leid ausgelöst. Firmenpleiten, Jobverluste, wirtschaftliche und familiäre Not, psychisch gestörte Kinder und nicht zuletzt eine Spaltung der Gesellschaft waren die Folge. Andere menschliche Alternativen wie die schwedische wurden kategorisch zurückgewiesen. Gutes Regieren?

  • Ignorieren russischer Sicherheitsinteressen

In den Verhandlungen vor dem russischen Einmarsch in die Ukraine lagen die russischen Bedenken zu einem Ukraine-Beitritt zur NATO auf dem Tisch. Sie wurden ignoriert. Man war sich klar, dass Putin jetzt nur noch die militärische Option blieb, um Russlands Sicherheitsinteressen zu wahren. Wir haben den Krieg in unserer Nachbarschaft geschehen lassen. Gutes Regieren?

  • Aufgabe der Energieversorgung durch Russland

Als unter amerikanischem Druck Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen wurden, hat man u.a. die Energieversorgung Deutschlands mit russischem Erdgas gekappt. Anstatt sich für eine diplomatische Lösung des Konflikts einzusetzen, hat man die Folgen für die deutsche Wirtschaft und letztendlich für die Bürger in unserem Land hingenommen. Was sind schon ein bisschen wirtschaftliche Einschränkungen bei uns gegen die hehren Werte von Moral und Recht. Die gelten im Übrigen auch für das deutsche Volk. „… Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden …“ Gutes Regieren?

  • Die Verfassung eines Volkes

Ihnen werden sicherlich noch mehr Beispiele einfallen. - Wenn jetzt von den Etablierten das Erstarken der AfD als eine Gefahr für unsere Demokratie hingestellt wird, dann sollten sie sich an die eigene Nase fassen. Schlechtes Regieren hat sie erzeugt. Vielleicht sollte man dem kanadischen Beispiel folgen und Good Governance in unsere Verfassung aufnehmen. Dann bräuchte man sich um die Verfassung unserer Menschen weniger Sorgen zu machen. [Ulrich Scholz, erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Haushaltsdebatte im Bundestag: Man kann gar nicht so viel fressen, wie man …

Wie traurig es um unser Land bestellt ist, zeigte die vollkommen verrückte Diskussion in der Haushaltsdebatte des Bundestages.

Der Unionsfraktionschef Thorsten Frei begründete die Kriegspolitik der Bundesregierung laut „Die Zeit“ so: „Wir schützen unser Land, bei Ihnen ist es in Gefahr.“ Die Bundesregierung gebe den Geheimdiensten „echte Befugnisse, damit sie in der Lage sind, uns zu schützen“. Er fügte hinzu: „Nicht weil ich den Krieg will, sondern den Frieden.“ Damit behauptete er die bekannte frei erfundene Mär von der Bedrohung durch Russland. Diese dient dazu, den Rüstungsetat zu Gunsten  von Millionären und Rüstungsaktionären ins Absurde aufzublähen und das Geld durch Kürzungen bei Rente, Krankenkassen und allen Sozialgesetzen, die für die Arbeiterklasse in unserem Land von Bedeutung sind, zu holen.

Diesen Zusammenhang stellte die AFD nicht her. Sie betrachtet die schon so drastisch gekürzten Sozialausgaben als immer noch zu hoch. Und bei den Rüstungsausgaben kritisiert sie, dass damit die Kriegsindustrie subventioniert werde. Als ob das nicht immer so wäre; denn der Staat ist nun mal der einzige Kunde der Rüstungsindustrie und der lässt sich mit den Politikern, die wir nun mal haben, willig melken.

Sören Pellmann von den Linken kritisiert zwar, dass die Politik dem Leitsatz „Kanonen statt Butter“ folge, aber beim Sozialstaat nach wie vor den „Rotstift“ ansetze. „Wer beim Sozialstaat kürzt, kürzt auch bei der Kaufkraft“, sagt Pellmann und stellte damit die Verbindung zum wirtschaftlichen Niedergang her. Aber die Kriegspolitik, die den Krieg Russlands gegen die Ukraine langsam zu einem Krieg Deutschlands gegen Russland macht, kritisierte er nicht.

Das wiederum tat Alice Weidel, die AFD-Chefin, als sie der Bundesregierung vorwarf: „Während die USA einen weiteren Versuch unternehmen, den mörderischen Ukraine-Krieg zu beenden, verschärfen Sie die Kriegspropaganda, die Konfrontation mit Russland und brechen auch noch die letzten Brücken ab…. Setzen Sie sich endlich für Friedensverhandlungen ein, wie es die USA tun!“ Das provozierte laut Junge Welt den Linke-Kofraktionsvorsitzenden Sören Pellmann zu dem Zwischenruf: „Da ist Trump das schlechteste Beispiel!“, womit er sich ein Armutszeugnis ausstellte.

Hier sei an die Aussage von Corinna Bittner in ihrer Rede zum Antikriegstag auf dem Begräbnisplatz Esterwegen erinnert, als sie äußerte, wir müssten Frieden und Gewaltlosigkeit nicht in ihrer Absolutheit einfordern, wenn wir unseren Humanismus vertreten wollten und uns eine friedlichere Welt wünschen. „Wir brauchen jeden Pazifismus, jede Kritik am Krieg und jedes noch so vorsichtige Hinterfragen.“

Die SPD plädierte in der Debatte für ein Weiter-so mit allen Kürzungen und Kriegsspielen, die Grünen gefielen sich darin, einige Kleinigkeiten herauszupicken und diese als große Kritik vorzutragen.

Die Debatte zeigte also deutlich, warum das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt so ist, wie es ist: SPD/CDU/Grüne wollen den Sozialabbau, das „gesparte“ Geld in die Rüstung stecken und den Krieg in der Ukraine nicht beenden, sondern so eskalieren, dass Deutschland in den Krieg hineingezogen wird. Die Linke sieht den Zusammenhang zwischen Rüstung und Sozialabbau, sieht, welche Verheerungen dadurch angerichtet werden, aber traut sich nicht zu kritisieren, dass der Grund für die Rüstung – die angebliche Gefahr durch Russland – ein reines Phantom ist, das die Aufrüster und amerikanische Think-Tanks über Jahre entwickelt haben.

Die AFD nimmt sich heraus, all diese Bausteine zu kritisieren, aber in sich vollkommen widersprüchlich, mit irgendwelchen reaktionären Begründungen und ohne sinnvolle Zusammenhänge herzustellen. Sie bedient damit aber das diffuse oder auch ohnmächtige Unbehagen an den Ergüssen der Regierungspolitiker und stellt so die Zustimmung zur AFD her.

Es sieht tatsächlich so aus, als ob derzeit allein das BSW in der Lage ist, diese Zusammenhänge tatsächlich zu benennen. Aber dieser Partei wird ja durch die Verweigerung einer Neuauszählung der Stimmen zur letzten Bundestagswahl die Möglichkeit genommen, dies im Bundestag zu tun. [jdm]

Einladung zum Wahlabend: Gemeinsam die Ergebnisse der Kommunalwahl erwarten und erfahren.

Logo Kommunalwahl 2026

Liebe Wippingerinnen und Wippinger.
Am Sonntagabend sind alle Stimmen abgegeben, spannende Ergebnisse sind zu erwarten. Wir möchten euch herzlich dazu einladen, den Ausgang dieser Wahl gemeinsam mit uns zu verfolgen.

Wann: Sonntag, 13. September 2026
Wo: Schützenhaus Wippingen

Das Schützenhaus öffnet um 17 Uhr nach dem Spiel der ersten Herren. Der Schützenverein wird uns erfreulicherweise mit kühlen Getränken und leckerem vom Grill versorgen.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme. Mit freundlichen Grüßen, Gemeinde Wippingen [Martin Hempen]

Rabenstarker Nachmittag in der Bücherei – 30 Jahre Rabe Socke

Die Wippinger Bücherei feiert am 23.09.2026 von 15 bis 17 Uhr das 30. Jubiläum des kleinen Raben Socke mit einem tollen Nachmittag rund um Bücher, Geschichten und jede Menge Spaß. Anmeldungen sind bis zum 19.09.2026 erforderlich. [Kathrin Richert]

20 Jahre Zeltlager Renkenberge-Wippingen gebührend gefeiert

Zeltlagerjubiläum 29.08.2026

Mit einem abwechslungsreichen Programm für Jung und Alt feierte das Zeltlager Renkenberge-Wippingen am 29.08.2026 sein 20-jähriges Bestehen. Zahlreiche ehemalige und aktuelle Zeltlagerkinder, Betreuer sowie Unterstützer kamen zusammen, um auf zwei Jahrzehnte voller Gemeinschaft, Abenteuer und unvergesslicher Erinnerungen zurückzublicken.

Den Auftakt bildete um 11 Uhr ein festlicher Gottesdienst, der von den Verantwortlichen und Kindern des Zeltlagers gestaltet wurde. Für die musikalische Begleitung sorgte eine eigens für das Jubiläum gegründete Gitarrengruppe, die den Gottesdienst stimmungsvoll umrahmte. Ein Anspiel sowie von den Kindern vorgetragene Fürbitten verliehen der Feier eine persönliche und lebendige Note.

Ab 12 Uhr begann auf dem Festgelände ein großer Spielenachmittag. Bei bestem Wetter konnten sich die Besucher auf zahlreichen Attraktionen austoben. Besonders beliebt waren der Soccercourt, Hobbyhorsing, Fußballdarts und die Hüpfburg. Wer lieber in Erinnerungen schwelgen wollte, konnte die Collagen aus 20 Jahren Zeltlagergeschichte betrachten oder sich durch ein Quiz rund um die vergangenen Zeltlager testen.

Für viel Gelächter sorgte zudem ein Schätzwettbewerb mit der ungewöhnlichen Frage: „Wie viele Betreuer passen in ein Auto?“ Große Aufmerksamkeit erhielten auch die ausgehängten Steckbriefe aller aktuellen Zeltlagerbetreuer. Bei Essen und Getränken nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu Gesprächen und zum Austausch von Erinnerungen.

Den Höhepunkt des Jubiläumstages bildete am Abend die große Party ab 20 Uhr. Mit Musik vom DJ, kühlen Getränken und typischen Zeltlagerritualen wurde bis in die Nacht gefeiert. Viele ehemalige Zeltlagerkinder, Betreuer und Unterstützer trafen sich und ließen gemeinsam die vergangenen 20 Jahre Revue passieren.

In einer kurzen Ansprache bedankte sich das Zeltlagerteam bei allen Unterstützern, Sponsoren, Helfern und Betreuern, die das Zeltlager in den vergangenen zwei Jahrzehnten möglich gemacht haben. Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll, welchen festen Platz das Zeltlager Renkenberge-Wippingen im Leben vieler Menschen einnimmt und wie stark die Gemeinschaft in 20 Jahren gewachsen ist. [Marcel Ganseforth]

Kundgebung zum Antikriegstag: Sich nicht auf eine Seite der Kriegsparteien stellen, sondern eine Haltung gegen den Krieg entwickeln

Andreas Kuper
DGB-Kreisvorsitzender Andreas Kuper

„Der Antikriegstag soll uns Menschen daran erinnern, was während des 2. Weltkrieges passiert ist, in der Hoffnung, dass solche Greueltaten nie wieder geschehen. 81 Jahre nach dem Ende dieses furchtbaren Krieges ist jedoch das Gegenteil der Fall“, stellte der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Andreas Kuper in seiner engagierten Eröffnungsrede auf der Gedenkkundgebung am Sonntag zum Antikriegstag auf der Begräbnisstätte Esterwegen fest.

Der Antikriegstag sei 1957 vom DGB ins Leben gerufen worden. Und immer noch fänden in unzähligen Ländern Kriege statt, in denen unschuldige Menschen ermordet würden, weil es machtgierige geldgeile Diktatoren, Autokraten und regulär gewählte Politiker gebe, die sich über andere Menschen stellten und teilweise sogar die Lebensberechtigung ganzer Bevölkerungen infrage stellten, wie es unlängst der israelische Minister Itamar Ben-Gvir getan habe. Solche Aussagen würden auch noch indirekt durch fehlende Statements dagegen unterstützt.

Kundgebung in Esterwegen

Auch in Deutschland werde derart massiv militärisch aufgerüstet, das sie einige Nachbarländer erschrecke. „Es wird von Kriegsfähigkeit gesprochen und junge Menschen sollen gezwungen werden, wieder mit Waffen gegen andere Menschen zu kämpfen. Von einer starken direkten Beteiligung unserer Regierung bei Friedensgesprächen kommen dabei weniger Meldungen zutage.“ Es sei erschreckend, dass der Mensch in diesem Land immer weniger wert sei und die starke Entwicklung der Waffenindustrie als positiv empfunden werde, teilweise sogar von Gewerkschaften. Während Milliarden an Steuergeldern für Kriegswaffen ausgegeben würden, werde für das Wohlergehen der Menschen in Deutschland immer mehr Geld gestrichen.

Corinna Bittner
Corinna Bittner
  • Der Wehrdienst wird zunehmend als sicherheitspolitische Notwendigkeit behandelt

Corinna Bittner, die Leiterin des Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Papenburg, erinnerte als Hauptrednerin auch an die Tradition des Antikriegstages als Reaktion auf die Gründung der Bundeswehr 1955, nur 10 Jahre nach dem Ende des Krieges, der über Jahre hinweg Europa geprägt habe: die Besatzung europäischer Länder bedeutete Hunger, Gewalt und Unterdrückung der Zivilbevölkerung, mit Waffen voranschreitend begingen Wehrmachtssoldaten zahlreiche Kriegsverbrechen, die extremsten Formen der Verfolgung, die Shoah und der Genozid an den Sinti und Roma, wurden durch den Krieg erst in dieser Weise möglich.

Sie erinnerte an den Moorsoldaten Ludwig Baumann, der in den 1940er Jahren desertierte und von einem Militärgericht verurteilt wurde. Ursprünglich zum Tode verurteilt wurde Baumann in ein so genanntes Bewährungsbataillon eingezogen und somit wieder zum Kriegsdienst gezwungen. Seine Weigerung, für die Nationalsozialisten Gewalt auszuüben führte nach 1945 jedoch nicht zu Anerkennung, geschweige denn einer finanziellen Entschädigung für die in der Haft erlittene Gewalt und die Traumatisierungen. Deserteure als Widerstandskämpfer gegen den faschistischen Krieg wurden erst 2009 vom Bundestag anerkannt.

„Heute stehen wir, wenn wir über den Kriegsdienst in der Bundesrepublik sprechen, weniger konkret vor einer solchen Frage. Wir befinden uns hier heute nicht im Kriegszustand. Aber nicht zuletzt das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, das Anfang 2026 in Kraft getreten ist, zeigt eine gesellschaftliche und politische Veränderung im Umgang mit dieser Frage. Der Wehrdienst wird zunehmend als sicherheitspolitische Notwendigkeit behandelt, die Debatte um die Verweigerung gerahmt von der Vorstellung, durch die Bundeswehr könne und müsse unsere Demokratie und unsere Freiheit verteidigt werden.“

Nicht die Verpflichtung, die 2011 ausgesetzt wurde, solle die Menschen dorthin ziehen, sondern Freiwilligkeit. Dazu setze die Bundeswehr auf diverse Strategien. Die steigende Zahl von Besuchen von Jugendoffizieren in Schulen, die fortwährende Präsenz von Werbung im öffentlichen Raum sowie Tiktok - und Instagramkanäle normalisierten den Wehrdienst zunehmend. Zur Bundeswehr zu gehen, wirke mitunter wie eine sichere Zukunfts- und Karriereentscheidung. Nur dass Kriegsdienst am Ende immer das Potenzial berge, zu töten oder sich töten zu lassen, zu sehen wie Menschen sterben, und auch sich an Kriegsverbrechen zu beteiligen. Das alles sei in den Informations- und Werbekampagnen der Bundeswehr nicht zu sehen.

Zeitgleich hätten wir aktuell und global diverse Kriege, in denen es tatsächlich auch um Verteidigung geht. Sie könne und werde sich zu keinem dieser Kriege konkret äußern. Weder Ukrainer:innen und Russ:innen noch Israelis und Palästinenser:innen, Kongoles:innen oder die Menschen im Sudan würden auf ihre Meinungen zu diesen Kriegen, die jeden Tag ihr Leben bedrohten, warten; Kriege, die sie selbst nicht begonnen hätten und in denen sie selbst nicht bestimmen dürften, ob, wo wann wie gekämpft werde. Aber eines könne man festhalten: Krieg ist etwas zutiefst Undemokratisches.

Kranzniederlegung am Ossietzky-Denkmal
Kranzniederlegung am Carl-von-Ossietzky-Denkmal

Sich auf die eine oder andere Seite der Kriegsparteien zu stellen, sei keine Option, wenn man etwas gegen den Krieg tun wolle. Aber man könne eine Haltung zu diesen Themen entwickeln, sich dazu über unsere Geschichte und Verantwortung klar werden und schließlich Antworten auf andere Kriege wahrnehmen und diskutieren, die jenseits der Positionierung für oder gegen die eine oder andere Kriegspartei lägen.

Unsere Haltung könne und dürfe auch heute pazifistisch sein. Selbstverständlich sei die Aussage, absoluter Pazifismus sei realitätsfern, korrekt. Die Realität sei nun mal, dass Staaten und nichtstaatliche Organisationen Kriege beginnen und fortführen. Das Nazi-Regime sei auch militärisch besiegt worden. Eine absolut pazifistische Haltung gegenüber anderen Formen und Ausprägungen des Pazifismus solle man nicht überhöhen Wie die meisten Überzeugungen und Ideologien, die wir haben, bedeuteten diese immer ein Spektrum und eine Entwicklung. Auch Carl von Ossietzky sei erst durch seine Erfahrungen und Beobachtungen des Ersten Weltkriegs zum Pazifisten geworden. Beides, ein pragmatischer oder relativer Pazifismus seien wichtig und berechtigt. Wir müssten Frieden und Gewaltlosigkeit nicht in ihrer Absolutheit einfordern, wenn wir unseren Humanismus vertreten wollten und uns eine friedlichere Welt wünschen. „Wir brauchen jeden Pazifismus, jede Kritik am Krieg und jedes noch so vorsichtige Hinterfragen.“

Dita & Patrick

Mögliche Antworten auf konkrete Kriegssituationen seien auch heute Verweigerung, Desertion und eine ausgreifende Kritik an jeglicher Kriegsbeteiligung. So könnten wir unseren Blick auf Kriegsdienstverweiger:innen in Israel richten, auf diejenigen Palästinenser:innen blicken, die die Organisation, Ideologie und die Mittel der Hamas ablehnen und sich für eine weiterhin friedliche Lösung des Konfliktes einsetzten. Menschen in Russland kritisierten den Krieg gegen die Ukraine. Menschen in der Ukraine entzögen sich der Wehrpflicht. Menschen im Sudan verließen ihr Zuhause und begäben sich auf tödliche Fluchtrouten. Ihre Stimmen müssten wir besser hören und ihre Geschichten ebenso erzählen, wie die von Deserteuren der Wehrmacht.

„Ich wünsche mir auch, dass wir unser Grundrecht auf Verweigerung als Verpflichtung verstehen, diesen Menschen Sicherheit zu gewähren. Dass wir unsere Geschichte als Erinnerung daran verstehen, dass Krieg Leid für die Zivilbevölkerung aber auch für diejenigen bringt, die freiwillig oder unfreiwillig in die Gewaltausübung als Soldat:innen geraten.“

Die Veranstaltung wurde musikalisch von Dita & Patrick begleitet. Zum Abschluss wurde gemeinsam das Moorsoldatenlied gesungen. [jdm]

Tag des alten Handwerks war wieder Publikumsmagnet

Christel Sievers
Christel Sievers beim Abräumen im Pfarrer-Schniers-Haus

Museumsleiterin Christel Sievers konnte mal wieder sehr zufrieden mit dem von ihr und ihrem Team veranstalteten Tag des alten Handwerks sein. Christel berichtete, dass 20 Helfer den Tag gestalteten. Hinzu kommen die Aussteller, die den Tag natürlich prägten.

Auch in der Remise gab es Kaffee und Kuchen

Im Veranstalterteam habe sich die Arbeitsteilung wie von selbst ergeben, so dass alles entspannt ablief. 50 Torten waren im Angebot; hinzu kamen noch die Schnittchen für die, die nicht so auf Süßes stehen. Und um den Ansturm zu bewältigen, gab es neben der Kuchentheke im Heimathaus zwei weitere Kuchenbuffets in der Remise und im Pfarrer-Schniers-Haus.

Der Oldtimerclub, die Schmiede von Matthias Schulte, das Basteln mit Naturmaterialien für die Kinder, das Maria Deters anbot, die Führungen durch die Mühle durch Heinz Schulte, der Mühlenbäcker Bernd Timmer mit seinen Mühlenbroten und Rosinenstuten, ein Eisstand, Alois Lüllmann mit der Vorstellung der Imkerei, die Spinnergruppe aus Emsbüren. die Papiermacher aus Dörpen, das Vituswerk mit Bioprodukten, Nicole Albers aus Niederlangen-Siedlung mit Produkten vom Alpaka: Sie alle trugen zur Buntheit des Marktes bei.

Beate Schulte
Der Apfelmaische wird mit dem Ballon der Saft herausgepresst

Beate Schulte aus Hasselbrock demonstrierte mit ihren Helfern, wie aus Äpfeln der Apfelsaft gepresst wird. in einem Muser werden die Äpfel zerhackt. Die Masse wird dann in die Presse gegeben. Ein Ballon in der Mitte der Presse wird mit Wasser gefüllt und drückt aus der Apfelmasse den Saft heraus.

Auf ihrem Stand wurde Apfelsaft in roter Farbe angeboten, den sie aus einer Partie von Äpfeln, deren Fruchtfleisch rot ist, gepresst hatte.

Heike Smolinski mit ihrer Tochter Ella, Anne Theisling mit ihren Kindern Milo und Marie, sowie Nina Hugenberg, zeigten an ihrem Stand selbstgemachte Ringelblumensalben, Metallfackeln, deren Brennmaterial aus in Wachs getränkten Toilettenpapierrollen besteht. Neben Dekoartikeln waren auch einige Holzschnitzerein zu sehen. [jdm]

Freude über eine Spende für den Förderverein

Spendenübergabe: Sabine Träger (li), Birgit Kuper-Gerdes
Sabine Träger (li), Birgit Kuper-Gerdes

Gestern durfte sich der Förderverein der Grundschule Renkenberge/Wippingen und der Kita St. Bartholomäus Wippingen e.V. über eine tolle Unterstützung freuen: Sabine Träger vom Elternbeirat überreichte der Vorsitzenden des Fördervereins (Birgit Kuper-Gerdes) eine Spende in Höhe von 150 Euro.

Das Geld stammt aus dem Erlös des diesjährigen Schulabschlussfestes. Der erwirtschaftete Überschuss kommt nun direkt den Kindern zuguten. Der Förderverein hat auch schon eine  Verwendung für die Finanzspritze: Als nächstes Projekt steht die Pflasterung eines Rundwegs auf dem Schulhof in Wippingen an. Dieser Weg soll dafür sorgen, dass sich die Kinder mit ihren Kettcars und anderen Fahrzeugen in den Pausen nicht mehr in die Quere kommen, sondern sicher im Kreis fahren können. Der Förderverein bedankt sich ganz herzlich beim Schulelternrat für diese großzügige Spende! [Birgit Kuper-Gerdes / Foto: Hermann Gerdes]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 07.09.2026: ---
Dienstag, 08.09.2026: Lathen
Mittwoch, 09.09.2026: Meppen
Donnerstag, 10.09.2026: Herbrum
Freitag, 11.09.2026: Bückelte
Samstag, 1^209.2026 ---
Sonntag, 13.09.2026: Spahnharrenstätte
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sie reden Krieg und meinen Interessen

Alles, was gesagt wird, wird von einem Beobachter gesagt.- Humberto Maturana

  • Über den Unsinn einer objektiven Bedrohung
Mann mit Geste des Zielens

Das Zitat in der Überschrift stammt vom chilenischen Neurobiologen und Philosophen Humberto Maturana. Er wollte damit auf die wissenschaftliche Erkenntnis hinweisen, dass alle Wahrnehmungen und deren Bedeutungen subjektiv sind. Das gilt auch für das Schlagwort „Bedrohung“, unter dem bei uns (mal wieder) Außen- und Sicherheitspolitik betrieben wird. Das Gefährliche einer Objektivierung dieses Begriffes besteht darin, dass er missbraucht werden kann. Den Begründern unserer Verfassung muss dieser Umstand 1949 bewusst gewesen sein, denn sie haben auf die Aufnahme von Notstandsgesetzen in die Verfassung Abstand genommen. Wie wir wissen, hat der Bundestag 1968 dann doch entschieden, solche Gesetze in die Verfassung aufzunehmen. Die Maßnahmen im Abschnitt Verteidigungsfall klingen vernünftig. Sie gehen davon aus, dass Deutschland angegriffen wird oder ein Angriff unmittelbar bevorsteht. Beide Annahmen setzen stillschweigend voraus, dass es objektiv eine Bedrohung von außen gibt. Die Gefährlichkeit einer solchen Feststellung besteht darin, dass auch sie subjektiv ist und für eigene Interessen missbraucht werden kann. So hat man bei uns in der Folge des Ukrainekrieges Russland zur Langzeit-Bedrohung für Europa erklärt. Damit wird der Öffentlichkeit suggeriert, dass Herr Putin einen großen Krieg plant, um die Länder Europas in ein großrussisches Reich einzugliedern. Im Folgenden soll das Argument geführt werden, warum diese Darstellung absurd ist und dass Partialinteressen dahinterstehen könnten, wenn man Russland zur Bedrohung erklärt.

  • Die Irrationalität eines Krieges in Europa

Sicher ist, dass die militärische Eroberung Europas genauso wie die militärische Verteidigung gegen eine solche Aggression in den Bereich irrationellen Denkens gehören. Ein großer Krieg in Europa wäre das Ende von Europa und das nicht nur wegen einer möglichen Eskalation in einen Nuklearkrieg. Man kann davon ausgehen, dass von der ersten Stunde des Krieges an taktische Nuklearwaffen eingesetzt werden würden. Die Doktrin-Dokumente der Amerikaner und Russen lassen keinen Zweifel daran. Man kann auch davon ausgehen, dass sich die politischen Verantwortlichen hüben wie drüben darüber bewusst sind und den Krieg nicht wollen. Da stellt sich die Frage, warum beide Seiten in Europa bei der Verfolgung ihrer Interessen auf militärische Gewalt setzen. Die russische Absicht in Bezug auf die Ukraine ist bekannt und nachvollziehbar. Die westliche Absicht, die unter Hinweis auf eine russische Bedrohung massive Aufrüstung betreibt, bleibt im Dunkeln. Der Hinweis auf Abschreckungsfähigkeit ist wenig glaubwürdig, denn die bedeutet, dass man in der Lage und willens sein will, wenn nötig, einen Krieg gegen Russland zu führen und zu gewinnen.

  • Die Ohnmacht der europäischen NATO-Staaten

Die Erfahrung vergangener Kriege hat gezeigt, dass allein die USA in der Lage sind, einen solchen Krieg zu führen. Er bedeutet nämlich, Armeen in einer Größenordnung von 500 000 Mannstärken zu führen und alle Fähigkeiten, die man in einem modernen Krieg braucht, koordiniert zum Einsatz zu bringen (siehe Irak-Kriege). Dazu gehört, die Kräfte in das Einsatzgebiet zu verlegen und sie im Kampf rund um die Uhr auf unbegrenzte Zeit zu versorgen (Munition, Treibstoff, Wasser, Reserven). Die europäischen NATO-Staaten wären dazu, auch nach Jahren der Vorbereitung, nicht in der Lage. Würde man es versuchen, könnte ein solcher Aufwand das Ende unserer Zivilgesellschaften bedeuten (Siehe Missbrauch der Notstandsgesetze). Wenn also die Aufrüstung nicht dem Zweck eines Krieges dienen soll, welche Interessen könnten dann dahinterstecken? – Die Antwort ist trivial. Es sind die altbekannten, die man hinter jedem Krieg der Neuzeit wiederfindet.

Vorgetäuschte und legitime Interessen -

  • Moral und Recht

Der deutschamerikanische Politikwissenschaftler Hans-Joachim Morgenthau schrieb in seiner Theorie des politischen Realismus, dass die Weltpolitik ein ständiger Kampf um Macht ist. Staaten handeln egoistisch, um ihr eigenes Überleben in einem Staatendschungel zu sichern. Das nationale Interesse steht im Mittelpunkt allen staatlichen Handelns. Er stellt ausdrücklich fest, dass Moral und Recht für sich kein Interesse sein können, gleichwohl jeder Staat gut daran tut, sich daran zu halten. Sie seien Voraussetzung für die friedliche Lösung von Konflikten, die noch am ehesten Sicherheit und Wohlstand für alle sichern könnten. Wegen ihnen Krieg zu führen ist absurd. Sich dabei auf Moral und Recht zu berufen ist Heuchelei. Kriege des Westens in der Neuzeit haben darauf auch wenig Rücksicht genommen.

  • Wirtschaftsinteressen

Die Unterstützung der Ukraine mit Waffen hat zu einem Auftragsboom bei den Rüstungsunternehmen geführt. Durch die Ausrufung einer Bedrohung durch Russland wurde das Geschäft erst richtig angekurbelt. Waffenexporte winken. Die Auftragsbücher sind auf Jahre voll. Die zu erwartenden Gewinne gehen in die Milliarden.

  • Militärinteressen

Nach dem Ende des Kalten Krieges und damit dem Wegfall des Warschauer Paktes gab es keine Bedrohung mehr. Damit wurde die proklamierte Friedensdividende zur einzigen Bedrohung für die Bundeswehr. Sie wurde geschrumpft, von 500 000 Soldaten im Jahr 1990 auf ihren geplanten Endzustand von 180 000 Soldaten im Jahr 2013. Dank der neuen (alten) Bedrohung geht es jetzt wieder aufwärts. Man plant eine Aufstockung auf 260 000 Soldaten. Am härtesten hatte die Friedensdividende das deutsche Heer getroffen. Von einst 4000 Kampfpanzern wurde es auf unter 400 reduziert. Auch hier ist dank Bedrohung wieder Wachstum in Sicht. Nicht zuletzt bedeutet es auch eine Erhöhung der Generaldienstposten.

  • Politikinteressen

Der einstmalige US-Präsident George W. Bush stellte einmal die Frage: Wenn ich Europa anrufen will, wen rufe ich da an? Sie war eine Umschreibung der Führungslosigkeit auf dem alten Kontinent. Sie dauert bis heute an. Trotz aller Bemühungen der Kommission, ein politisches Führungsgremium zu sein, ist die EU ein Verwaltungsapparat geblieben. Gerade im Bereich Sicherheit und Verteidigung haben sich die einzelnen Nationalstaaten Europas (mit Ausnahme von Frankreich) bisher immer der Führungsrolle der USA anvertraut. Diese Ordnung ist durch die Präsidentschaft von Donald Trump mehr als ins Wanken gekommen. Um sie zu neuem Leben zu erwecken, braucht es in Europa eine starke Führungsmacht, die international Gewicht hat und besonders von den USA als solche akzeptiert wird. Dabei spielt militärische Stärke eine wichtige Rolle. Bundeskanzler Merz, der innenpolitisch nicht nur durch das Erstarken der AfD unter Druck steht, könnte durch Aufrüstung Deutschland in diese Führungsrolle bringen und damit an Ansehen gewinnen. Seine Äußerung, Deutschland zur stärksten Militärmacht Europas zu machen, bestätigt diese Annahme. Die Bedrohungskarte zu spielen könnte sicherheitspolitisch zu einem Einigungsimpuls in Europa führen, dem sich auch Großbritannien und Frankreich nicht entziehen könnten. So aufgestellt könnte man einem US-Präsidenten auf Augenhöhe begegnen und vielleicht in ferner Zukunft eine nachhaltige Sicherheitsstruktur in Europa schaffen.

  • Experten

In den vergangenen Jahren des Ukrainekrieges haben uns die Medien immer wieder mit unzähligen Expertenmeinungen bombardiert. Alle können nur subjektiv sein. Oft kann der Laie nicht entscheiden, ob eine Darstellung den Tatsachen entspricht bzw. eine Bewertung angemessen ist. Hier sind drei Weisen, mit Äußerungen von Experten umzugehen.

  • Wenn sie einem total gegen den Strich gehen, zuhören.
  • Wenn der Begriff „objektiv“ fällt oder der Satz „das ist so“, misstrauen.
  • Wenn Konfrontation und Aufrüstung als alternativlos angepriesen werden, abschalten.

In diesem Sinne unterwerfe ich meinen Artikel gern Ihren Bewertungen und freue mich auf Fragen in der Sache und noch viel mehr auf Kritik und Diskussionen. [Ulrich Scholz, erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Bundesweiter Warntag am Donnerstag, den 10.09.2026

Sirene auf der Wippinger Mehrzweckhalle

Am Donnerstag, den 10.09.2026 findet der jährlich wiederkehrende bundesweite Warntag statt. Die Auslösung der Sirenen erfolgt zentral durch die Leitstelle. Um 11:00 Uhr ertönt der Warnton “Warnung“ und um 11:45 Uhr der Warnton “Entwarnung“ über die Sirenen.

Signalfolge:
11:00 Uhr: Warnung: 1 Minute auf- und abschwellender Heulton
11:45 Uhr: Entwarnung: 1 Minute Dauerton

Zusätzliche Warnmittel: Zusätzlich werden Warnmeldungen über das Modulare Warnsystem (MoWaS)  über die Warn-Apps "NINA" (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) und "KATWARN"  und das sogenannte Cell Broadcast (automatische Versenden von Warnungen an Mobilfunkgeräte) ausgelöst.

Auf der Homepage des Landkreises Emsland findet ihr unter der Rubrik „Wirtschaft und Struktur“ einen interaktiven Viewer, der zeigt, welche Sirenen in Eurer Umgebung im Ernstfall oder zu Übungszwecken ausgelöst werden.

Weitere Informationen zum bundesweiten Warntag findet Ihr auch auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): www.warnung-der-bevoelkerung.de [Marlies Berling]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 07.09.2026 bis Freitag, den 11.09.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53), Renkenberge – Wahn (K168) und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Jan Deters kandidiert auf der Liste der Linken im Wahlbereich Dörpen/Nordhümmling/Rhede

Bei diesem Beitrag handelt es sich um Wahlwerbung in eigener Sache.

Jan Deters
Stimmzettel Wahlbereich 2

Angesichts von nicht gekannten Angriffen auf unsere soziale Sicherheit, die als Renten-, Krankenversicherungs- oder allgemeine Sozialreformen verkauft werden, möchte ich dem Widerstand entgegensetzen, da, wo das Leben tatsächlich stattfindet: vor Ort. Ich habe mich deshalb entschlossen, im Wahlbereich 2, der die Samtgemeinde Dörpen, die Samtgemeinde Nordhümmling und die Gemeinde Rhede umfasst, auf der Liste der Linken für den Kreistag zu kandidieren.

Die Aufrüstung und das Anheizen des Krieges in der Ukraine sind nicht nur ein Talkshowthema. Sie sind eine reale Bedrohung. Wir erleben sie dadurch, dass das Geld fehlt für Schulen, für Straßen, für den Öffentlichen Nahverkehr, für eine ortsnahe Gesundheitsversorgung und kulturelle Angebote. Im schlimmsten Fall erleben wir die Aufrüstung dadurch, dass unsere Freunde und Kinder als Wehrpflichtige an ihrem Leben bedroht sind oder dass wir Ziele in einem heißen Krieg werden. Die Landkreise, das Gesundheitssystem und auch die Bildungseinrichtungen werden von den Kriegstreibern in ihre Kriegsvorbereitungen einbezogen. Dagegen müssen wir uns wehren.

Als gebürtiger Wippinger habe ich mich mit den Bürgern meines Heimatortes gegen die Zerstörung unserer Dörfer durch eine Atommüll-Wiederaufbereitungsanlage und ein Atommüllendlager gewehrt. Und wir hatten Erfolg. Auch als versucht wurde, die Klimakrise zu ignorieren und in Dörpen ein Kohlekraftwerk zu bauen, war ich mit vielen Aktiven dabei, diesen Irrweg zu verhindern.

Mit dem Dorf-Blog Hallo-Wippingen.de kommentiere ich seit 25 Jahren das Zeitgeschehen. Doch jetzt glaube ich, dass es nötig ist, aktiv den Sozialstaat und die kommunale Selbstverwaltung vor denen in Schutz zu nehmen, die im Verbund mit den Rüstungskonzernen unser aller Leben in ihren Dienst nehmen wollen.

Als gesetzlicher Betreuer habe ich täglich mit denjenigen zu tun, die wegen Behinderung und Erkrankung auf den besonderen Schutz der Gemeinschaft angewiesen sind. Das schärft den Blick dafür, was es bedeutet, wenn es keine bezahlbaren Wohnungen gibt, wenn Anträge nicht rechtzeitig bearbeitet werden, wenn keine Busse fahren, wenn es keine Arzttermine gibt. Der Landkreis kann hier Vieles erreichen, und das sollte auch im Interesse der Bürger ausgeschöpft werden.

Ich bitte Sie also um Ihre Stimme bei den Kreistagswahlen am 13. September. [jdm bzw. Jan Deters]

Erinnerung: Tag des alten Handwerks am 6. September

Das Wippinger Heimatmuseum lädt zum dritten Tag des alten Handwerks ein. Am 6. September von 13 bis 17 Uhr gibt es auf dem Heimathof wieder viele Angebote und Mitmachaktionen. Und Kaffee und Kuchen im Heimathaus dürfen natürlich auch nicht fehlen. [Christel Sievers]

Erinnerung: Antikriegstag 2026 – Friedensfähig statt kriegstüchtig! – DGB lädt zur Kundgebung zum Antikriegstag

Zum Gedenken und Mahnen findet zum Antikriegstag am Sonntag, den 06.09.2026, um 18.00 Uhr, an der Begräbnisstätte KZ Esterwegen (an der B 401) die Mahnveranstaltung und Kranzniederlegung des DGB statt. Nach einer Begrüßung durch den DGB-Kreisverbandsvorsitzenden, Andreas Kuper, gibt es eine von Rede Corinna Bittner, Leiterin Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager. Zur musikalischen Untermalung werden Dita&Patrick spielen." [PM DGB]

Messstelle Neubörger zeigt sehr niedrigen Grundwasserstand

Grundwassermessstelle in Neubörger

Im Rahmen seiner Tätigkeiten als Gewässerkundlicher Landesdienst Niedersachsens (GLD) betreibt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zahlreiche Grundwassermessstellen in ganz Niedersachsen, die je nach Fragestellung unterschiedlichen Messnetzen und Messprogrammen innerhalb des Gewässerüberwachungssystems Niedersachsen (GÜN) zugeordnet sind.

Eine Messstelle  befindet sich im Ortskern von Neubörger in der Nähe der Mehrzweckhalle. Für diese Messstelle zeigt die im Internet einsehbare Tabelle der Messwerte aktuell (aber auch in den Tagen zuvor) die Klassifikation „sehr niedrig“, konkret 2,57 m unter Geländeoberkante (GOK). Damit liegt der Grundwasserstand aktuell 10 cm niedriger als vor einem Jahr, als der niedrigste Wert Anfang September 2,47 m betrug.

Die Einstufung „sehr niedrig“ gilt zurzeit für 100 von 161 Messstellen in Niedersachsen. Konkret bedeutet dies, dass der aktueller Tageswert 15 % niedriger liegt als der Mittelwert des jeweiligen Monats im Referenzzeitraum, also im Zeitraum 1991-2020.

Wir haben beim NLWKN nachgefragt, warum die Messstelle „Wippingen“ nicht in den veröffentlichten Daten erscheint. Diese wurde im Jahr 2018 erbaut und ist seitdem im Landeseigentum, wird uns dazu mitgeteilt. Der Filter befindet sich 7,89 – 9,89 m unter der Geländeoberkante. Sie ist als Landesmessstelle in den Programmen „Grundwassergüte“ und „Grundwasserstand“ geführt. Im Rahmen der Messstellenauswahl zum landesweiten Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ wurde auch diese Messstelle hinsichtlich ihrer Aufnahme in das Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ überprüft und bewertet. Aufgrund der dargestellten hohen fachlichen Anforderungen wurde die Messstelle „Wippingen“ nicht in das landesweite Messprogramm „Klima-Grundwasserstand“ integriert. Diese Messstelle verfügt nicht über einen entsprechend langen und zusammenhängenden Beobachtungszeitraum (Datenreihe), der nach bundesweiten Vorgaben in der Regel 30 Jahre und mehr für das genannte Messprogramm betragen soll. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]