Ei pardauz, jetzt haben wir gestern unser 25jähriges Jubiläum übersehen! Am 18. Oktober 2001 schaltete Helmut Frericks Hallo-Wippingen online. Zunächst veröffentlichten wir noch unter dem Namen Wippingen.de. Das hat dann nicht jedem gefallen, weil unsere Seite damit quasi einen offiziellen Charakter annahm. Aber das wollten wir selbst auch nicht.
Hallo-Wippingen sieht sich weiter den Wippingern und der Dorföffentlichkeit verpflichtet. Gleichzeitig sehen wir uns aber auch als meinungsstarkes Themenportal mit den Schwerpunkten Lokales, Lokalgeschichte, Service, Friedenspolitik und Sozialpolitik. Selbstkritisch müssen wir leider feststellen, dass die Lokalgeschichte in letzter Zeit etwas ins Hintertreffen geraten ist. Hier handelt es sich um ein zeitintensives Feld. Wir versprechen aber Besserung.
Wir waren am Anfang stolz, als wir die Schwelle von hundert LeserInnen täglich überschritten hatten. Mittlerweile zeigt uns der Zähler des Providers andere Zahlen an. Im September 2026 hatten wir im Durchschnitt täglich 6006 verschiedene LeserInnen; am 2. September waren es 3.831 LeserInnen, am 27. September waren es 10.769.
Hallo-Wippingen entsteht ehrenamtlich. Wir danken den VertreterInnen der Vereine und Gruppen, die Hallo-Wippingen mit ihren Beiträgen und Hinweisen erst möglich machen. Wir freuen uns über jeden Leser und jede Leserin und sind dankbar für jedes Lob und jede Kritik. [jdm]
Die niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen), hat Anfang Oktober 2026 eine Änderung der Verordnung zur Durchführung des Niedersächsischen Jagdgesetzes erlassen. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Wolfsabschüsse bis Ende Februar möglich. Ist für die Tierart Wolf ein revierübergreifender Managementplan aufgestellt worden, so darf die Jagd auf die Tierart Wolf nun ausgeübt werden
1. als Schnellabschuss von Wölfen jeden Alters vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar oder 2. in einem Interventionsgebiet a) auf Jungwölfe vom 1. Juli bis zum Ablauf des Monats Februar und b) auf die übrigen Wölfe vom 1. November bis zum Ablauf des Monats Februar. Hierzu enthält die Verordnung vom 6. Oktober 2026 weitere Detailinformationen.
Für aktive Jäger werden die Veränderungen bei Gänsen eher von praktischer Bedeutung sein: Nilgänse dürfen nun vom 16. Juli bis 31. Januar geschossen werden (zuvor 16. Juli – 15. Januar) Jungnilgänse sind sogar ganzjährig für die Jagd frei.
Wenn Wildgänse aufgeschreckt werden, verursacht der fluchtartige Start hohe Energieverluste, die über weitere Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden müssen.
Bei Grau- und Kanadagänsen verlängert sich die Jagdzeit vom 16. Juli bis 15. Februar (zuvor 16. Juli – 15. Januar). Damit werden wir zukünftig bis Mitte Februar beobachten können, wie Hobbyjäger Scharen von Wildgänsen aufscheuchen, um vielleicht einige wenige Tiere zu erlegen. Dabei werden sicherlich viele Gänse angeschossen und später unter Qualen verenden.
Die aufgescheuchten Tiere müssen den unnötigen Energieverlust durch zusätzliche Futteraufnahme ausgleichen, womit Schäden in der Landwirtschaft erhöht werden können. Lässt man die Gänse dagegen in Ruhe auf abgeernteten Maisflächen nach Futter suchen, halten sich die Schäden in Grenzen. Hierzu erinnern wir an unseren Beitrag vom Januar 2026, in dem wir über die Gänsejagd in Neubörger kurz vor Ende der Jagdzeit berichteten.
Die Tierschutzorganisation Peta hat uns zur Änderung der Jagdzeiten in Niedersachsen folgende Stellungnahme übermittelt: „Wir sind nach der schwachen Reform des Landesjagdgesetzes im Juni dieses Jahres abermals enttäuscht von der Landesregierung, dass die Jagdzeiten für Gänse sowie die Tötung von Wölfen ausgeweitet wurden. Sämtliche Maßnahmen lehnen wir aus Tierschutzsicht ab, sie sind auch aus fachlicher Sicht unsinnig. Wir werden uns weiterhin für die Abschaffung der Hobbyjagd einsetzen. Anstatt den Jägern und ihrer Lust am Töten noch weiteren Spielraum zu geben, sollte die Landwirtschaftsministerin Staudte lieber das Staatsziel Tierschutz im Blick haben und das Töten ohne vernünftigen Grund untersagen.“ [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Der finnische Forst-, Holz-, Zellstoff- und Papierkonzern UPM, zu dem Nordland Papier in Dörpen gehört, hat seine Bioraffinerie in Leuna (Sachsen-Anhalt) offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage sei auf eine Jahreskapazität von 220.000 t ausgelegt, teilte das Unternehmen mit. Die Gesamtinvestition beziffert UPM auf 1,37 Mrd. Euro.
Nach Unternehmensangaben sind die enzymatische Hydrolyse und die Herstellung ligninbasierter Spezialchemikalien inzwischen stabil angelaufen. Die Anlage verarbeitet Buchenholz aus Durchforstungen und Sägewerksreststoffe aus einem Umkreis von rund 200 km. Bei der enzymatischen Hydrolyse wird die Biomasse in Industriezucker und Lignin zerlegt. Diese dienen als Rohstoffe für die Chemieindustrie und können fossile Vorprodukte ersetzen.
Allerdings verlief in Leuna nicht alles wie geplant. Anlässlich eines Besuchs des Bundespräsidenten im Sommer 2021 auf der Baustelle in Leuna berichtete UPM am 23. Juni 2021, dass dort ab 2023 produziert werden solle, also verzögerte sich der Start der Produktion um drei Jahre. Auch die Kosten liefen aus dem Ruder: Statt der geplanten 550 Millionen Euro wurden es schließlich mehr als doppelt so viel. Auf der Homepage des MDR findet man hierzu einen Bericht. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Wer hat noch ein funktionsfähiges Smartphone herumliegen, das er zur Verfügung stellen kann. Ich suche für Betreute funktionsfähige Smartphones. Die Personen haben als Pflegeheimbewohner nur ein Taschengeld und können sich keine Geräte kaufen.
Die Smartphones sollten noch WhatsApp-fähig sein und man sollte mit ihnen telefonieren können. Weitere Anforderungen bestehen nicht. Vor der Abgabe sollten sie auf Werkseinstellung zurückgestellt werden, so dass alle bisherigen Daten gelöscht sind. Hierbei kann aber auch Hilfestellung geleistet werden. Bitte melden bei deters.wippingen@gmx.de. [jdm]
Die Tagesschau hat es heute in der Ausgabe um 20.15 Uhr fertig gebracht, darüber zu berichten, dass in Berlin die Parteien Die Linken, Die Grünen und die SPD eine gemeinsames Sondierungspapier beschlossen haben, das Grundlage für Koalitionsverhandlungen sein soll, ohne auf den Inhalt des Sondierungspapiers einzugehen.
Stattdessen kaute die Tagesschau die Antisemitismus-Verleumdungen gegen die Linken wieder. Und berichtete ausführlich, warum die Parteispitzen von SPD, Grünen und Union diese Einigung ablehnen.
Das Sondierungspapier enthält nicht das, was die Wähler der Berliner Linken gewollt haben, aber es ist immerhin ein Papier, das die Politik endlich mal wieder eine andere Richtung zu einem Mehr an Lebensqualität und Sicherheit für die Arbeiterklasse bringt. Kein Wunder, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf dem Karrieristentreffen der Jungen Union schäumte.
Die Situation der Mieter steht im Mittelpunkt des Papiers. Die Verhandler haben festgehalten, dass eine Vergesellschaftung ein Mittel sein kann und bei dessen Umsetzung die Vorarbeiten des Volksentscheids einbezogen werden sollen - allerdings soll das Gesetz erst 2028 kommen. Und die SPD und Grünen haben hineinverhandelt, dass die Anwendung bei privaten Unternehmen erst ab 10.000 Wohnungen gilt, nicht bei 3.000, wie der Volksentscheid und die Linken gefordert hatten. Bis dahin wird die Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) wohl das grundgesetzwidrige Gesetz unter Dach und Fach haben, mit dem sie den Grundgesetzartikel 15 zur Vergesellschaftung außer Kraft setzen will.
Immerhin: Das Sondierungspapier will 100.000 neue Wohnungen schaffen, aber nicht wie bei der Rechten üblich allein durch Ausweisung von Baugebieten und Abschaffung von Umweltschutz und sonstigen Bauvorschriften, sondern mindestens die Hälfte des Neubaus soll durch landeseigene Wohnungsunternehmen und gemeinwohlorientierte Akteure erfolgen. Dazu will die neue Koalition ein öffentliches Wohnungsbauprogramm starten.
Auch Klimaschutz findet endlich mal wieder Erwähnung, der Nahverkehr soll verbessert werden und bezahlbar bleiben. Und Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen sind ebenfalls ein Thema.
Die Parteizentralen werden weiter versuchen, diese Einigung schlecht zu reden. Wenn Söder von einer Brandmauer gegen Links spricht, dann meint er im Eigentlichen eine Brandmauer gegen Arbeiterforderungen. Er möchte nicht, dass von links seine Sozialabbaupläne und der Umbau Deutschlands in eine militaristische Kriegsmaschine behindert wird. Die - wenn auch noch zaghaften - Pläne von Rot-Rot-Grün in Berlin könnten die uneingeschränkte Machtübernahme des militärisch-industriellen Komplexes in Deutschland bremsen. [jdm]
Steinblöcke versperren nun die Zufahrt zum Seitenkanal in Kluse
Nachdem es am Seitenkanal Gleesen-Papenburg in Kluse im Bereich der ehemaligen Badestellen mehrmals zu Sandentnahmen aus dem Kanaldamm gekommen war, hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee (WSA) die Zufahrt im Jahr 2022 mit drei Pfosten versperrt. Im Sommer 2026 wurde dann der mittlere Pfosten an der Ostseite des Kanals am Boden abgesägt (s. a. unseren Bericht vom 9. September 2026).
Das WSA Ems-Nordsee wolle deshalb eine von der bisherigen Ausführung abweichende, geeignetere Barriere an dieser Stelle errichten, wurde uns von dort mitgeteilt. Dies ist nun geschehen: An beiden Seiten des Kanals versperren jeweils drei Gesteinsblöcke zusätzlich die Zufahrt zum Kanal.
Diese Maßnahme erscheint auch uns geeigneter als die bisherigen Pfosten. Damit könnte man sicherlich auch das Befahren des Kanaldamms an anderer Stelle verhindern. Beispielsweise sind an der westlichen Kanalseite südlich der Neudörpener Straße immer wieder Fahrzeuge von Anglern auf dem Damm zu sehen, obwohl hier das Angeln wegen der im Kanal vermuteten Munition aus dem Zweiten Weltkrieg verboten ist. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
In unserem Artikel vom 12.10.2026 war zu lesen, dass sich die Preise im Straßenbau im Vergleich von August 2025 und August 2026 um fast 7 % erhöht haben; dies hatte das Statistische Bundesamt ermittelt. Wir haben in der Verwaltung nachgefragt, ob, und ggf. wie sich diese Kostensteigerung auf in Dörpen geplante Baumaßnahmen auswirken.
Der Edeka-Kreisel in Dörpen wird später als geplant umgebaut
Offenbar musste eine größere Baumaßnahme insgesamt wegen unerwartet hoher Kosten verschoben werden, haben wir erfahren. Laut Verwaltung wird in diesem Jahr die geplante Neugestaltung des Kreisverkehrs beim Edeka-Markt nicht umgesetzt. Für diese Maßnahme, die laut Haushaltsplan 2026 als Ergebnis eines einige Jahre zuvor beschlossenen Verkehrskonzeptes umgesetzt werden soll, waren Kosten von 490.000 € veranschlagt worden.
Im Frühjahr dieses Jahres fand eine Ausschreibung der Baumaßnahme statt, die jedoch nicht zu zufriedenstellenden Ergebnissen führte. Es gab nur einen Bieter, dessen Angebot deutlich über der Kostenschätzung lag. Deshalb wurde die Ausschreibung aufgehoben. Dieses Ergebnis hänge sehr wahrscheinlich damit zusammen, dass sich die Auslastung in der Tiefbaubranche nicht zuletzt wegen der staatlichen Investitionsprogramme deutlich verbessert habe, führt die Verwaltung als Erklärung an.
Was sind nun die Folgen? Bei einer angenommenen Kostensteigerung von 7 % würden sich zusätzliche Kosten von etwa 34.000 Euro ergeben. Die Verwaltung sieht eine Erhöhung der Kosten für den Kreisel allerdings nicht in diesem Umfang auf sich zukommen.
„Wir gehen in diesem Einzelfall sicher davon aus, dass eine erneute Ausschreibung zu einem günstigeren Zeitpunkt zu deutlich besseren Ergebnissen führen wird“, lautet die optimistische Einschätzung der Verwaltung. Neben dem allgemeinen Preisniveau spiele auch die Auslastung der regionalen Bauwirtschaft zum jeweiligen Ausschreibungszeitpunkt eine wesentliche Rolle für die Preisbildung. Die einfache Logik der Verwaltung scheint zu lauten, dass weniger Aufträge für die Bauwirtschaft niedrigere Preise ergeben.
Doch zurzeit ist nach unserer Einschätzung wohl nicht von einer Verschlechterung der Auftragslage im Straßenbau auszugehen. Und auch die Verwaltung bleibt vorsichtig optimistisch: Ob die Kostenschätzung angepasst werden müsse, sei zum jetzigen Zeitpunkt schwer einzuschätzen. Jedenfalls gehe man nicht davon aus, dass eine etwaige Kostensteigerung Ausmaße erreicht, die die Finanzierung der Maßnahme generell gefährden würde. Gleichwohl bleibe der Straßenbau in der Gemeinde Dörpen eine Daueraufgabe. Vor diesem Hintergrund seien größere Preissteigerungen natürlich immer unerfreulich und eine Herausforderung. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Wenn Worte zu Bildern werden und Kinder zum Lernen begeistern
Ohne Begeisterung gibt es kein Lernen
Seit geraumer Zeit liest man immer wieder Nachrichten aus skandinavischen Ländern, die darüber berichten, dass man die Gestaltung des Schulunterrichts ändern will. Man ist zu der Überzeugung gelangt, dass die Digitalisierung des Unterrichts beim Lernen eher hinderlich sei und will wieder zurück zu Büchern, Papier und Bleistift. Besonnene Stimmen weisen zurecht daraufhin, dass die Wahl der Lehrmittel nicht ausschließlich sein darf. Für den Lehrer gilt zu entscheiden. Wann ist es besser auf Computer, Laptops, das Internet und Lernprogramme zurückzugreifen, und wann sollte man Bücher lesen und Aufgaben handschriftlich anfertigen lassen? – Mit der „richtigen“ Antwort ist es wie bei den Führungsstilen. Soll man einfach anordnen, soll man eine Vorgehensweise diskutieren oder soll man die Schüler einfach machen lassen? - Es kommt darauf an. Die für unser Schulsystem typische Diskussion darüber lässt eines außer Acht. Gleichgültig, welches Lehrmittel als das „Richtige“ befunden wird, gilt es für einen Lehrer zuallererst, den Kindern Lust auf das anstehende Thema zu machen. Denn ohne sie wird Lernen sehr schnell zu einer für Kinder ekeligen Dressur. An zwei Beispielen soll eine altbewährte Methode vorgestellt werden, mit der man Kinder begeistern kann. - Geschichten erzählen. -
Mogli – Der beste Reiseführer durch Indien
Im Geografie-Unterricht einer 7. Klasse ist „Indien“ das Thema. Im Erdkundebuch wird das Land anhand von Überschriften wie Bevölkerung, Geschichte, Klima, Flora und Fauna u.a. in zusammengefasster Textform vorgestellt. Am Ende des Kapitels stehen Fragen, die die Schüler unter Nutzung des Buches in schriftlicher Form beantworten sollen. Wie die Erfahrung zeigt, ist die Begeisterung für diese Arbeit nicht sehr groß. Das Thema interessiert sie nicht, und mit der Hand schreiben mögen sie schon gar nicht. Da taucht dann sehr schnell die Frage auf, warum sie das machen sollen. Die typischen Lehrer-Antworten sind dann autoritär und töten jede Motivation, sich mit dem Thema beschäftigen zu wollen. „Weil ich das sage“ oder „weil es in der nächsten Klassenarbeit drankommt“. Eine solche Situation stand mir in einer 7. Klasse Gymnasium bevor. - Zur Einführung hatte ich „das Dschungelbuch“ von Rudyard Kippling mitgebracht und las den Kindern die Geschichte von Rikki-Tikki-Tavi vor. Sie handelt von einem Mungo, der in Indien zum Schutz gegen Giftschlangen in Haushalten gehalten wird. Rikkis Aufgabe bestand darin, die Kinder des britischen Haushaltes vor einem Kobrapaar zu beschützen, das in Haus und Garten Schrecken verbreitete. In der Handlung tötet der Mungo beide Schlangen in einem wilden Kampf und vernichtet deren Brut. Für die Schüler, die das Dschungelbuch nur in der süßen Disney-Version kannten, war es ein ganz neue Erfahrung. Dass ich ihnen auch einen Youtube Clip über Mungos und Kobras gezeigt habe, war selbstverständlich. Sie wollten noch mehr Geschichten aus dem Kipplingbuch hören. Ich habe es ihnen versprochen. Die Tür zu Indien und ihrem Erdkundebuch wurde weit aufgestoßen. Sie begannen, zu verstehen und selbstständig zu denken. Geschichten, die sie berührt hatten, waren der Türöffner. Es waren keine passiven Animationserlebnisse auf dem Handy, sondern innere Bilder, die durch das Erzählen oder dem Vorlesen von Geschichten in ihnen aufgeblüht waren. Man könnte sie Fantasie nennen.
Die Bremer Stadtmusikanten – der Beginn einer Reise
Diese wichtige Entwicklung des menschlichen Hirns beginnt schon im Kindergartenalter. Eltern wissen darum, vor Allem, wenn Ihnen selbst als Kinder vor dem Einschlafen vorgelesen wurde. Leider ist dieses Ritual immer mehr eingeschlafen. Stattdessen bedient man sich digitaler Krücken, um Kinder aus der Welt des Tages in den Schlaf zu befördern. Ein Clip mit ihren digitalen Helden auf dem Laptop sind die idealen Sandmännchen. Wir haben sie in meiner Familie auch benutzt. Trotzdem haben wir immer wieder auch vorgelesen. Nicht zuletzt verlangten die Kinder danach. Als ich einmal wieder an der Reihe war, habe ich ihnen die Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten erzählt. Ich konnte Märchen erzählen, ohne sie vorzulesen, weil ich in meiner Jugend alle gängigen Märchenbücher immer wieder gelesen hatte. Die Zwillinge, damals 5 Jahre alt, hingen an meinen Lippen, wenn ich mit verstellter Stimme die Helden der Gechichte sprechen ließ. - Beim nächsten Mal war meine Frau wieder der Geschichtenerzähler. Die Zwillinge bestanden auf die Bremer Stadtmusikanten. Als es zum Happy-End kam, geschah das Unausweichliche. Im Buch heißt es: Nachdem die Räuber aus ihrem Haus vertrieben wurden, beschlossen die Tiere, in dem Räuberhaus zu bleiben und lebten dort bis zu ihrem Ende. Protest von den Kindern. Das stimmt nicht. Sie sind nach Bremen weitergezogen, wo sie herzlich aufgenommen wurden und als Musikanten bis zu ihrem Ende bleiben durften. Das war meine Version, die ich ihnen als Bremer erzählt hatte. Das Ende der Buchgeschichte hatten sie kategorisch abgelehnt. Meine Version fand später ihre Bestätigung.
Bei einem Besuch in Bremen hatte ich ihnen das Denkmal der Stadtmusikanten gleich neben dem Rathaus gezeigt. Kommentar des einen Zwilling: Siehste Mama, sie waren doch hier. Die Moral von der Geschicht. Erzählte Geschichten schlagen jedes Buch. Das bezieht sich nicht auf die Richtigkeit von Inhalten, sondern allein auf die Begeisterung, die ein begeisteter Erzähler bei ihnen auslöst. In diesem Sinne werden wir weder mit Digitaltrechnik noch mit Bücher lesen und handschriftlichen Ausarbeitungen klügere Kinder bekommen. Es reichen erwachsene Bezugspersonen wie Eltern, Großeltern und Lehrer, die davon beseelt sind, Kindern Geschichten zu erzählen. Lernen könnte ein Selbstläufer werden, den es nur noch zu moderieren gilt. - Könnte! - Der Konjunktiv ist auch hier, wie bei allen Vorhersagen menschlichen Verhaltens, angebracht. Es kann gelingen, muss aber nicht. Ein Versuch ist Kindern Geschichten erzählen, um sie zu begeistern, allemal wert. Er ist ein Zeichen von Liebe, und davon können sie nicht genug bekommen. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen: Montag, 19.10.2026: Meppen Dienstag, 20.10.2026: Klein Hesepe Mittwoch, 21.10.2026: Neumehringen Donnerstag, 22.10.2026: Papenburg Freitag, 23.10.2026: Eisten Samstag, 24.10.2026: Lingen Sonntag, 25.10.2026: Dörpen Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
194 Millionen Euro jährlich investiert der Bund in die "Frühstartrente" genannte Werbekampagne für die Aktienrente. Denn um nichts anderes handelt es sich hier. Die bis zum 18. Lebensjahr angesammelten 1440 Euro spielen für nichts ein Rolle.
Dass sich die SPD für diese maximal dumme Idee zur Verfügung stellt, zeigt, dass sie überhaupt keinen Bezug mehr zur realen Lebenswelt der Arbeiterklasse hat. Damit hatte der neue Sozialminister von der SPD auch einen maximal schlechten Start. [jdm]
Im Juli 2026 beschloss das Kabinett ein Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetz. So wird es in den politischen Beratungen genannt, rechtlich heißt es „Gesetz für den Bau und Betrieb von Infrastruktur für Zwecke der Bundeswehr (Bundeswehrbaugesetz – BwBauG)“.
Durch dieses Gesetz werden nach Einschätzung der Informationsstelle Militarisierung e. V. viele der in den letzten Jahrzehnten erarbeiteten Gesetzesvorgaben bei Immissionen, Umweltverträglichkeit, Wasserhaushalt, Wald- und Naturschutz abgeschafft, wenn die Bundeswehr sie als hinderlich erachtet.
Genehmigungsverfahren sind damit nicht mehr nötig, wenn die Bundeswehr etwas will. Windräder können nicht mehr gebaut werden, wenn die Bundeswehr ein Gebiet zum „Schutzgebiet“ erklärt. Den Waldschutz müssen sogar zivile Rüstungsunternehmen nicht mehr ernst nehmen.
Enteignungen von Immobilienhaien, damit Mieter sich ihre Wohnungen noch leisten können, findet die Bundesregierung gar nicht gut. Aber für Bundeswehrzwecke werden Enteignungen vereinfacht.
Kommunen haben nichts mehr mitzureden, wenn es um Liegenschaften der Bundeswehr geht. Das Gesetz definiert die Bundeswehraufrüstung als ein überragendes Interesse des Staates, dem alles andere nachzuordnen ist. Die Aufrüstung und die Konversion von zivilen Einrichtungen und Industriebetrieben soll jetzt schnell durchgesetzt werden, bevor sich der Widerstand dagegen entwickeln kann – bevor den Menschen klar wird, dass ihnen die Bundeswehr gerade die Butter vom Brot und in vielen Fällen auch das Brot selbst gestohlen hat.
Den meisten Menschen ist bereits klar, dass die Milliardensummen für die Aufrüstung der eigentliche Grund für die Renten- und Sozialleistungskürzungen sind. Aber noch begehren sie nicht auf, weil die Folgen noch nicht so spürbar sind. Wenn es denn so weit ist und vielleicht auch schon hunderttausende Menschen dagegen auf die Straßen gehen, wie in Spanien oder Frankreich, soll dieses „Beschleunigungsgesetz“ schon so viele Fakten geschaffen haben, dass die Kriegsvorbereitung schon geschehen ist.
Bis 2030 soll die Bundeswehr mit etwa 700 Mrd. Euro aufgerüstet werden. Angeblich soll damit unsere Sicherheit steigen. Doch wie Julia Manek im neuen Medico-Rundschreiben 03/2026 im Zusammenhang mit der Ausrichtung des Gesundheitssystems auf den Kriegsfall schreibt: „Indem die Regierung soziale Infrastrukturen und Sicherungssysteme schleift, schürt sie das Gegenteil, von dem was Resilienz (=Widerstandsfähigkeit von Menschen bei Krisen) ausmacht: Verunsicherung, Abstiegsängste und damit das Gefühl von Verwundbarkeit.“ Und: „Der militärisch-industrielle Komplex produziert die Ängste, die er reduzieren soll, letztendlich selbst. Eine Gesellschaft rüstet dann auf, wenn sie glaubt, ihre Zukunft nicht mehr oder nicht anders gestalten zu können. Statt sich also auf den Krieg vorzubereiten, geht es darum, andere Formen der kollektiven Sicherheit zu entwickeln.“ [jdm]
Vom 22.10.2026 bis 31.01.2027 zeigt Susanne Dowden aus Börger farbintensive abstrakte Malerei in zwei eigenständigen Richtungen: gestisch und geometrisch. Vertreten sind Arbeiten aus fünf Werkserien sowie ausgewählte limitierte Giclee-Kunstdrucke. Die Ausstellung wird am 22. Oktober 2026 um 18 Uhr im Ludmillenhof der Samtgemeinde Sögel eröffnet und ist zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. [jdm]
Der nächste Blutspendetermin des SV Renkenberge ist am Mittwoch, den 28. Oktober 2026 ab 16:30 Uhr im Gemeindehaus.
Da die Versorgungslage mit Blutpräparaten immer noch sehr angespannt ist, werden immer noch dringend Blutkonserven benötigt. Jeden Tag werden in Deutschland etwa 15.000 Blutspenden benötigt. Wir bitten daher um zahlreiche Teilnahme.
Ab dem 18. Lebensjahr darf jeder Blut spenden. Bitte bringen Sie einen gültigen Personalausweis mit. Da ein dringender Bedarf an Erstspendern besteht, würden wir uns freuen, wenn wir viele Spender und Erstspender begrüßen können!
Im Jahr 2027 ist der erste Spendetermin am: Mittwoch, 27. Januar 2027 ab 16:30 Uhr im Gemeindehaus. [Alwin Illenseer]
Für das Krippe und für den Kindergarten können die Kinder vom 16. bis 20.11.2026 für das Kitajahr 2027/2028 (August 2027 bis Juli 2028) angemeldet werden.
Die Geschäftsführerin der Kreisklinik in Groß-Gerau, Prof. Dr. Erika Raab, verklagt die Bundesregierung. Ihr Anliegen: ausreichend Geld für Krankenhäuser, so dass diese ihren gesetzlich vorgesehenen Versorgungsauftrag auch tatsächlich erfüllen können. Viele Krankenhäuser, vor allem der Grund- und Notfallversorgung, gehen derzeit pleite und werden nicht selten endgültig geschlossen, weil sie systematisch unterfinanziert werden. In einem Interview hatte Frau Raab das Problem mit einem Vergleich veranschaulicht: „Ich stelle meine Brötchen für drei Euro her, muss sie aber für zwei Euro verkaufen. Das daraus resultierende Defizit entsteht nicht durch schlechtes Wirtschaften, sondern durch die Systematik. Wenn ich jeden Tag hunderte Brötchen backen muss, vergrößert sich das Minus mit jedem einzelnen Gebäckstück. Die Folgen sind absehbar: Ein Betrieb, der dauerhaft unter seinen Kosten verkaufen muss, rutscht zwangsläufig in eine wirtschaftliche Schieflage.“
Die Klage von Frau Raab legt den Finger in die Wunde der Gesundheitspolitik der letzten Jahrzehnte. Die Fallpauschalenfinanzierung bewirkt seit ihrer Einführung 2004, dass es für Krankenhäuser lukrative und defizitäre Fälle gibt. Nicht der Bedarf formt also die Versorgungslandschaft, sondern finanzielle Erwägungen spielen eine Rolle. Die aktuellen Krankenhausreformen verschärfen die Lage, wie das Beispiel Brandenburg zeigt: Während dort zwischen 2020 und 2024 ein Krankenhaus geschlossen wurde, sind es seit 2025 schon sieben Kliniken, die geschlossen wurden oder akut von Schließung bedroht sind.
Warum die Finanzierung nicht ausreicht und welche Folgen das hat, zeigt ein Kurzfilm „Fehler im System: Warum Krankenhäuser pleitegehen und was dagegen hilft“. Das Video ist hier zu sehen: https://www.gemeingut.org/infothek/audiovideo/
Um der Klage von Frau Raab nicht nur juristische, sondern auch politische Aufmerksamkeit zu verschaffen, hat der Verein "Gemeingur in BüregrInnenhand" zusammenmit verschiedenen Erstunterzeichner:innen eine Petitiongestartet. Hier kann sie unterschrieben werden:https://www.gemeingut.org/faire-krankenhausfinanzierung/ Die Petition fordert: Krankenhäuser auskömmlich finanzieren, Fallpauschalen abschaffen!
Am 28. Oktober, dem ersten Tag der mündlichen Verhandlung, soll die Petition mit den gesammelten Unterschriften Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann übermittelt werden. [PM/jdm/Foto Bündnis Klinikrettung]
Gestern hat Forum-D über die Entwicklung der Baupreise auf der Grundlage der Informationen des Statistischen Bundesamtes berichtet. Uns schien interessant, ob die allgemein steigenden Preise im Bausektor sich auch auf die Bautätigkeit in Dörpen auswirkt. Unsere Anfrage an die Gemeindeverwaltung in Dörpen ergab folgende Informationen und Einschätzungen:
Nach einer aktuell erstellten Statistik hat die Gemeinde in den letzten 25 Jahren im Durchschnitt pro Jahr 18,6 Baugrundstücke verkauft. Größere Schwankungen habe es auch in der Vergangenheit (insbesondere bis 2011) gegeben, wird festgestellt. Diese Schwankungen hingen aber meist mit der Verfügbarkeit von Grundstücken und der Freigabe neuer Baugebiete zusammen, also nicht vornehmlich mit gestiegenen Baukosten, lautet die Einschätzung der Verwaltung. Einen massiven Einbruch habe es aber vom Jahr 2022 auf das Jahr 2023 gegeben.
Für das Jahr 2023 zeigt die Grafik lediglich einen Verkauf von zwei Grundstücken auf, somit ist der Bauplatzverkauf in dem Jahr fast vollständig zum Erliegen gekommen. Ursächlich war – nach Einschätzung der Verwaltung – der Ausbruch des Krieges in der Ukraine mit der Folge massiver Preissteigerungen und einem Anstieg des Zinsniveaus für Baukredite. Seitdem erholt sich der Markt offenbar, wenn auch langsam. Immerhin aber konnten im Jahr 2025 wieder 11 Grundstücke verkauft werden. Für das laufende Jahr dürften sich die Verkäufe auf einem ähnlichen Niveau einpendeln, wird angenommen. Aktuell steigende Preise und ebenfalls wieder anziehende Zinsen seien der Erholung aber nicht zuträglich, wird festgestellt.
Allerdings ist in der Verwaltungsspitze der Eindruck entstanden, dass die Menschen sich langsam anpassen, indem sie sich durch kleinere und weniger aufwändige Häuser wieder einer Finanzierbarkeit annähern. Dies stützt die Erwartung, dass die Bauplatzverkäufe langsam weiter steigen werden. Ein Niveau wie vor 2023 sei aber kurzfristig nicht zu erwarten.
Insgesamt kann von einer niedrigen Bautätigkeit in Dörpen aber nach Einschätzung der Verwaltung ohnehin nicht die Rede sein, denn: „Einen regelrechten Boom erleben wir gerade in Dörpen im Mietwohnungsbau. In erheblichem Umfang befinden sich größere Projekte in der Planung, in der Genehmigung und zum Teil ja auch schon in der aktiven Ausführung.“ Das sei ein klares Zeichen dafür, dass Dörpen als Wohnort weiter attraktiv sei und wachse. „Ein Teil der Menschen, die jetzt erst einmal in Mietwohnungen ziehen, wird den Wunsch haben, später selbst zu bauen und dazu auch wirtschaftlich in der Lage sein“, lautet die optimistische Prognose der Verwaltungsspitze der Gemeinde Dörpen [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
»Mehr als acht Stunden zu arbeiten, ist keine Ausbeutung«, sagte Friedrich Merz am Dienstag beim »Arbeitgebertag« in Berlin. Sein Auftritt zeigte, dass er nicht gedenkt, aus den Wahlergebnissen irgendeine Lehre zu ziehen. Er ist bereit, jede Forderung der Arbeitgeber als alleinigen Maßstab für seine Regierung heranzuziehen. Und die wollen das Betriebsverfassungsgesetz zerschlagen, den Acht-Stunden-Tag abschaffen, Sozialversicherungsbeiträge unter 40 Prozent und eine Staatsquote bei deutlich unter 45 Prozent. Das sind per se einfach sinnlose Zahlen. Die Sozialversicherungsbeiträge zahlen die Arbeitnehmer selbst in die Versicherungen ein. Der so genannte Arbeitgeberanteil ist nichts anderes, als ein Teil der Personalausgaben. Wenn die Arbeitgeber verlangen, diese Beiträge zu senken, mischen sie sich in eine ureigene Angelegenheit der Arbeitnehmer ein. Die Sozialversicherung ist eine (zwar staatlich organisierte) Verteilungssolidarität allein unter den Beschäftigten. Die Reichen und die Unternehmer des Landes haben damit eigentlich nichts zu tun.
Die Staatsquote von derzeit 52 % ist der Anteil des Staates am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Mit der Forderung nach Senkung der Staatsquote Sozialkürzungen zu begründen, ist vollkommen fehlgeleitet. In die Staatsquote fließen auch die immensen Rüstungsausgaben, die Ausgaben für Infrastruktur allgemein und auch im besonderen für das Militär mit ein. Die Sozialleistungsquote, die alle sozialen Ausgaben umfasst, beträgt etwa 31% des BIP.
Diese Zahlenhuberei von Merz und dem Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände ist also nichts anderes, als die Forderung von massivem Lohnabbau. Und dafür braucht es aus deren Sicht das Eindampfen von Arbeitnehmerrechten im Betrieb.
Schon bisher haben Merz und die CDU anscheinend etwas bei ihrer Art der Regierungsführung überzogen. Ausgerechnet Bärbel Bas, die jede Sozialkürzung durchgewinkt hat und sogar mit einer Kampagne gegen „Sozialbetrug“ den Weg für die Kürzungsorgie bei den Sozialleistungen freischießen wollte, als Bremserin bei den „Reformen“ zu dissen, war wohl nicht so klug. Jetzt kann die SPD mit einem neuen Minister die Forderung nach einer Diskussion über das „Gesamtkunstwerk Rentenkürzung“ einbringen und sich als soziale Alternative zur CDU darstellen.
Es wird also – wie auf Hallo-Wippingen prophezeit – nicht zu einer Abschaffung der abschlagsfreien Frührente, der so genannten Rente mit 63, kommen, aber dafür sollen die anderen Kürzungen durchgezogen werden.
Dass die SPD (und die Grünen) keineswegs eine soziale Wende hinlegen möchten, zeigen sie derzeit bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin. Jetzt haben sie die Sondierungsgespräche unterbrochen, weil sie der Linken-Fraktion vorschreiben möchten, welche der gewählten Abgeordneten sie in ihrer Fraktion aufnehmen darf. Da machen die Linken einen Kotau nach dem anderen, um zu beweisen, dass sie mit Antisemitismus nichts am Hut haben, und trotzdem finden die SPD und die Grünen neue Begründungen für ihre Verleumdungen. Es geht diesen beiden Parteien unbedingt darum, zu verhindern, dass mit der Vergesellschaftung eines Immobilienkonzerns ein Beispiel geschaffen wird, dass der Staat sehr wohl etwas für die Mieter tun kann. Und es geht ihnen darum, unbedingt zu verhindern, dass dem Staat das Geld für die maßlose Aufrüstung ausgehen könnte. Dafür hat sich auch der Kriegsminister Pistorius mit seinem nationalen Gesang zum Affen gemacht. Er läuft jetzt durch das Land, um diese peinliche Show als Heldentat zu verkaufen.
Übrigens zum Argument, das Land Berlin könne es sich nicht leisten, den Immobilienkonzern Vonovia zu entschädigen: Das Land kann genau das machen, was die Immobilienhaie vorgemacht haben, nämlich Kredite aufnehmen und den Betrieb weiterführen. Das Land bekommt Kredite sogar günstiger, als die Immo-Haie. Und das Geld wäre nicht verloren (wie bei der Rüstung), sondern das Land wäre im Besitz der Wohnungen im Interesse der Bewohner der Stadt. Und wer baut die Wohnungen, wenn die Immo-Haie vergesellschaftet werden? Die sieben landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Berlins haben im letzten Jahr die Hälfte aller Wohnungen gebaut. Vonovia hat dagegen einen Neubaustopp verhängt. Die Immobilienhaie machen ihr Geschäft halt mit dem Kauf von vorhandenen Wohnungen, die dann durch rasante Mietsteigerungen eine kräftige Rendite abwerfen sollen. [jdm]
Laut Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland im August um 5,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Besonders relevant ist die Entwicklung bei Zimmer- und Holzbauarbeiten, denn ihre Preise lagen im August sogar um 7,2 % über dem Vorjahresniveau. Insgesamt lagen die Rohbauarbeiten um 5,4% höher als vor einem Jahr.
Auch Dachdeckungsarbeiten verteuerten sich mit 7,6 % überdurchschnittlich hoch. Auch im Nichtwohnungsbau setzte sich die Preissteigerung fort: Bürogebäude verteuerten sich gegenüber August 2025 um 5,7 %, gewerbliche Betriebsgebäude um 5,5 %. Auch die Kosten für Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden lagen mit einer Zunahme von 6,0 % ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau.
Die Neubaupreise für Bürogebäude stiegen zwischen August 2025 und August 2026 um 5,7 % und für gewerbliche Betriebsgebäude um 5,5 %. Im Straßenbau erhöhten sich die Preise im August 2026 gegenüber August 2025 ebenfalls deutlich um 6,9 %. (Quelle: destatis) [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]
Softskills kann man lernen, christliches Verhalten ist unsere Natur oder nicht?
Softskills als Ersatz für Nächstenliebe
Vor einigen Jahren fand bei Airbus in Hamburg-Finkenwerder eine Veranstaltung statt, auf der verschiedene Redner aus Wirtschaft, Bildung und Politik den Wechsel in der Ingenieursausbildung vom alten Diplomsystem zum Bachelor/Masterstudium als gelungen preisten. Eine Kritik wurde laut. Wegen der kürzeren Ausbildungszeit verstärkt durch den Wegfall der Wehrpflicht würden fertige Ingenieure einige Jahre jünger als bisher in den Arbeitsprozess der Wirtschaft eintreten. Das ginge im Vergleich zum alten System zu Lasten von Lebenserfahrung, die bei der Arbeit im Team unerlässlich ist. Der Kritiker hatte auch gleich eine Lösung parat. Man habe in den neuen Studiengang ein Pflichtsemester „Soft Skills“ eingeführt. Alle waren zufrieden. Das Beispiel weist auf eine Symptomatik in unserer Leistungsgesellschaft. Abläufe in der Wirtschaft müssen vorhersagbar sein. Durch den Einsatz von Maschinen und digitaler Prozess-Steuerung ist man dahingehend sehr effektiv geworden. Der einzige Störer im System der Vorhersagbarkeit ist der Mensch. Der ist nach wie vor Hirn und Herz einer Organisation. Wenn trotz stimmiger Prozesse und gut ausgebildeter Menschen kein Umsatz gemacht wird und die Kunden ausbleiben, war früher der Reflex, einen Schuldigen zu suchen und diesen zu entfernen. Seitdem die Systemtheorie im Management Eingang gefunden hat, ist man davon abgegangen und fokussiert auf Beziehungen. Soziologie und Psychologie haben dafür Kriterien aufgestellt. Dazu gehören Empathie, die Fähigkeit, sich in Gedanken und Gefühle eines anderen hineinversetzen zu können und emotionale Intelligenz, die Fähigkeit, bei Konflikten harmonisierend zu kommunizieren und zu agieren. Unter dem Schlagwort „Softskills“ bemüht man sich inzwischen in allen Bereichen der Gesellschaft, in denen Menschen leisten sollen, um Beziehungsfähigkeit. In Studiengängen sind sie Pflicht, aus Führungscoachings sind sie nicht wegzudenken, Personalentwickler der Firmen organisieren entsprechende Seminare für die Mitarbeiter, und es werden Psychologen eingestellt, die darauf achten, dass Beziehungsfähigkeit funktioniert. Alle diese Maßnahmen sind wichtig. Nicht zuletzt ermöglichen sie dem einzelnen eine Rückbesinnung auf menschliche Eigenschaften, deren Wesen Bedingungslosigkeit ist. Nächstenliebe. Ich stehe zu Dir. Toleranz. Du darfst sein, wie Du bist. Demut. Auch ich bin fehlerhaft und kann irren. Rückbesinnung deswegen, weil sie eigentlich bekannt sind. Unser Gemeinwesen basiert auf der christliche Botschaft, der sie entnommen sind. Sie ist beim Organisieren der Leistungsgesellschaft vielerorts verschütt gegangen. Man könnte sagen, dass die Idee des Christentums – bedingungslose Liebe - verschütt gegangen ist. Ein Diskurs.
Das Christentum zwischen Botschaft und Macht
Vom Philosophen Nietzsche stammen die Worte: „Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet!“ – Damit beschreibt er den Verlust des christlichen Gottes als feste Grundlage für Moral, Sinn und Wahrheit in der modernen Welt. Das Zitat sollte in Bezug zu unserem Thema anders lauten. Nicht der christliche Gott ging verloren, sondern die christliche Botschaft, Liebe.
Nach dem Kreuzigungstod von Jesus Christus wurde sie von seinen Jüngern in der damaligen römischen Welt verbreitet. Nach vielen grausamen Verfolgungen hatte der römische Kaiser Theodosius I. 380 n. Chr. das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Die Glaubensgemeinschaft etablierte sich unter dem Papst zu einer weltlichen Organisation, die unter Berufung auf Gott nach absoluter Macht strebte. Kreuzzüge, Inquisition, Religionskriege und koloniale Eroberungsfeldzüge waren die Folgen. In der modernen Welt spielt die Macht der Kirche keine Rolle mehr. Kirchenmänner und Frauen und unzählige Gläubige engagieren sich täglich weltweit im Sinne der universellen Botschaft. Und auch in den Organisationen der Gesellschaft ist christliches Verhalten jenseits alle Softskills-Programme lebendig. Das hat seinen Grund.
Christliches Verhalten ist überall gegenwärtig
Softskills lassen sich vortrefflich durch Ausbildungen, Vorträge und Seminare vermitteln. Nächstenliebe, Toleranz und Demut muss man erfahren, um sie zu verinnerlichen. Im Elternhaus und im Kindergarten machen Kinder die erste Erfahrung, die einen mehr, die anderen weniger. Mit dem Eintritt in die Schule lernen sie die Pflichten in einer Leistungsgesellschaft. Als deren Fraktal ist sie auf Leistung, Zielerreichung und disziplinierte Abläufe fokussiert. Trotz dieser straff organisierten Umgebung schaffen es gute Lehrer immer wieder, christliches Verhalten an den Tag zu legen. Bei Verstößen gegen die Schuldisziplin vermeiden sie das Strafen und Predigen, zeigen Verständnis und nehmen die Störer in den Arm (bildlich gesprochen). Die anderen nehmen das wahr. Kommt noch eine interessante Unterrichtsgestaltung dazu, kann man spätestens mit Ende der Pubertät (9. Klasse) eine Wirkung feststellen. Die Kinder kommen gern in ihren Unterricht, zeigen Neugier und halten sich weitestgehend an die Schuldisziplin. Auch im Alltag der Gesellschaft, der durch staatliche Organisationen sehr verregelt ist, begegnet einem immer wieder christliches Verhalten von Systemträgern, wie folgendes Beispiel zeigt. Als junger Soldat hatte mein Sohn auf der Rückfahrt von seiner Freundin an seinen Standort gegen Mitternacht einen Verkehrsunfall auf der Autobahn. Der berüchtigte Sekundenschlaf. Die Leitplanke war verbogen, und das Auto war Schrott. Der Unfall aufnehmende Polizeibeamte fragte ihn, was passiert sei. Die Antwort meines Sohnes: Ich bin eingeschlafen. Die Antwort des Beamten: Das habe ich nicht gehört. Du bist vom Gegenverkehr geblendet worden. Sie werden Ihre eigene Beispiele für christliches Verhalten haben. Es gibt aber auch negative Beispiele, die vornehmlich politisches Verhalten betreffen. Die sind besonders schwerwiegend, weil sie suggerieren, dass unsere gewählten Politiker weder Softskills kennen noch zu christlichem Verhalten fähig sind.
Politiker, die Unbelehrbaren
Unter dem Deckmantel, die Demokratie schützen zu wollen, versucht man seit Jahren, die AfD mundtot zu machen. Abgesehen von ewig gestrigen in dieser Partei, deren Geschwafel sich von selbst abschießt, gibt es eine Reihe von gebildeten Menschen, die vernünftig argumentieren und den Finger in die Wunde der Fehler legen, die von den etablierten Parteien in der Vergangenheit gemacht wurden. Die Arschlöcher sind immer gleich verteilt, sagte einst Lisa Fitz. Anstatt den Diskurs mit diesen Menschen und ihren Wählern zu suchen und die eigenen Fehler anzuschauen, was demokratisch wäre, werden sie persönlich diffamiert. In der Außenpolitik geht man sogar so weit, dass man Krieg und Rüstung das Wort redet und sein entsprechendes Handeln mit Moral und Recht begründet. Wenn sie Herrn Putin als Störer des internationalen Systems zu einer Langzeit- Bedrohung erklären, sind sie es auch. Sie haben bei den Verhandlungen mit den Russen vor dem Einmarsch in die Ukraine nicht nur keine Softskills erkennen lassen, sondern berufen sich auf christliche Werte, um noch mehr Öl ins Feuer des Krieges zu gießen. Diese Heuchelei erinnert an die Selbsterhöhung der Kirche des Mittelalters. Vor diesem Hintergrund kann einem angst und bange werden, wenn es um die Zukunft unserer Gesellschaft geht. Die Politiker, die sich so verhalten, die Medien, die sie transportieren und Menschen, die ihr Tun gutheißen, sind nämlich alle Kinder unserer Gesellschaft. Da schließt sich der Kreis zu unserem Thema. Können wir wirklich nicht besser? [Ulrich Scholz/ erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]
Sabine Peters-Hempen bietet jetzt in Wippingen jeweils dienstags von 20.15 Uhr bis 21.30 Uhr Bewegungseinheiten mit Yoga- und Kinästhetikelementen an. [Kathrin Richert]
Das private Geldvermögen erreicht neue Rekordwerte, zugleich bleibt der Reichtum extrem ungleich verteilt. Nach dem aktuellen Allianz Global Wealth Report besitzen die reichsten zehn Prozent in Deutschland 53,7 Prozent des Netto-Geldvermögens. Gleichzeitig sind Kürzungen bei Familienleistungen und Wohngeld geplant, hinzu kommen höhere Belastungen im Gesundheitswesen.
Der Sozialverband Deutschland fordert eine Sozialstaats-Garantie und eine gerechtere Finanzierung der sozialen Sicherung. SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier erklärt: „Wenn private Vermögen Rekordwerte erreichen, darf nicht gleichzeitig am Sozialstaat gekürzt werden. Starke Schultern müssen endlich mehr leisten. Es kann nicht sein, dass bei Familien, Kranken, Menschen mit Behinderungen sowie Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen gespart wird, während der private Reichtum weiter wächst. Wir brauchen eine gerechtere Besteuerung großer Vermögen, hoher Erbschaften, Kapitalerträge und großer Konzerngewinne sowie die Wiedereinführung der Vermögensteuer. Wer den Sozialstaat zukunftsfest machen will, muss ihn gerecht finanzieren.“
Für den SoVD bedeutet die Sozialstaats-Garantie: Soziale Sicherheit muss verlässlich und gerecht finanziert werden. Große Vermögen und hohe Einkommen müssen angemessen zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. Sozialkürzungen sind der falsche Weg. [PM SoVD]
Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen: Montag, 12.10.2026: Salzbergen Dienstag, 13.10.2026: Lengerich Mittwoch, 14.10.2026: Haselünne Donnerstag, 15.10.2026: Breddenberg Freitag, 16.10.2026: Lingen Samstag, 17.10.2026: - Sonntag, 18.10.2026: Werlte Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]
Das Emsland Archäologie Museum lädt am Dienstag, 13. Oktober 2026, von 17:30 bis 20 Uhr zu einem lockeren Spieleabend unter dem Motto „Grabungskelle trifft Spielbrett“ ein.
Beim Brettspielabend können Besucherinnen und Besucher jeden Alters Archäologie und Geschichte auf unterhaltsame Weise entdecken. Ob erfahrene Spielerinnen und Spieler oder neugierige Einsteiger, alle sind herzlich willkommen. Verschiedene Brett- und Kartenspiele laden dazu ein, gemeinsam historische Themen zu entdecken und spielerisch in vergangene Zeiten einzutauchen.
Passend zur aktuellen Sonderausstellung „Auf den Spuren der Wahrheit. 2000 Jahre Verbrechensaufklärung“ gibt es auch eine Auswahl an kniffligen Karten- und Knobelspielen rund um das Thema Detektivarbeit. Mehr dazu [Landkreis Emsland]
Der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) Landkreis Emsland verzichtet ab dem Jahr 2027 auf den bislang an alle Haushalte im Emsland verteilten Abfuhrkalender. Damit entfällt der bisherige pauschale Postversand von rund 160.000 Exemplaren. Die Abfuhrtermine für 2027 sind bereits auf der Internetseite des AWB und über die AWB Emsland APP abrufbar.
Mit der kostenlosen AWB Emsland APP können Bürgerinnen und Bürger ihre individuellen Abfuhrtermine für die Restabfall-, Bioabfall- und Papiertonnen sowie die Gelbe Wertstofftonne jederzeit auf dem Smartphone abrufen. Die App erinnert per Push-Benachrichtigung an anstehende Abholtermine – auch bei Terminänderungen oder Feiertagen. Darüber hinaus bietet sie unter anderem ein Abfall-ABC, Informationen zu Wertstoffhöfen und Zentraldeponien, Termine der Schadstoffsammlungen vor Ort, Kontaktmöglichkeiten sowie verschiedene Services rund um die Abfallentsorgung.
Die App steht für Apple- und Android-Systeme zur Verfügung. Ein persönlicher gedruckter Abfuhrkalender kann kostenlos beim AWB angefordert werden. Die Bestellung ist ab Oktober 2026 telefonisch unter der Rufnummer 05931 5996200 montags bis freitags von 8:00 bis 18:00 Uhr möglich. Der Versand erfolgt dann per Briefpost. Mehr dazu [Landkreis Emsland]
Der Vorstand des KHVs mit Wippinger Vertretern v. l.: Martin Hempen, Klaus Abeln, Hans Grönloh, Anna Heidtmann, Heinz Schulte, Gerd Conens
Circa 80 Vertreterinnen und Vertreter von 33 Heimatvereinen hatten sich am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, im Heimathaus Wippingen eingefunden, um an der Generalversammlung des Kreisheimatvereins teilzunehmen. Vor der Versammlung hatten Interessierte die Möglichkeit sich die Mühle durch Mühlenwart Heinz Schulte zeigen zu lassen. Bürgermeister Martin Hempen und Heimatvereinsvorsitzender Klaus Abeln begrüßten die Teilnehmer in Wippingen.
Blick in die Generalversammlung des Kreisheimatvereins
Der halb hochdeutsch, halb plattdeutsche Jahresrückblick des Vorsitzenden Gerd Conens bezog sich auf das Geschäftsjahr 2025, das war das Jahr, in dem der Kreisheimatverein (KHV) sein 75jähriges Jubiläum feiern konnte. Mit Freude nannte Conens die Highlights des Jubiläumsjahres und bedankte sich insbesondere bei den Niederlangenern für die Ausrichtung der Jubiläumsfeier.
Einen besonderen Schwerpunkt des Rechenschaftsberichtes bildeten die Renovierungen der beiden Mühlen in Hüven und Wippingen. Das war nicht nur wegen der finanziellen Größenordnung verständlich, sondern die Erhaltung der Mühlen im Altkreis Aschendorf-Hümmling ist wesentlich ein Verdienst des Kreisheimatvereins.
Wippinger Mühle
Die Geschäftsführerin Anna Heidtmann nannte in ihrem Kassenbericht die Aufwendungen. In Wippingen stand die Neueindeckung des Achtkants und der Mühlenkappe mit handgespaltenen Eichenschindeln an. Es wurden neue Fenster mit Eichenrahmen und Kupfereinfassung eingesetzt und am Mühlenfuß gab es eine Kupferaufkantung. Dafür mussten Genehmigungen eingeholt werden und Planungskosten übernommen werden.
Arbeiten an der Wippinger Mühle
Die Gesamtkosten von ca. 149.345 € (incl. MWSt) wurden durch LEADER-Mittel in Höhe von 50.000 € aufgebracht, ergänzt durch 20.000 € der Bingo – Umweltstiftung, von 19.750 € vom Landkreis Emsland, 19.750 € von der Gemeinde Wippingen, 20.000 € von der Volksbank Emstal und 19.350 € von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Heimatverein Aschendorf-Hümmling als Besitzer der Mühle brauchte hier selbst nur 495 € aufwenden. Die Maßnahme wird in den nächsten Tagen mit den letzten Schindeln auf der Kappe abgeschlossen werden.
Arbeiten an der Hüvener Mühle
Bei der Hüvener Mühle musste doppelt so viel investiert werden, weil doch schon lange nichts mehr gemacht wurde. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Arbeiten: Austausch Rähmbalken, Umdeckung Dachfläche, neue Wasserradwelle, neues Wasserrad, neue Galerie, neue Flügel, neuer Blitzschutz, ökologische Aufwertung des Umfeldes, barrierefreier Wanderweg, Genehmigungs- und Planungskosten.
Hüvener Mühle
Die Kosten von 311.000 € wurden auch hier durch LEADER-Mittel in Höhe von 83.000 € aufgebracht, die ergänzt wurden durch die 50.000 € der Bingo–Umweltstiftung, den 25.000 € vom Landkreis Emsland, den 12.500 € der Gemeinde Hüven, den 12.500 € von der Samtgemeinde Sögel, den 45.000 € der Niedersächsischen Sparkassenstiftung/Emsländische Sparkassenstiftung und den 50.000 € der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Heimatverein Aschendorf-Hümmling musste hier eine Eigenleistung von 33.000 € aufbringen. Auch diese Maßnahme wird in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.
Der Kreisheimatverein verfügt nur über wenige Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. Die Haupteinnahmequelle ist ein fester Zuschuss des Landkreises Emsland, der allerdings über Zuschüsse an die Mitgliedsvereine weitergeleitet wird. Conens berichtete, dass der Bürgerverein Aschendorf für ein Digitalisierungsprojekt einen Zuschuss erhalten solle. Gleiches gilt für den Heimatverein Börger, der neues Geschirr für seine Heimathäuser braucht. Der Heimatverein Sustrum Moor plant, eine historische Schiffsschaukel, wie sie früher auf Jahrmärkten gang und gäbe war, zu erwerben. Das wird vom KHV unterstützt. Die Heimatvereine der Samtgemeinde Lathen möchten einheitliche Stelen mit Hinweisschildern aufstellen; auch hier gibt der KHV seinen Zuschuss.
An den Zuschussanträgen der Heimatvereine Bockhorst und Papenburg zeigte Conens auf, welche Kriterien für Zuschüsse gelten. Deren Zuschussanträge für die Miete für ein Heimathaus und für Flyer könnten nicht befürwortet werden, weil keine Neubauten und Druckerzeugnisse bezuschusst werden „Sonst bekommen wir für jeden Heimatkalender einen Zuschussantrag.“ Die Absicht in Papenburg einen Stelenweg zur Geschichte der Stadt zu erstellen fand aber durchaus Unterstützung. Bei dem Bockhorster Antrag auf Unterstützung für die Anschaffung eines Containers bestehe noch Klärungsbedarf.
Per Akklamation wurde Hermann Ubbenjans aus Börger in den Gesamtvorstand aufgenommen. Er ist schon lange im Heimatverein Börger aktiv, erforscht die Geschichte von Börger und leitet die Familienforschung beim Heimatverein Börger.
Korinthenstuten
Die Bedeutung des Kreisheimatvereins liegt wohl weniger in seinem direkten Wirken über eigene Investitionen, sondern in seiner Funktion als Dachverband. Der Kontakt der Vereine untereinander wird gefördert und auf den Treffen werden aktuelle Themen, Probleme und gemeinsame Aktionen besprochen und untereinander abgestimmt. So war denn auch für Conens genauso wichtig wie die Versammlung selbst, dass die Teilnehmer sich die Zeit nahmen, im Anschluss noch im informellen Austausch miteinander in Kontakt zu treten.
Der Heimatverein Wippingen schenkte allen TeilnehmerInnen zum Abschied einen Krintenstuten vom Mühlenbäcker und zeigte damit, dass er ein guter Gastgeber sein wird für den Tag der Heimatvereine am 07.09.2027. Conens meinte, das dürfe für Wippingen kein Problem sein, weil ja dafür praktisch schon alles vorhanden sei. [jdm/Fotos Kreisheimatverein (9)]
Vertuscht, verdrängt, verleugnet: In den 1960ern drohte die Geschichte der Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager im Emsland und der Grafschaft Bentheim dem Vergessen anheimzufallen. Zwei junge Redakteure stemmten sich dagegen: Gerhard Kromschöder und Hermann Vinke. Ihre berufliche Laufbahn ist eng damit verwoben. In den 1960er Jahren als Redakteure der „Ems-Zeitung“ tätig, rückten sie trotz heftiger Gegenwehr vor Ort das Geschehen in den 15 Emslandlagern während der NS-Zeit und ihren prominentesten Häftling, den Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky, in ihrer Berichterstattung immer wieder in die breite Öffentlichkeit.
In einem Vortrag am Sonntag, 1. November, um 15 Uhr schildern sie in der Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, ihre Erfahrungen mit der Erinnerungsabwehr im Emsland. Die beiden jungen Journalisten bezahlten ihr Engagement gegen das Vergessen damals mit ihrem Arbeitsplatz. Doch ihr Einsatz zeigte am Ende Wirkung: Auf dem Gelände des ehemaligen KZ Esterwegen steht heute eine Gedenkstätte, in der Carl von Ossietzky einen würdigen Platz gefunden hat. „Er ist an den Ort seines Leidens zurückgekehrt, wo er als Mahner gegen die aktuell vermehrt auftretenden Feinde der Demokratie weiterwirkt“, sagt das Leitungsduo der Gedenkstätte, Dr. Sebastian Weitkamp und Dr. Martin Koers.
Foto: 6. Juli 1969, Fotograf: Hermann Vinke, Sammlung Vinke/Kromschröder, Archiv der Gedenkstätte Esterwegen
Der Vortrag findet aus Anlass des 15-jährigen Bestehens der Gedenkstätte Esterwegen statt, die im Oktober 2011 eröffnet wurde – Zeit zurückzublicken auf die nicht selten unliebsame Auseinandersetzung mit der Nachgeschichte der Emslandlager in den 1960er Jahren in der Region. Landrat Marc-André Burgdorf sowie Landrat a.D. Hermann Bröring, in dessen Amtszeit die Gedenkstätte eingerichtet wurde, werden Grußworte sprechen.
Erklärung zum links stehenden Foto vom 6. Juli 1969: Auf der Begräbnisstätte Esterwegen meißeln Mitglieder des Demokratischen Clubs Papenburg (DCP) einen Teil der Inschrift heraus. Auf dem Stein stand ursprünglich: " Zum Gedenken an die im Konzentrationslager Esterwegen umgekommenen Opfer des Nationalsozialismus. Ihre sterblichen Überreste ruhen auf der Gräberanlage in Versen." Der zweite Satz bedeutete, dass die auf dem Friedhof Esterwegen/Bockhorst liegenden Toten keine Opfer der Nazis gewesen seien, denn die lagen ja woanders, in Versen. Die damaligen Verantwortlichen, u. a. der damalige Oberkreisdirektor Tiedeken, übernahmen damit die Erzählung der Nazis, dass die Insassen in den Konzentrationslagern nur Kriminelle gewesen seien, derer man nicht gedenken müsse. [jdm/PM]
Am 29.10.2026 stellt Frau Peter aus der Buchhandlung Ulenhus Neues von der Buchmesse vor. Bei der Veranstaltung ab 19 Uhr in der Bücherei ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.
Anmeldungen werden bis zum 23.10.2026 erbeten. [Kathrin Richert]