Erinnerung: Das Zeltlager feiert 20-jähriges Bestehen

Flyer Zeltlagerjubiläum

Am Samstag ist es soweit! Wir feiern 20 Jahre Zeltlager Renkenberge-Wippingen und ihr seid alle herzlich eingeladen.

Egal, ob ihr früher selbst mitgefahren seid, aktuell dabei seid oder einfach mal vorbeischauen möchtet. Kommt vorbei, trefft alte und neue Gesichter und feiert mit uns dieses besondere Jubiläum. Ob tagsüber in Renkenberge oder ab 20 Uhr in der Mehrzweckhalle: Wir freuen uns auf einen unvergesslichen Tag mit euch! Euer Zeltlagerteam! [Marcel Ganseforth]

Linke legt Gesetz für bundesweiten Mietendeckel vor

Rechtsgutachten zum Mietendeckel

„Mieten, die drastisch sinken, sind natürlich schöne Wunschvorstellungen", sagte die Bauministerin Verena Hubertz, SPD, als Kommentar zum Vorschlag der Linken für einen Mietendeckel. "Wir brauchen faire Spielregeln am Markt, und wir brauchen auch Verlässlichkeit.“ Mehr als diese Platitüden fallen der zuständigen Ministerin angesichts unbezahlbarer Mieten und der Wohnraumknappheit für bezahlbare Wohnungen nicht ein.

Die Bundestagsfraktion der Linken hat in der vergangenen Woche ein Konzept für einen bundesweiten Mietendeckel vorgelegt und als Antrag in den Bundestag gebracht. Den Mietendeckel gab es schon mal 2020 in Berlin. Auf einen Schlag hatte diese Initiative der Linken im SPD-Linke-Grüne-Senat in Berlin die Mieten von Millionen Berlinerinnen und Berlinern abgesenkt. Doch das Bundesverfassungsgericht sprach den Ländern die Gesetzgebungskompetenz 2021 dafür ab. Seitdem gibt es den Mietendeckel in Berlin nicht mehr. Deswegen schlagen die Linken den Mietendeckel jetzt für den Bund vor. Denn da besteht ja die Gesetzgebungskompetenz.

Der Gesetzentwurf sieht vor, die Mieten sofort bundesweit einzufrieren, um Mietsteigerungen kurzfristig zu stoppen. Zweitens sollen lokale Mietobergrenzen dazu führen, die kein Vermieter weder durch Mieterhöhungen noch bei Neuvermietung überschreiten darf. Die Neuberechnung der ortsüblichen Vergleichsmiete soll die Form einer echten Durchschnittsmiete haben. Bisher fließen in die Berechnungen der Mietspiegel nur die teuren Mietverträge der letzten sechs Jahre ein. Und drittens sollen bereits überhöhte Mieten abgesenkt werden.

Um sicher zu gehen, dass das Gesetz die verfassungsrechtlichen Anforderungen an eine bundesrechtliche Regelung zur Deckelung der Wohnraummieten erfüllt, haben die Linken auch gleich ein Gutachten des Rechtswissenschaftlers Thorsten Kingreen vorgelegt, der zum Schluss kommt, dass alle vorgeschlagenen Regelungen mit dem Grundgesetz vereinbar seien. Klingreen verweist darauf, dass Grund und Boden nicht wie „eine mobile Ware“ behandelt werden könne, sondern der „Sozialbindung“ unterlägen. Das Bundesverfassungsgericht habe die Sonderstellung des Grundeigentums schon 1967 wie folgt begründet: „Die Tatsache, dass der Grund und Boden unvermehrbar und unentbehrlich ist, verbietet es, seine Nutzung dem unübersehbaren Spiel der freien Kräfte und dem Belieben des Einzelnen vollständig zu überlassen; eine gerechte Rechts- und Gesellschaftsordnung zwingt vielmehr dazu, die Interessen der Allgemeinheit beim Boden in weit stärkerem Maße zur Geltung zu bringen als bei anderen Vermögensgütern. Der Grund und Boden ist weder volkswirtschaftlich noch in seiner sozialen Bedeutung mit anderen Vermögenswerten ohne weiteres gleichzustellen; er kann im Rechtsverkehr nicht wie eine mobile Ware behandelt werden.“

Der Berliner Stadtsoziologe Andrej Holm berechnete, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen die Angebotsmieten in Berlin um die Hälfte, in Hamburg, München und Frakfurt um ein Drittel reduzieren würden. [jdm]

Lobbyranking 2026: Niedersachsen auf dem drittletzten Platz

Anlässlich der turnusmäßigen Veröffentlichung seines Lobbyrankings 2026 wirft Transparency International Deutschland e.V. einen vergleichenden Blick auf die Regeln für eine integre und transparente Politik in den Bundesländern und im Bund. Das Lobbyranking bewertet, ob und in welcher Qualität Lobbyregister, legislativer Fußabdruck, Karenzzeiten für Regierungsmitglieder und Verhaltensregeln für Abgeordnete existieren.

12 der 16 Bundesländer haben sich gegenüber dem Lobbyranking 2024 leicht verbessert. Dennoch erreichen 13 Bundesländer auch im Lobbyranking 2026 nicht einmal die Hälfte der möglichen Transparency-Kriterien. Baden-Württemberg übernimmt mit 59 % der erfüllten Kriterien die Spitzenposition im Lobbyranking 2026. Thüringen fällt aufgrund der anhaltenden Vollzugsdefizite bei Lobbyregister und legislativem Fußabdruck trotz seiner auf dem Papier weiterhin vorbildlichen Regelungen auf Platz 4 zurück. Newcomer ist Hamburg (50 %): Mit seinem neu verabschiedeten Lobbyregister, das auch Elemente eines exekutiven Fußabdrucks enthält, macht die Hansestadt 9 Plätze gut. In der Gesamtschau schneidet der Bund dank seiner Lobby- und Transparenzregeln mit 73 % weiterhin besser ab als alle Bundesländer – auch wenn insbesondere beim exekutiven Fußabdruck Vollzugsdefizite bestehen bleiben.

An den hinteren Plätzen gibt es dagegen kaum Veränderungen. Trotz leichter Verbesserungen bei den Verhaltensregeln bleibt Niedersachsen im unteren Tabellenbereich. Bremen bildet mit 15 % der erfüllten Kriterien weiterhin das Schlusslicht des Lobbyrankings. Die niedersächsische Linken-Landesvorsitzende Hilke Hochheiden kommentierte:
"Transparenz ist kein nice to have, es ist Grundlage für das Vertrauen in ordentliches Regierungshandeln. Die Einführung eines Lobbyregisters, dass nachvollziehbar macht, welche Interessensgruppen wie viele Zugänge haben und wer wie stark an Gesetzen mit schreibt, ist in Niedersachsen lange überfällig.“

Dazu Norman Loeckel, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Politik von Transparency Deutschland: „Das Lobbyranking 2026 offenbart ein strukturelles Problem: Selbst dort, wo Regelungen zur Lobbytransparenz existieren, mangelt es häufig an ihrer Umsetzung. Thüringen ist das deutlichste Beispiel – vorbildliche Regeln, die faktisch außer Kraft gesetzt sind. Doch das Vollzugsdefizit ist kein Einzelfall: Es betrifft alle exekutiven Fußabdrücke – im Bund wie in den Ländern – sowie viele der Offenlegungspflichten. Wo Verstöße ohne Konsequenzen bleiben, verlieren Transparenzregeln ihre Wirkung – und die Politik ihre Glaubwürdigkeit.“ (Quelle: Pressemitteilung Transparency International Deutschland e.V.) [HM]

Arbeitslosigkeit im Emsland leicht gesunken

Die Arbeitslosigkeit ist im Emsland im August 2026 gesunken. 7.014 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 123 Personen weniger (-2 Prozent) als im Juli und 359 Personen bzw. 5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent und war emslandweit identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent.

Auf dem ersten Blick hat sich die Arbeitslosigkeit auch im Geschäftsstellenbezirk Papenburg positiv entwickelt, denn gegenüber dem Vorjahresmonat sank der Bestand an Arbeitslosen um 9 Prozent. Dieser Rückgang wurde allerdings nicht im Monat August verzeichnet, sondern bereits im Monat Juli. Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit in Papenburg und Umgebung sogar leicht um 4 Personen gegenüber dem Juli 2026 auf 1.804 gestiegen. Sie beträgt nun 4,3 Prozent, in Sögel dagegen nur 3,2 Prozent. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Tag des Offenen Denkmals: Wippinger Mühle kann besichtigt werden

Der Heimatverein Wippingen öffnet am Tag des offenen Denkmals, dem 13. September 2026, die historische Mühle für Besucher. Zwischen 14 und 17 Uhr können Interessierte die Mühle besichtigen und an fachkundigen Führungen teilnehmen, die spannende Einblicke in die Geschichte und Funktionsweise des Denkmals geben. [Stefan Kellner]

EU äußert sich skeptisch zum Joint Venture von UPM und Sappi

Am 19. März 2026 wurde die Absicht eines Zusammenschlusses von UPM-Kymmene Corporation („UPM“) und Sappi Limited („Sappi“) bei der EU-Kommission zur Genehmigung angemeldet. Die Kommission hat am 28. April 2026 eine eingehende Prüfung eingeleitet. Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten oder in einem wesentlichen Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) im Vereinigten Königreich und in der Schweiz erheblich behindern würden.

Heute hat die Europäische Kommission UPM und Sappi von ihrer vorläufigen Auffassung in Kenntnis gesetzt, dass das geplante Gemeinschaftsunternehmen den Wettbewerb auf den Märkten für verschiedene Grafikpapiersorten, die für verschiedene Druckwerke wie Zeitschriften oder Bücher verwendet werden, beschränken könnte.

UPM und Sappi sind die beiden größten Hersteller von grafischem Papier im Europäischen Wirtschaftsraum („EWR“). Mit dem Gemeinschaftsunternehmen könnte ein EWR-Marktführer geschaffen werden, da die Grafikpapier-Sparte von UPM in Europa und den USA mit der Grafikpapier-Sparte von Sappi in Europa und einem Teil des Spezialpapiergeschäfts von Sappi sowie Nebentätigkeiten zusammengelegt würde.

Die Kommission hat insbesondere Bedenken, dass dies dazu führen würde, dass das Gemeinschaftsunternehmen Preise erhöhen könnte und Kunden eine geringere Auswahl hätten.

Der Wettbewerb könnte auf den Märkten insbesondere auf den Märkten für Zeitschriftenpapier und holzfreiem gestrichenen Papier verringert werden. Diese beiden Papiersorten werden für Zeitschriften, Bücher und Werbematerial verwendet.

Die Kommission hat angesichts der gewonnenen Erkenntnisse Bedenken, das Gemeinschaftsunternehmen von UPM und Sappi könnte so große Marktmacht erlangen, dass seine Abnehmer von gestrichenem holzhaltigen Papier (Zeitschriftenpapier) und gestrichenem holzfreiem Papier höhere Preise und geringere Qualität hinnehmen müssten. Sie ist derzeit nicht davon überzeugt, dass die Integration der betreffenden Geschäftstätigkeiten in das Gemeinschaftsunternehmen genügend Vorteile (durch Kosteneinsparungen, mehr Umweltschutz oder größere Widerstandsfähigkeit) böte, um den möglichen Schaden aufzuwiegen.

UPM und Sappi haben den Empfang der Mitteilung der Beschwerdepunkte der EU-Kommission bestätigt. Die Verabschiedung einer Mitteilung der Beschwerdepunkte (SO) sei ein üblicher Schritt im Rahmen einer eingehenden Fusionsprüfung durch die Europäische Kommission. In der Mitteilung der Beschwerdepunkte hat die Kommission weitere Einzelheiten zu ihren vorläufigen Bedenken dargelegt. Gemeinsam mit Sappi prüfe UPM die Mitteilung der Beschwerdepunkte sorgfältig und werde zu gegebener Zeit darauf antworten.

UPM sei zuversichtlich, dass es in der Lage sein werde, umfassend auf die vorläufigen Bedenken der Kommission einzugehen, und bleibe davon überzeugt, dass das geplante Joint Venture ein notwendiger Schritt sei, um eine zuverlässige Versorgungskontinuität für Grafikpapierkunden in Europa zu gewährleisten und die Widerstandsfähigkeit der gesamten europäischen Grafikpapierindustrie im Interesse der Kunden zu stärken.

UPM und Sappi können nun der Kommission eine Erwiderung auf diese Mitteilung senden, die Kommissionsakte einsehen und eine mündliche Anhörung beantragen.

UPM betreibt die Papierfabrik Nordland in Dörpen; Sappi ist ein weltweit tätiger südafrikanischer Hersteller von Materialien des täglichen Bedarfs aus erneuerbaren Ressourcen aus Holzfaser. Das Unternehmen liefert Rohstoffe wie Zellstoff und Biomaterialien sowie Endprodukte wie grafische Papiere sowie Spezial- und Verpackungspapiere.

UPM treibt parallel zur Abspaltung der Grafikpapiersparte die Abspaltung des Sperrholzgeschäfts in die eigenständige WISA Group Plc. voran. Die Aktienkurse von UPM und Sappi zeigten kaum Reaktionen auf diesen Brüsseler Beschluss.

Derweil zeigt sich, dass die Zellstoffindustrie weltweit unter Druck ist. Das holzverarbeitende US-Unternehmen Domtar Corporation aus Fort Mill in South Carolina kündigte am 20. August an, den Betrieb seiner Zellstofffabrik Howe Sound sowie der Holzhackschnitzelanlage Bayview Fibre in Port Mellon in British Columbia (Kanada) auf unbestimmte Zeit stillzulegen. Als Gründe nennt das Unternehmen laut Holzzentralblatt die gesunkene Nachfrage in Asien, die schwachen globalen Zellstoffpreise und die abnehmende Verfügbarkeit von erschwinglichen heimischen Holzfasern. [jdm]

Antikriegstag 2026: Friedensfähig statt kriegstüchtig! – DGB lädt zur Kundgebung zum Antikriegstag

In einer Pressemitteilung wirbt der DGB-Kreisverband dafür, den Antikriegstag gemeinsam auf der Begräbnisstätte Esterwegen zu begehen.

"Die internationalen Entwicklungen erfüllen den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften mit größter Sorge. Das Weltgeschehen wird zunehmend geprägt durch die Großmachtansprüche der USA, Chinas und Russlands. Für deren Durchsetzung schrecken sie auch vor der Anwendung und Androhung militärscher Gewalt nicht zurück. Wir erheben unsere gewerkschaftliche Stimme dagegen und halten unbeirrbar an unserem Grundsatz fest: „Nie wieder Krieg!“

Wir brauchen keine Politik, die dem Recht des Stärkeren und einer permanenten „Kriegstüchtigkeit“ das Wort redet, sondern eine Sicherheitspolitik, die die Freiheit schützt und sich zum Ziel setzt, die sozialen, ökonomischen und politischen Ursachen von Krieg und Gewalt zu beseitigen. Wir treten als Gewerkschaften ein für eine Politik der Friedensfähigkeit, in deren Mittelpunkt die zivile Friedenssicherung durch Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und eine faire Handelspolitik steht.

Zum Gedenken und Mahnen findet am Sonntag, den 06.09.2026, um 18.00 Uhr, an der Begräbnisstätte KZ Esterwegen (an der B 401) die Mahnveranstaltung und Kranzniederlegung statt. Nach einer Begrüßung durch den DGB-Kreisverbandsvorsitzenden, Andreas Kuper, gibt es eine von Rede Corinna Bittner, Leiterin Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager. Zur musikalischen Untermalung werden Dita&Patrick spielen." [PM DGB]

Fahrradtour mit Führung im Schloss Clemenswerth

Zur Fahrradtour zum Schloss Clemenswerth lädt der Heimatverein am Sonntag den 20.09.2026 ein.

Wir starten um 13:00 Uhr am Heimathaus und freuen uns um 14:00 Uhr in Werpeloh auf Kaffee und Kuchen. Um 15:00 Uhr geht es nach Clemenswerth, wo uns eine Führung erwartet.

Der Preis für Getränke und Kuchen beträgt 10 Euro. Kinder sind unsere Gäste. Alle die Lust haben teilzunehmen sind herzlich willkommen und sollten sich bis zum 15.09.26 anmelden. Tel.: 04966/ 277 oder 017696001129 [Stefan Kellner]

Das Zeltlager feiert 20-jähriges Bestehen

Am Samstag ist es soweit! Wir feiern 20 Jahre Zeltlager Renkenberge-Wippingen und ihr seid alle herzlich eingeladen.

Egal, ob ihr früher selbst mitgefahren seid, aktuell dabei seid oder einfach mal vorbeischauen möchtet. Kommt vorbei, trefft alte und neue Gesichter und feiert mit uns dieses besondere Jubiläum.

Ob tagsüber in Renkenberge oder ab 20 Uhr in der Mehrzweckhalle: Wir freuen uns auf einen unvergesslichen Tag mit euch!
Euer Zeltlagerteam! [Marcel Ganseforth]

Autonome KI-Waffen heizen das Wettrüsten an

Neben führenden WissenschaftlerInnen haben sich auch der UN-Generalsekretär Antonio Guterres und der Papst Leo XIV für ein Verbot autonomer Waffensysteme ausgesprochen und vor den Gefahren militarisierter KI gewarnt.

Die Bundeswehr wird Kamikazedrohnen anschaffen. Sie hat für die ersten paar tausend Stück 300 Mio. € gezahlt und Rahmenverträge für 7 Mrd. € abgeschlossen. Diese Drohnen können ca. 100 km fliegen und können ihre Aufgabe auch erfüllen, wenn die Funkverbindung abgebrochen ist. Sie identifizieren autonom das Ziel und können es ohne menschliche Kontrolle angreifen.

Ursula von der Leyen hat den Aufbau eines „Drohnenwalls“ verkündet. Ursprünglich wurde darunter ein System von zehntausenden Aufklärungs- und Kamikazedrohnen verstanden. Mittlerweile sollen sie eher Drohnen abwehren. Auf jeden Fall kommen sie ohne menschliche Kontrolle zum Einsatz. Der umgangssprachliche Begriff „Killerroboter“ trifft durchaus zu.

KI-Waffensysteme können nicht nur ohne den Menschen funktionieren, sie bieten den sie derzeit noch kontrollierenden Menschen „Entscheidungsunterstützung“ an.  So ist in den installierten Wärmebildkameras KI installiert, die Personen markiert und die Wahrscheinlichkeit angibt, ob die markierte Person eine Bedrohung darstellt. In Gaza berichteten israelische Soldaten, dass die menschliche Kontrolle unter diesen Gegebenheiten nur eine Formalität darstellt. Praktisch werden die Kontrolleure nur die vorgeschlagene Aktion bestätigen.

Die Informationsstelle Militarisierung e. V. hat ein Factsheet über „Potentiell autonome Waffensysteme“ herausgegeben. Der Titel ergibt sich aus dem Vorschlag der Informationsstelle Militarisierung, den Begriff Lethal Autonomous Weapon Systems (LAWS), also Tödliche autonome Waffensysteme, nicht zu verwenden. Denn bei Vielem, was derzeit von der NATO angeschafft wird, ist nicht bekannt, ob sie tatsächlich autonom betrieben werden, bzw. welche Regeln aktuell gelten. Aber diese Waffensysteme haben auf jeden Fall die Fähigkeiten, autonom zu handeln und zu töten. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 24.08.2026: Wesuweermoor
Dienstag, 25.08.2026: Meppen
Mittwoch, 26.08.2026: Klein Hesepe
Donnerstag, 27.08.2026: Salzbergen
Freitag, 218.08.2026: Lengerich
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 24.08.2026 bis Freitag, den 28.08.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg, Lathen – Sögel (L53) und Renkenberge – Wahn zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Zukunftswochen 2026: Digitalisierung zum Anfassen in Papenburg und Dörpen

Flyer IT Tage

Vom 7. September bis 9. Oktober bringt das Zentrum für digitale Entwicklung vier Wochen lang kostenfreie Impulse, Workshops und Einzelgespräche direkt in die Region – für kleine und mittlere Unternehmen.

Unter dem Motto „Digital denken, zukunftsfähig handeln“ starten am 7. September 2026 die Zukunftswochen in Papenburg und Dörpen. Das Zentrum für digitale Entwicklung, ein Projekt der IT-Dienstleistungsgesellschaft mbH Emsland (it.emsland), bringt digitale Kompetenz für rund vier Wochen direkt vor die Haustür der Betriebe. Kleine und mittlere Unternehmen erwartet ein kostenfreies Programm aus Vorträgen, praxisnahen Workshops, vertraulichen Einzelgesprächen und Vernetzungsformaten.

Die Zukunftswochen sind als Roadshow angelegt: Statt Unternehmen an einen zentralen Ort einzuladen, gastiert das Zentrum für digitale Entwicklung nacheinander in den Kommunen der Region – in diesem Herbst gemeinsam in Papenburg und Dörpen. „Digitalisierung ist mehr als Technik“ lautet der Leitgedanke. Im Mittelpunkt stehen konkrete Impulse, der Austausch auf Augenhöhe und passgenaue Lösungen für den einzelnen Betrieb.

Inhaltlich reicht das Programm von Künstlicher Intelligenz über Datennutzung und Social Media bis hin zur konkreten Umsetzung im Betrieb. Ein besonderes Angebot sind die vertraulichen Einzelgespräche „Auf ’n Schnack“: In geschütztem Rahmen erhalten Unternehmen eine ehrliche Einschätzung ihrer Situation und eine Empfehlung für den nächsten Schritt. Vernetzungsformate wie Stammtische und ein gemeinsames World Café bringen die lokale Wirtschaft zusammen.

Die Teilnahme an den Angeboten der Zukunftswochen ist für die Unternehmen kostenfrei. Möglich wird dies durch die Förderung im Rahmen der Zukunftsregion Ems-Vechte, kofinanziert von der Europäischen Union. Eröffnet werden die Zukunftswochen mit der Auftaktveranstaltung „Digital denken, zukunftsfähig handeln“ am 7. September im Rathaus Dörpen. Den Abschluss bildet am 9. Oktober die Bilanzveranstaltung „Digital gedacht, zukunftsfähig gehandelt“. Das vollständige Programm und die Anmeldung finden Interessierte unter emsland.it/zukunftswochen. [Samtgemeinde Dörpen]

Wippingen: Wildschweinrotte mit Wildkamera fotografiert

Die Wildkamera von Hermann Grote aus Wippingen hat am Morgen des 16. August 2026 eine Wildschweinrotte in seinem Wald fotografiert. Soweit erkennbar, handelt es sich um ein Muttertier (Bache) mit mehreren Überläufern – also Nachwuchs aus dem letzten Jahr – und Frischlingen. Deutlich sichtbar sind die Längsstreifen auf dem Fell der jungen Ferkel. Die genaue Anzahl der Tiere ist nicht festzustellen, da im dunkleren Bereich des Fotos noch helle Punkte zu sehen sind, bei denen es sich um Augen von Wildschweinen handeln könnte.

Da Wildschweine in der Regel in der Zeit von März bis Mai geboren (geworfen) werden und ihr gestreiftes Fell nach drei bis vier Monaten durch einfarbig bräunliches Jugendfell ersetzt wird, scheint es sich um einen späten Wurf zu handeln. In der Regel sind Frischlinge eines Jahres Mitte August bereits größer und nicht mehr gestreift. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Übergewicht und Adipositas – Ist die Abnehmspritze das Mittel der Wahl?

Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages zu Übergewicht
Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages zu Übergewicht

Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages unterstützen die Mitglieder des Deutschen Bundestages bei ihrer mandatsbezogenen Tätigkeit. Im aktuellen Beitrag fasst der Dienst den Stand der Diskussion über die Therapien gegen Übergewicht zusammen. In Deutschland sind rund 53,5 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, 19 Prozent sogar adipös. Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren sind 15,4 Prozent von Übergewicht, 5,9 Prozent sogar von Adipositas betroffen. Das Thema betrifft also nicht wenige.

Eine Adipositas-Therapie durch die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ist bislang nur im Rahmen einer Diabetes-Diagnose Teil der Regelversorgung. Die so genannten Abnehmspritzen (Ozempic) gelten als reine Lifestyle-Medikamente. Bei diesen wird das Darmhormon GLP-1 nachgeahmt. Es senkt den Blutzucker, verlangsamt die Magenentleerung und dämpft den Appetit.

Der Beitrag des wissenschaftlichen Dienstes erörtert die Argumente für und gegen eine (Teil-)Erstattung der Kosten für die Behandlung zur Gewichtsreduktion zumindest bei schwerer Adipositas (Body-Mass-Index über 35 oder 40). Dafür spricht die Verhinderung von Folgeerkrankungen, dagegen sprechen mögliche Nebenwirkungen, eine hohe Rückfallquote nach dem Absetzen des Medikamentes (Jojo-Effekt) und die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung. Hier gibt es den vollständigen Beitrag des Wissenschaftlichen Dienstes "Übergewicht und Adipositas". [jdm]

Hafen Dörpen: Historischer Schlepper „Alk“ am DUK-Kai hat eine abwechslungsreiche Geschichte

Motorschiff Alk im Dörpener Hafen 08/2026
Seit ca. 10 Tagen liegt der historische Schlepper Alk im Dörpener Hafen

Seit über einer Woche liegt an der östlichen Kai des Dörpener Hafens ein Schlepper mit dem Namen „Alk“, der offensichtlich nicht gerade der jüngsten Generation dieses Schiffstyps zuzuordnen ist. Die Herkunft aus der Epoche der 1920er-Jahre sieht man am typischen Steilkiel, der dem Schiff ein markantes, historisches Aussehen verleiht – eine Kielform, die bei der Hyperion-Klasse der Aida-Kreuzfahrtschiffe eine Renaissance erlebt.

Eine Nachfrage bei der Dörpener Umschlaggesellschaft für den kombinierten Verkehr mbH (DUK), die die Hafenanlage betreibt, ergab, dass das Schiff nicht angemeldet wurde und somit auch nicht mit Zustimmung der DUK hier festgemacht hat. Unsere erste Überlegung, dass der Schlepper vielleicht als maritimes Schauobjekt für das Dörpener Hafenfest Ende August 2026 in den Hafen geholt wurde, erwies sich leider als falsch.

Nach Rücksprache mit der Wasserschutzpolizei konnte die Pressestelle der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim mitteilen, dass das Schiff bekannt sei und der Eigner eine Frist erhalten habe, um das Traditionsschiff zu reparieren, da es laut seinen Angaben wohl defekt wäre. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt verweist auf unsere Nachfrage an den Hafenbetreiber, also an die DUK, die für die Nutzung des Hafens zuständig sei.

Da der Schlepper unser Interesse geweckt hatte, haben wir weiter recherchiert. Am 13.06.2007 titelte die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg „‘Alk‘ vor Schrottpresse retten“. Der Motorschlepper „Alk“ sei mit seinen (damals) 83 Jahren eine echte Rarität, denn auf der Unterweser (wo der Schlepper im Einsatz war) gebe wohl keinen vergleichbaren Schlepper mehr, der über eine Binnen- und Seezulassung verfüge und der dazu noch von einer direktgekuppelten Diesel-Hauptmaschine MWM RHS 348 SU mit 525 PS bei 375 U/min aus den 1960er-Jahren angetrieben werde. Deshalb wollten einige Mitglieder des Schiffervereins im Vegesacker Museumshaven den Schlepper retten und vor der Verschrottung bewahren.

Weiter berichtete die Zeitung, dass der Motorschlepper „Alk“ im Jahr 1924 auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaut wurde, damals allerdings unter den Namen „Assistent 1“. Das ist allerdings nicht richtig, wie man einer Mitteilung der Meyer-Werft an uns entnehmen kann, denn Baunummer 357 wird in den Werftunterlagen als Bali geführt, dies war der erste Name des Schleppers. Das Archiv der Werft enthüllt folgende Informationen:

Als ursprünglicher Schiffstyp wird „Hafenschlepper“ angegeben, der von einer Dampfmaschine angetrieben wurde. Die Probefahrt und die Überführung nach Emden erfolgten im März 1924. Bis 1939 war der Schlepper im Hamburger Hafen im Dienst, wurde dann aber nach Laboe „abkommandiert“. Nach Kriegsende erhielt der Eigner den Schlepper zurück.

Im Jahr 1950 wurde das Schiff nach einem Verkauf in „Assistent I“ umbenannt. 1951 erfolgte dann schon ein Weiterverkauf an einem Schleppbetrieb an der Weser. Auch hier wurde das Schiff wieder an einen anderen Betrieb verkauft.

Anfang der 1960er-Jahre sank der Schlepper nach einer Kollision mit einem Motorschiff auf der Hunte. Der Schlepper wurde gehoben und im Jahr 1965 wieder instandgesetzt. Dabei erfolgte ein Umbau zum Motorschlepper und die Umbenennung in „Alk. Im Jahr 2004 erwarb dann die BBV (Bremen) den Schlepper. 2007 kaufte ein Privateigner aus Wien die „Alk“ aus der Insolvenzmasse der BBV, es folgte im Jahr 2008 noch ein kurzes Gastspiel mit einem Privateigner aus Berlin, im gleichen Jahr kaufte der Kapitän Jürgen Saathoff das Schiff -und überführte es nach Cuxhaven. In den Jahren 2008/2009 erfolgte eine Renovierung und Teilinstandsetzung der Hauptmaschine, begleitet mit der Umbenennung auf den Namen „Jupiter“.

Im Jahr 2012 kaufte Offenbacher Elektroingenieur und Buten-Bremer Michael Kreienberg das Schiff von der Verwertungsgesellschaft des Bundes Vebeg und benannte es wieder in Alk um. Der frühere Eigner Kreienberg hat uns auf Nachfrage freundlicherweise mit Hintergrundinformationen versorgt.
„Ich kenne die ‚Alk‘ aus meiner Kindheit. Mein Ziel war, den Schlepper mit seiner einzigartigen Provenienz vor der Verschrottung zu bewahren und im Museumshaven Vegesack aufzulegen, Letzteres hat leider nicht geklappt“, so der gebürtige Bremer Kreienberg. Weiter führt er aus: „Das Augenmerk lag auf Erhalt der Historizität. Es sind in diesem Zuge bis zuletzt erhebliche Mittel in das Unterwasserschiff geflossen, schon allein, um die Schiffssicherheit zu gewährleisten. Die ‚Alk‘ dokumentiert nicht nur einen spannenden Zeitstrahl durch die Schiffbaugeschichte sowie Leistungsschau des deutschen Maschinenbaus, sondern fungierte auch als Ideengeber für ein vom DPMA erteiltes Verfahrenspatent zur Ertüchtigung vorhandener Schiffsbetriebstechnik in Form einer Kraft-Wärme-Kopplung, und so schließt sich der Kreis zwischen maritimer Geschichte und Innovation.“

Bevor der historische Schlepper nach Dörpen kam, lag er etwa drei Monate in Oldenburg. Weiter haben unsere Recherchen ergeben, dass das Schiff mit dem Schlepper Kap Horn über den Küstenkanal nach Dörpen verbracht (verholt) wurde.
Nach unseren Informationen soll das Schiff vom derzeitigen niederländischen Eigner umgebaut werden. Soweit es uns möglich ist, werden wir die weitere Entwicklung in dieser Sache mit Interesse weiter verfolgen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Geführte Radtour „Lange Nacht der Museen“ am 29.08.2026

Screenshot

Anlässlich der „Langen Nacht der Museen“ geht es auf eine geführte Radtour durch die Region! Entdeckt gemeinsam Viel Schönes, Interessantes und Unbekanntes. Am Samstag, 29. August 2026, von 09:00 Uhr bis ca. 15:30 Uhr. Die Streckenlänge beträgt ca. 46 km.

Stationen und Programm:
Heimathaus Sögel: Miniatur-Ausstellung „Sögel um 1900“ & plattdeutsches Morgengebet
Hüvener Mühle (Hüven): Brotzeit mit Mühlenbrot, Schinken und Honig sowie Besichtigung der Mühle mit einem Mühlenführer
Natur.Entdecker.Platz (Groß Berßen): Vorstellung des Areals mit Remise, Wildblumenwiese, Streuobstwiese und Glockenturm
Mühlenruine Stavern: Begehung & kleiner Umtrunk
Batakhaus & Geo-Pfad (Werpeloh): Mittagessen sowie Besichtigung des Batakhauses und des geologischen Pfades
Schloss Clemenswerth (Sögel): Vielfältiges Rahmenprogramm für Groß und Klein mit Konzerten (u. a. des Vocal Clubs Sögel)

Kosten 20 € pro Person (inkl. Brotzeit an der Hüvener Mühle und Mittagessen am Batakhaus). Der Betrag wird vor Tourbeginn eingesammelt. Der Eintritt zu den besuchten Einrichtungen während der Radtour ist kostenlos – um eine Spende an die jeweiligen Einrichtungen wird gebeten.

Eine Anmeldung ist bis zum 26.08.2026 erforderlich unter 05952 206-400 oder tourist-info@soegel.de. Organisiert und durchgeführt von der Sögel Marketing GmbH. [Marlies Berling]

Fakten zur Ungleichheit (5)

So steht es um die Vermögensverteilung in Deutschland:

  • Die ärmere Hälfte der Haushalte besitzt nur 1,2% aller Vermögen.
  • Die reichsten 10% besitzen 70% aller Vermögen.
  • Das reichste Prozent besitzt 40% aller Vermögen
  • Allein die reichsten 4.000 Haushalte haben über zehn Prozent aller Vermögen, im Durchschnitt je 45 Millionen Euro

Eine derart ungleiche Verteilung ist sozialer und politischer Sprengstoff. Während Pflegekräfte und Erzieherinnen durch ihre Arbeit keinen Wohlstand aufbauen können, leben große Erben im Überfluss, ohne einen Finger zu rühren. Überreichtum bedeutet zudem politische Macht für wenige. Auch schwächt es die Nachfrage, bremst das Wachstum und erhöht die Krisenanfälligkeit einer Volkswirtschaft.

Die Gewerkschaft Verdi hat in Vorbereitung zum bundesweiten Protesttag am 26. September, zu dem der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften aufgerufen haben, eine Seite zum Thema "Retten des Sozialstaats" geschaltet. Dies obige Übersicht ist dieser Seite entnommen.

Die Rote Karte führt zu einer Protestseite der Gewerkschaft IG Bauen Agrar Umwelt. [jdm]

MdB Maik Brückner: Der völkische Flügel hat innerhalb der AFD zugelegt

Maik Brückner, MdB (Die Linke)
Maik Brückner, MdB (Die Linke)

Über „Die extreme Rechte als Bedrohung für queeres Leben“ referierte der Linken-Bundestagsabgeordnete Maik Brückner am Montag im Bürgerzentrum Obenende in Papenburg. Queerfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und rechte Hetze seien eine immer stärker werdende Gefahr. Die extreme Rechte brauche Minderheiten, die sie für Missstände in der Gesellschaft verantwortlich machen könne. Das rechte Weltbild sei nicht wirklich konsistent, sondern in sich widersprüchlich. Das gelte auch für diejenigen, die den Rechtsruck, der in immer weitere Teile der Mitte vordringe, mitmachten.

Er habe beobachtet, dass sich die rechtsextremen Gruppen, die sich zum Teil aus Jugendlichen im Teenageralter zusammensetzten, als neue Feindbilder auf queere Lebensentwürfe konzentrierten. Hier werde vordergründig nicht in erster Linie gegen Migranten oder gar antisemitisch argumentiert, sondern queere und Transgender-Personen spielten in der Agitation die Hauptrolle. Und das funktioniere so gut, weil kaum jemand über diese Lebensentwürfe Bescheid wisse, so dass man alles Mögliche behaupten könne. Gegen schwule und lesbische Menschen zu hetzen funktioniere dagegen nicht mehr, weil sich die Gesellschaft hier schon sehr in Richtung Emanzipation und Akzeptanz entwickelt habe. Jeder Mensch kenne mittlerweile homosexuelle Personen, so dass die absurden Behauptungen nicht mehr verfangen könnten.

Die AFD stelle diese Hetze in letzter Zeit auch immer mehr in den Mittelpunkt ihrer Anträge auf allen Parlamentsebenen. Und gleichzeitig gebe es auch homosexuelle Funktionsträger. Ihre Aufgabe sähen sie häufig darin, ein reaktionäres Weltbild aus Männlichkeitswahn und untergeordneter Rolle der Frauen zu propagieren.

Die Hetze der AFD und anderer rechtsextremer Gruppen und Personen verfange natürlich so gut, weil viele Menschen durch die Politik des Sozialabbaus verunsichert und konkret in ihrem Leben beeinträchtigt seien. Von den Regierenden würden keine Lösungen angeboten  und so könnten die ADF und die gesamte Rechte relativ widerspruchslos ihre Sündenböcke präsentieren.

In der Diskussion wurde kritisiert, dass die Linke in ihrem Kampf gegen das Erstarken der AFD den Schulterschluss mit den Regierungsparteien SPD und CDU suche. Diese Parteien praktizierten doch eine neoliberale Politik gegen die Arbeiterklasse und unterschieden sich von der ebenfalls neoliberalen Programmatik der AFD nur noch graduell. Indem vom gemeinsamen Kampf gegen Faschismus gesprochen werde, werde die arbeiterfeindliche Politik der CDU verharmlost. Dabei werde das Bild vieler AFD-Wähler verfestigt, dass nur die AFD Opposition gegen die Regierungspolitik betreibe.

Brückner war mit diesem Einwand nicht einverstanden. „Ich hätte das vor einem Jahr noch unterstützt.“ Aber in der AFD habe sich seit einem Jahr der völkische Höcke-Flügel bei allen Personalentscheidungen durchgesetzt. Damit habe sich auch die Gefährlichkeit der AFD für die Demokratie erhöht. Das zeige sich auch in der Beurteilung der AFD durch Rechtsparteien in anderen Ländern Europas. Der italienischen und französischen Rechten sei die AFD einfach zu krass. [jdm]

Kinder und Krieg – Die große Heuchelei

Wer Kinder liebt, der stellt alle Interessen dieser Welt hinten an

  • Der Schutz der Kinder, die erste Menschenpflicht
Bomber, Luftkrieg

Sie kennen vielleicht den Satz, den Jesus seinen Jüngern gesagt hat, als die verhindern wollten, dass Menschen ihm ihre Kinder bringen, damit er sie segne. „Lasst die Kinder zu mir bringen, denn ihnen gehört das Himmelreich!“ – Das Himmelreich, Synonym für geliebt werden und behütet sein, ein Ort, in dem es keine Angst gibt und jeder dem anderen ein Engel ist. In allen größeren Religionen bekommen Kinder, ähnlich wie im Christentum, besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge. Sie werden als Zukunftsträger der Gemeinschaft angesehen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Industrialisierung und Kriege haben bei uns dazu geführt, dass Kinder aus dem Schutz einer Fürsorge im christlichen Sinn herausgefallen sind. Als Freie geboren und in Erwartung des Himmelreichs galt auch für sie nach der Geburt sehr schnell das gesellschaftliche Prinzip des Leistens, Funktionierens und Gehorchens. Zudem erleben Millionen von Kindern bis heute statt des versprochenen Himmelreichs die Hölle. Sie sind die ohnmächtigen Opfer von Armut, Hunger und Krankheiten.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg und mit dem Einsetzen der Globalisierung kam es vor allem in demokratischen Ländern zu einem ganzheitlichen Blick auf die Situation der Kinder in der Gesellschaft und in der Welt. Man hat ihnen formal Rechte zugestanden und zu ihrem Schutz Gesetze geschaffen. So hat die UN-Vollversammlung 1989 die Kinderrechtskonvention erlassen, die von 196 Staaten der Welt ratifiziert wurde. Die USA haben übrigens nicht unterschrieben. Die Schutz-Artikel der Konvention sind umfassend, scheitern aber oft an der Realität, Das gilt insbesondere für den Artikel 38 Schutz bei bewaffneten Konflikten. Eigentlich müsste der Artikel heißen: Schutz vor bewaffneten Konflikten. Damit wäre die Verantwortung für den Schutz unserer Kinder bei den Regierenden und die machen, trotz Kinderrechtskonvention, weiter wie bisher. Sie rüsten, führen Kriege und legitimieren ihr Tun durch das Verbiegen von Recht. Dabei werden das Leid und Töten von Kindern billigend in Kauf genommen. Diese ungeheuerliche Heuchelei soll am Beispiel des Luftkrieges deutlich werden.

  • Der strategische Bombenkrieg, die erste große Heuchelei

Anlässlich einer Veranstaltung im Abaton Kino in Hamburg zum Gedenken der Opfer des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Nagasaki am 09. August 1945 wurde eine Anime des japanischen Regisseurs Isao Takahata gezeigt. Der Titel lautete “Die letzten Glühwürmchen “. Der Film rührt an und ist sehenswert (Trailer). Er handelt vom Überlebenskampf zweier Kinder während und nach einem amerikanischen Bombenangriff mit Spreng- und Feuerbomben auf die japanische Stadt Kobe während des 2. Weltkriegs.

Der Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung im 2. Weltkrieg war ausgemachte Strategie der USA und Großbritanniens. Er hat seine Geschichte und belegt die erste schlimme Heuchelei. Nach Ende des 1. Weltkriegs waren es sogenannte Luftkriegsphilosophen wie der US-General William Mitchell, Kommandeur der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa während des ersten Weltkrieges, der schon 1920 forderte, die Bevölkerung des Feindes als Kombattanten anzusehen. Sie stellten die Arbeitskräfte für die Rüstungsindustrie und waren die Heimat-Motivatoren für ihre Soldaten an der Front. Geprägt durch das jahrelange Bluten und Sterben in den Gräben von Flandern und Nordfrankreich sann er nach einer Möglichkeit, einen zukünftigen Krieg schnell und siegreich zu beenden. Die Idee war, mit Feuer -und Chemiebomben die Städte des Feindes anzugreifen. Einer solchen Schrecklichkeit ausgesetzt, würde die Bevölkerung ihre Regierung zwingen, den Krieg sofort zu beenden. Da die Doppeldecker der Zeit weder die Reichweite hatten noch die nötige Zuladung tragen konnten, begann man in den USA, konsequent entsprechende Bomber zu entwickeln. Mitte der dreißiger Jahre rollte der erste einsatzfähige Bomber, die B17 Flying Fortress, vom Band. Sie erschienen wenige Jahre später in Pulks zu Hunderten über deutschen Städten. Wie die Geschichte zeigt, hat sich die Vorhersage von Mitchell nicht erfüllt. Die deutsche Bevölkerung hat sich von den Schrecklichkeiten nicht beeindrucken lassen und bis zur bedingungslosen Kapitulation ausgehalten und mitgemacht.

  • Die Verregelung des Bombenkrieges, die zweite große Heuchelei

Das System Luftwaffe in den USA hängt bis heute dem Traum eines William Mitchell nach. Luftwaffen können Kriege gewinnen. Technik wie Hightech Kampfflugzeuge und Präzisionswaffen ermöglichen es, die Zivilbevölkerung in einem Konflikt zu schonen, wenn da nicht die Kollateralschaden wären. In der US-Doktrin, die von der NATO übernommen wurde, hat man sogenannte Rules of Engagements (ROE) eingeführt. Sie regeln die Gewaltanwendung im Krieg und schreiben u.a. vor, dass man bei jedem Waffeneinsatz zivile Opfer vermeiden soll. Die Ziele-Auswahl in einem Air Operation Center wird dahingeht von einem Juristen (Legal Advisor) begleitet. Dessen Aufgabe ist es, die zu erwartenden Zivilopfer bei einem Luftangriff im Rahmen des Kriegsvölkerrechts und der politischen Vorgaben zu begrenzen. Im Kriegsvölkerrecht ist es zum Beispiel verboten, zivile Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser zum Ziel zu machen.

Das ändert sich, wenn auf dem Gelände einer solcher Einrichtung der Gegner militärisches Gerät installiert (Flugabwehrkanonen, Raketenabschussvorrichtungen). Damit wird diese Einrichtung zu einem legalen Ziel. Die Opfer, Schulkinder, Lehrer, Kranke und Krankenhauspersonal, gelten dann als Kollateralschäden. Die Schuld für deren Leiden und Tod werden dem Gegner zugeschrieben. Damit wird diese Unmenschlichkeit ein Fall für die internationalen Gerichte in Den Haag, insofern man sie anerkennt. Der katastrophale Angriff auf die Schule im Iran zu Beginn des Krieges könnte genau nach dieser Logik erfolgt sein.

  • Die letzten Glühwürmchen, eine endlose Geschichte?

Damit schließt sich der Kreis zu den letzten Glühwürmchen. Wenn Krieg Menschen, Kindern ein solches Leid zufügt, ist der Hinweis auf die Minimierung solcher Opfer Zynismus. Im Luftkrieg der NATO gegen Serbien 1999 um den Kosovo waren 600 zivile Opfer zu beklagen. Der kommandierende NATO-Luftwaffengeneral, US-General Short, nannte diese Opferzahl im Vergleich zu vergangenen Kriegen einen Erfolg. Die Perversion geht weiter. Die Technik ermöglicht es, Mini-Atomwaffen zu bauen. Deren Wirkung lässt sich regional begrenzen. Panzerformationen könnten punktuell bekämpft werden. Damit werden sie für Militärplaner ein probates Mittel der Kriegführung. Was bleibt, sind die Kollateralschaden. Die letzten Glühwürmchen, eine unendliche Geschichte.

Was uns bedroht, sind bei all ihrer Schrecklichkeit nicht Atomwaffen, sondern der Krieg. Wenn wir nicht lernen, unsere Konflikte friedlich auszutragen und von dem hohen Ross der Moralität heruntersteigen, dann wird der militärisch-industrielle Komplex übernehmen, wie es gerade wieder im Ukraine-Konflikt geschieht. Wir sollten endlich begreifen und das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Krieg der Menschlichkeit wegen zu verregeln Heuchelei ist. Wer Kinder liebt, der stellt alle Interessen dieser Welt hinten an. [Ulrich Scholz/ erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Lange Nacht der Museen

Plakat Lange Nacht der Museen

Die Gedenkstätte Esterwegen nimmt an der Langen Nacht der Museen im Emsland und der Grafschaft Bentheim am 29. August 2026 teil. 40 Einrichtungen bieten über 100 Veranstaltungen. Sondertouren mit Rad und Bahn sind organisiert.

Die Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, 26897 Esterwegen, bietet Ihnen zur Langen Nacht der Museen einen Blick hinter die Kulissen des historischen Gedenkortes. Sie können Fragen stellen, für die sonst keine Zeit bleibt. Wie sieht der Arbeitsalltag in einer Gedenkstätte aus? Kann ich mich einbringen? Was gibt es für Dokumente und Objekte?

Kostenfreie Führungen um 14 Uhr und 16 Uhr, geöffnet von 10 – 18 Uhr. Um Anmeldung zur Führung wird gebeten unter: info@gedenkstaette-esterwegen.de. Programm der Langen Nacht der Museen für alle teilnehmenden Einrichtungen. [Gedenkstätte Esterwegen]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 17.08.2026: Lathen
Dienstag, 18.08.2026: Neubörger
Mittwoch, 19.08.2026: Schapen
Donnerstag, 20.08.2026: Lingen
Freitag, 21.08.2026: Herbrum
Samstag, 22.08.2026: Emsbüren
Sonntag, 23.08.2026: Lingen
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Heimatverein: Gewinner des Kalenderrätsels erhielten Preise

EL-Kurier 16.08.2026, Gewinner des Kalenderätsels des Heimatkalenders

Der EL-Kurier berichtete heute über die Preisvergabe des Heimatvereins an die Gewinner des Kalenderrätsels. Diesmal ging es im Rätsel um die plattdeutsche Sprache.

Der Heimatverein lädt jedes Jahr alle Einsender mit der richtigen Lösung zu einer Kaffeetafel ein, auf der dann die Gewinner ausgelost werden. [jdm/EL-Kurier 16_08_2026]

Emsland Archäologie Museum: Steinzeit zum Anfassen für Kinder

Am Mittwoch, 19. August, startet das Emsland Archäologie Museum wieder mit der beliebten Workshop-Reihe „Mitmach-Mittwoch im Museum“. Ab 15 Uhr können Kinder zwischen 8 und 13 Jahren spielerisch in die Welt der Steinzeit eintauchen. Beim Basteln, Experimentieren und Ausprobieren erfahren die jungen Entdeckerinnen und Entdecker, wie Menschen in der Vorzeit lebten, jagten und ihre Umwelt nutzten. Dabei lernen sie typische Techniken und Materialien kennen und können selbst kreativ werden.

Die Workshop-Reihe findet mehrmals im Jahr statt und widmet sich jeweils wechselnden Themenschwerpunkten. Jede Einheit ist in sich abgeschlossen, sodass ein einzelner Besuch möglich ist und keine Vorkenntnisse oder vorherige Teilnahmen erforderlich sind. Weitere Termine: 21. Oktober und 16. Dezember. Teilnahme: 4 Euro. Anmeldung sowie weitere Infos zu dieser und anderen Veranstaltungen unter 05931 6605 oder info@archaeologie-emsland.de. [Landkreis Emsland]

In der IG Metall rührt sich Widerstand gegen den Kapitulationskurs der Gewerkschaftsspitze

Am 29. Juni veröffentlichten die Vorsitzende der Gewerkschaft IG Metall, Christiane Benner und der Vorsitzende von IG BCE, Michael Vassiliadis, zusammen mit BDI-Präsident Peter Leibinger einen gemeinsamen Kommentar im Handelsblatt. In dem Gastkommentar wird öffentlich für eine gemeinsame „Agenda“ von Industrieverbänden und Gewerkschaften geworben, „die Kosten senkt […] und Produktivität erhöht.“

Mitte Juni hatten die IG Metall Bereichs-Vertrauenskörperleitungen bei Mercedes Untertürkheim eine Resolution beschlossen, in der sie die aktuelle Politik der Bundesregierung mit klaren Worten beschreiben. Dort heißt es, mit dem angekündigten Stellenabbau, der geplanten Abschaffung des 8-Stunden-Tags und all den weiteren Angriffen auf unsere Arbeits- und Lebensbedingungen hätten die Bosse und ihr Staat den lohnabhängig Beschäftigten den Krieg erklärt.

Während in der Resolution dazu aufgerufen wird, den Angriffen von Regierung und Unternehmern entschlossen entgegenzutreten, wird in dem gemeinsamen Gastkommentar öffentlich für eine gemeinsame „Agenda“ von Industrieverbänden und Gewerkschaften geworben, „die Kosten senkt […] und Produktivität erhöht.“

Vertrauenskörper und Betriebsräte von Mercedes-Benz fragten sich angesichts dieser Diskrepanz, wie ernst die IG-Metall-Führung es damit damit, den notwendigen Widerstand zu organisieren, um die gegenwärtige Angriffswelle von Kapital und Regierung zurückzuschlagen. Sie haben deshalb am 3. August 2026 dazu einen "Brandbrief" an den Vorstand der IG Metall verschickt. Und weil der IG Metall Vorstand nicht geantwortet hat, wurde er jetzt veröffentlicht als "Offener Brief".

Darin stellen die Vertrauensleute und Betriebsräte fest, dass die IG Metall Vorsitzende "weder in unserem Namen noch im Namen der vielen Tausend aktiven betrieblichen Kolleginnen und Kollegen, die hinter uns stehen", spreche..

Besonders irritiert zeigen sich die Gewerkschafter dabei von dem Satz im Gastkommentar: „Notwendig ist jetzt eine Haltungsänderung im Land. Wir müssen mehr wollen und leisten.“

Millionen Beschäftigte leisteten bereits jeden Tag mehr als genug, heißt es im Offenen Brief. und weiter: "Sie arbeiten in Schichtsystemen, machen Überstunden, kompensieren Personalabbau, stemmen den Fachkräftemangel und sorgen dafür, dass die Produktion überhaupt läuft. Von einer Gewerkschaftsvorsitzenden hätten wir erwartet, dass sie diese Leistung verteidigt und nicht öffentlich Argumentationsmuster übernimmt, mit denen Arbeitgeber seit Jahren längere Arbeitszeiten, niedrigere Standards und weitere Verschlechterungen begründen. Mindestens ebenso unverständlich ist die wirtschaftspolitische Argumentation, mit der die „Agenda“ jetzt erklärt werden soll. In jeder Tarifrunde erklärt die IG Metall den Kollegen, dass höhere Löhne die Massenkaufkraft stärken, Arbeitsplätze sichern und die Wirtschaft ankurbeln. Plötzlich soll nun ausgerechnet die Senkung der Massenkaufkraft ein Weg aus der Krise sein? Das widerspricht unserer eigenen Argumentation grundlegend. Wie sollen wir das den Kollegen glaubwürdig erklären, nachdem wir jahrzehntelang genau das Gegenteil vertreten haben?" [jdm]

Die Linke: Vortrag von MdB Maik Brückner am Montag in Papenburg

Maik Brückner, Vortrag in Papenburg 08/2026

Die Linke Emsland lädt zu einem Vortrag des Bundestagsabgeordneten Maik Brückner amMontag, den 17. August um 18:30 Uhr im Bürgerzentrum am Bethlehem, Bethlehem rechts 47c, 26871 Papenburg, zum Thema "Die extreme Rechte als Bedrohung für queeres Leben" ein.. Der Eintritt ist frei.

Der Vortrag befasst sich mit ideologischen Grundlagen der Queerfeindlichkeit in der extremen Rechten und der Geschichte rechter Queerfeindlichkeit vor der AfD. Außerdem geht es um die AfD selbst: Zentrale Akteur*innen, Aktivitäten innerhalb und außerhalb des Parlaments sowie der Verbindung zu anderen Parteien und Gruppen. Zum Schluss soll ein Blick auf die Ausgangssituation in Niedersachsen geworfen werden. 

Brückner ist gebürtig aus Weener, absolvierte in Papenburg seine Ausbildung zum Mediengestalter. Nach der Fachhochschulreife studierte Brückner ab 2013 Markendesign in Hildesheim, wo er auch im Stadtrat ist. [jdm]

IGBCE: Marktabschottung, Verzicht auf Klimaschutz und Strompreise für die Industrie subventionieren als Lösung?

Petition der IGBCE

Die Industriegewerkschaft IGBCE, von der auch der überwiegende Anteil der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter von UPM Nordland Papier Dörpen vertreten wird, macht nach eigenen Angaben mobil für eine neue Schwerpunktsetzung in der deutschen Reformpolitik. Mit einer Unterschriftensammlung und einer aufmerksamkeitsstarken Kampagne will Deutschlands zweitgrößte Industriegewerkschaft die Bundespolitik in den kommenden Wochen aufrütteln, Aderlass und Arbeitsplatzabbau in der Industrie zu stoppen und die Grundlagen für neue Wachstumschancen zu schaffen.

Im Petitionstext wird beklagt, dass Deutschland derzeit jeden Monat 15.000 Jobs in der Industrie verliere. Das seien gut bezahlte, tariflich abgesicherte Arbeitsplätze. Sie brächten dem Land dringend benötigte Wertschöpfung, Steuern und Abgaben, die unser Gemeinwesen finanzierten. Und: An jedem Industriejob hängen nach Angaben der IGBCE bis zu fünf weitere Arbeitsplätze.

Das von der Bundesregierung Anfang Juli vorgelegte „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ sei eher ein „Programm für Umverteilung und Beschäftigten-Gängelung“, so Gewerkschaftsvorsitzender Vassiliadis. Im zweiten Teil des Petitionstextes werden die Abschaffung des Acht -Stunden -Tages, die neue Krankschreibungsregelung, die Gesundheitsreform, die Versicherte belastet, der Versorgungsqualität schadet und die Arbeitsplätze mit Zukunftspotenzial in der Pharmaindustrie gefährdet, und die im Zuge der Pflegereform geplante Streichung der Schutzklausel, dass Kinder erst ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligt werden können, kritisiert.

An der Rentenreform kritisiert die Gewerkschaft nur die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte und die Einschnitte bei der Alterstteilzeit.

Der Generalangriff der Bundesregierung gegen die Arbeiterklasse, die sie im „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ formuliert, wird von der IGBCE nicht gänzlich abgelehnt, sondern sogar noch gelobt. Da heißt es: “Zwar fänden sich darin vereinzelt auch Ansätze zur Krisenbewältigung in der Industrie, etwa die geplanten Dialoge zwischen Bundesregierung und Sozialpartnern in der Chemie. ‚’Wir Tarifparteien werden konstruktiv und problemorientiert unseren Teil der Aufgabe auch erfüllen’, machte der IGBCE-Vorsitzende deutlich. ‚Aber ohne belastbare Regierungskonzepte für eine neue, aktive Industriepolitik werden wir den Patienten nicht von der Intensivstation holen.’“

Entsprechend zahnlose Forderungen hat die IGBCE anzubieten, wenn es um die Rettung der Arbeitsplätze geht. Es geht hier nicht darum, durch öffentliche Investitionen die Konjunktur zu beleben oder durch gezielte Förderungen Innovationen zu fördern. Stattdessen finden wir Forderungen, die von Trump oder Klimaleugnern stammen könnten.

Die IGBCE fordert einen echten europäischen Handelsschutz, damit heimische Produktion eine Chance im Wettbewerb hat. Und das von einer Gewerkschaft, die bisher mitgefeiert hat, dass Deutschland „Exportweltmeister“ war. Jetzt wo es gerade etwas schlechter läuft, sollen es Zollschranken bringen.

Die Zuteilung der CO2-Zertifikate solle erhalten bleiben und deren Preisanstieg gestoppt werden. Jahrelang wurden alle Forderungen für Klimaschutz damit abgeschmettert, dass der CO2-Zertifikathandel die marktkonforme Methode sei, um Klimaschutz zu betreiben und jetzt soll auch dieser abgebaut werden. Dass dies angesichts des erneuten Hitzesommers nicht die adäquate Antwort sein kann, dämmert der Gewerkschaft nicht.

Und es wird die Einführung eines Industriestrompreises gefordert, weil noch immer Energie ein Vielfaches im Vergleich zu unseren internationalen Wettbewerbern koste. „Deshalb: Industriestrompreis dauerhaft verstetigen, wir brauchen 5 Cent pro Kilowattstunde! Netzentgelte in den Bundeshaushalt – der Netzausbau.“

In der Konsequenz bedeutet dies, dass die Steuerzahler, also in der Mehrzahl die Einkommensteuerzahler, der Industrie den Strom bezahlen sollen.

Also lassen sich die industriepolitischen Forderungen der IGBCE so zusammenfassen: Marktabschottung, Verzicht auf Klimaschutz und Strompreissubventionierung für die Industrie.

Dass die Petition kein Wort darüber verliert, dass Deutschland sich in der derzeitigen Situation befindet, weil es den Krieg in der Ukraine mit allem Kräften befördert hat und die Staatsgelder vom Sozialetat in den Rüstungshaushalt umschaufelt, kann schon nicht mehr verwundern.

Diese Petition ist kein echter Widerstand gegen den Regierungskurs des Sozialabbaus, sondern nur der Versuch der Gewerkschaftsführung ihren unzufriedenen Mitgliedern vorzugaukeln, dass sie sich für die Interessen ihrer Mitglieder einsetzt, ohne der Regierung in irgendeiner Weise weh zu tun. [jdm]