Kleine Papierfabrik in Freital fällt der Krise der Papierbranche zum Opfer

Mit der Papierfabrik Hainsberg aus Freital ist ein mittelständischer Papierproduzent in eine finanzielle Schieflage geraten, der mit seinen Recyclingpapieren der Marke Lettura sogar ein besonderes Produkt produziert. Es ist das dritte Mal, dass das Unternehmen einen Antrag auf das vorläufige Insolvenzverfahren stellen muss, zuletzt wurde 2024 ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung erfolgreich beendet.

Die vorläufige Insolvenzverwalterin konnte noch keine konkreten Gründe nennen, die erneut zur wirtschaftlichen Misere führten. Die Papierbranche stehe unter massivem Druck durch hohe Produktionskosten, etwa Energie- und Personalkosten, und kämpfe gegen einen deutlichen Rückgang bei der Nachfrage, heißt es im Bericht der Sächsischen Zeitung. Die beiden geschäftsführenden Inhaber hatten den Betrieb 2010 übernommen und mit ihrer Hoya Papier GmbH verschmolzen. Die 85 Beschäftigten erwirtschafteten 2024 laut Eröffnungsbeschluss zum Insolvenzverfahren einen Jahresumsatz von 28 Millionen Euro. Allerdings veröffentlichte die Firma zuletzt 2020 einen Jahresabschluss.

Die Insolvenzverwalterin führt jetzt Gespräche mit Kunden und Lieferanten, um schnell über eine Fortführung des Geschäftsbetriebes entscheiden zu können.

Die neue Chefin der UPM-Papierproduktionsstandorte in Deutschland, Eva Kriegbaum, hatte vor kurzem in einem Ems-Zeitungs-Artikel erklärt, dass Nordland Papier in Dörpen als größte UPM-Fabrik in Deutschland „extrem gut aufgestellt“ sei und dank einer breiten Produktpalette weiter einen anerkannten Markt bediene und logistisch mit der Anbindung an Straße, Wasser und Schiene ideale Voraussetzungen biete. Sie sah eine „Riesenchance“in dem geplanten Joint Venture von UPM mit dem Zellstoff- und Papierkonzern Sappi. [jdm]

SPD-Grundsatzprogramm? Ach, hat die SPD Grundsätze? Hat die SPD irgendein Programm?

Wenn sie nicht gerade auf dem Parteipodium steht um über ihre Vorstellungen für das neue Grundsatzprogramm der SPD zu sprechen, redet die Ko-Parteivorsitzende der SPD, Bärbel Bas, von Sozialhilfebetrug und von den Bürgergeldempfängern, die den Sozialstaat bedrohen und spielt damit der CDU und den Konzernen, die den Sozialstaat real mit ihren Forderungen bedrohen, in die Hände.

Lars Klingbeil, der zweite Vorsitzende, redet beim „Zukunftsauftakt“ im Atrium des Willy-Brandt-Hauses plötzlich über Sozialstaat, billige Energie, Gemeinwohl und öffentliche Güter, Demokratie und Bildung – Themen, die der SPD in der letzten Zeit eigentlich am Arsch vorbei gingen. Jetzt glaubt Klingbeil wegen der ungeschickten Orgie an Vorschlägen der CDU für den Kahlschlag an Sozialleistungen, eine nette Rede könnte den Glauben an die SPD als soziale Partei der Arbeiterklasse zurückbringen.

Dass es ihm damit nicht Ernst ist, ist an seiner Verteidigung der forcierten Aufrüstung zu sehen. Den Trump’schen Zumutungen will er durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Staaten entgegen treten. Aber wie glaubwürdig ist das denn, wenn er jetzt Europa zu einer militärischen Supermacht aufbauen will und im Inneren zu einem Militärstaat machen möchte. „Ich will, dass Europa so stark ist, dass wir uns vor niemandem klein machen müssen“, forderte Klingbeil. Im Inneren bedeute das, wirtschaftlich und militärisch noch enger zusammenzuarbeiten, im Äußeren, Stärke durch ein breites Netz an Partnerschaften und Allianzen aufzubauen.

Europa ist weltweit bekannt als die wirtschaftliche Macht, die den USA immer zu Diensten war. Warum sollte der Ausbau militärischer Macht Europas Fähigkeit zur Zusammenarbeit verbessern? Und wie soll der Sozialstaat gerettet werden, wenn Deutschland weiter die wahnsinnige Aufrüstung betreibt?

Wirtschaftlich bleibt Klingbeil in seiner Rede auch vollkommen diffus. „Wir haben zu oft das Gemeinwohl aus dem Blick verloren“, kritisierte der SPD-Vorsitzende. „Deshalb sollte unser neues Wirtschaftsmodell öffentliche Güter verstärkt in den Blick nehmen.“ Was heißt das? In der Vergangenheit hieß dies, dass die SPD die öffentlichen Güter durch Privatisierungen an die Konzerne verschenkte. Wäre es nicht vielmehr an der Zeit, die privaten Oligarchenvermögen verstärkt in den Blick zu nehmen? Wäre es nicht an der Zeit, die Immobilienkonzerne zu verstaatlichen? Wäre es nicht an der Zeit, Raubtierfonds den Kauf von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern zu verbieten?

Als vor über 140 Jahren Bismarck die Krankenversicherung einführte, tat er dies, um zu verhindern, dass die Sozialdemokratie die Macht erreichen könnte. Heute gibt es nichts, was irgendein Kapitalist, Konzern, Rüstungsproduzent oder Oligarch von der SPD befürchten müsste. Und es gibt nichts, was ein Arbeiter von der SPD erwarten kann – außer schöne Reden. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 09.02.2026: Rühle
Dienstag, 10.02.2026: Bückelte
Mittwoch, 11.02.2026: Salzbergen
Donnerstag, 12.02.2026: Herbrum
Freitag, 13.02.2026: Lingen
Samstag, 14.02.026: ---
Sonntag, 15.02.2026: Rütenbrock
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Das Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) wird zur Durchführung von Erprobungen wie folgt gesperrt: Vom Montag, dem 09.02.2026 bis Freitag 13.02.2026 von 08:00 – 16:30 Uhr werden die Straßen Schlagbrückener Weg und Wippingen – Werpeloh (K114) zeitweise an den Schießplatzgrenzen gesperrt. [jdm]

Die Hannoversche Westbahn – Blogbeitrag vom Emslandmuseum Lingen

Bahnhof Kluse 1908
Bahnhof Kluse 1908

Das Emslandmuseum Lingen erinnert in einem Blog-Beitrag an den ersten Eisenbahnzug, der vor 170 Jahren 1856 in den neuen Lingener Bahnhof einfuhr. Damit war die "Hannoversche Westbahn" von Münster nach Emden fertiggestellt.

Bahnhof Kluse 1984
Bahnhof Kluse 1984

Auch in Kluse gab es damals ein stattliches Bahnhofsgebäude, das in den 1970er Jahren zunächst zurückgebaut und schließlich in den 1980ern eingeebnet wurde. Kluse hat heute keinen Bahnhof mehr. Auch der Bahnhof Ihrhove wurde in dem Bestreben, die Bahn für den Aktienmarkt tauglich zu schrumpfen, abgebaut. Ihrhove bekommt demnächst wieder eine Bahnhaltestelle. Für Kluse gibt es leider keine solchen Pläne. [jdm]

Klage gegen niedersächsisches Verbot neuer Torfabbaugenehmigungen unzulässig

Das Bundesverfassungsgericht hat die Verfassungsbeschwerde eines Torfabbauunternehmens gegen das Torfabbauverbot in Niedersachsen nach dem Niedersächsischen Klimagesetz für unzulässig erklärt (1 BvR 2681/24).

Das Bundesverfassungsgericht verweist in seiner Begründung ausdrücklich darauf, dass der Landtag mit Verweis auf die vielen noch laufenden Bestandsgenehmigungen das sanfte Auslaufen für verhältnismäßig gehalten hat, hebt Niedersachsens Umwelt- und Klimaschutzminister in einer Pressemitteilung des Umweltministeriums hervor. Auch hat das betroffene Unternehmen noch eine Reihe von Torfabbaugenehmigungen, die unangetastet bleiben. Ferner bestätigt das Bundesverfassungsgericht in seiner Begründung, dass der Klimaschutz als Verfassungsrang einen Eingriff in die Berufsfreiheit durchaus rechtfertigen kann, wird weiter erläutert.

Das Urteil mit Begründung findet man hier: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2025/12/rk20251216_1bvr268124.html?nn=68080. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Krebsatlas zeigt auffällige Häufung von Asbestkrebs an Werftstandorten

In Niedersachsen erkranken jedes Jahr etwa 50.000 Menschen neu an einem bösartigen Tumor und mehr als 23.000 Menschen versterben an einer Krebserkrankung. Wo in Niedersachsen welcher Krebsart wie häufig auftritt, kann man dem niedersächsischen Krebsatlas entnehmen.

Datengrundlage der kleinräumigen Darstellungen sind die im Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen erfassten Krebsneuerkrankungen. Die Zahlen werden für den 10-Jahres-Zeitraum 2013 – 2022 sowie die 5-Jahres-Zeiträume 2013-2017 und 2018-2022 für Männer, Frauen und beide Geschlechter zusammengefasst dargestellt, erfährt man in der Einführung zum Krebsatlas.

Dieser wurde von der OFFIS CARE GmbH aus Oldenburg erstellt. Die Nordwest-Zeitung hat sich den Krebsatlas genauer erklären lassen; den entsprechenden Bericht findet man auf der NWZ-Homepage. Auffällig ist danach insbesondere das räumliche Vorkommen der Krebserkrankung Mesotheliom – im Volksmund als Asbestkrebs bekannt. Dabei handelt es sich um eine bösartige Tumorerkrankung des Mesothelgewebes, die häufig mit einer langjährigen Asbestexposition in Verbindung steht. Das Mesothel ist eine zweischichtige Membran, die die inneren Organe umgibt.

Weitere Details hierzu findet man auf der Internetseite des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen. Wenn man hier die Niedersachsenkarte anklickt und vergrößert, erscheint eine kleinräumige Aufteilung des Bundeslandes, allerdings nicht immer nach Gemeinden, Samtgemeinden oder Landkreisen, sondern nach den vom System vorgegebenen Gebieten. So ist die Samtgemeinde Dörpen mit Rhede in einem Betrachtungsgebiet zusammengefasst.

Auf der rechten Darstellungsseite kann man die Krebsart auswählen. Der Aufruf für „Mesotheliom (C45)“ zeigt eine Karte mit rötlichen Gebieten im Westen Niedersachsens nördlich von Dörpen. Ruft man hier über die Mausfunktion die Daten für Papenburg auf, erhält man auf der linken Bildschirmseite die Häufung der Krebsarten im Vergleich zum Landesdurchschnitt angezeigt. Für Mesotheliom in Papenburg wird angegeben: „98 % über dem Landesdurchschnitt – Abweichung wahrscheinlich nicht zufällig“. Deutliche höher liegt der Vergleichswert für Emden: 153 % über dem Landesdurchschnitt. Und für Hinte (nördlich von Emden) sogar die Angabe „196 % über dem Landesdurchschnitt“.

Die Anmerkung „Abweichung wahrscheinlich nicht zufällig“ bedeutet, dass eine Ursache für die Abweichung vom Landesdurchschnitt erkannt wurde. Im Fall von Mesotheliom handelt es sich um den Schiffbau, erfährt man im NWZ-Bericht. Ähnlich erhöhte Werte werden ebenso für die Regionen entlang der Weser und der Elbe angezeigt, allerdings ohne Angaben für die Bundesländer Bremen und Hamburg, da es sich um eine rein niedersächsische Auswertung handelt.

Neu ist diese Erkenntnis allerdings nicht. Schon im IG Metall-Schwarzbuch Berufskrankheiten aus dem Jahr 2013 wird die Erkrankungsursache beschrieben. Danach ist das Mesotheliom seit 1975 in der Liste der Berufskrankheiten aufgeführt. Dennoch gab es erst seit dem Jahre 1995 ein weitgehendes Asbestverbot in Deutschland. Weiter führt der Bericht aus: „Die Frage nach dem Grund für diese Sorglosigkeit drängt sich förmlich auf. Es waren schlicht wirtschaftliche Interessen, die eine starke Asbestlobby gegen alle Zweifler lange durchsetzte.“ [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Heimatverein lädt Vereine zu gemeinsamer Planung ein

Auch 2026 gibt es wieder Kaffee und Kuchen im Heimathaus. Der Heimatverein würde sich freuen, wenn wieder viele Vereine und Gruppen bereit sind Termine zu übernehmen. Am 4. März um 18:45 Uhr wollen wir die im Heimathaus gemeinsam mit euch besprechen.

In Wippingen gibt es ein vielfältiges Angebot an Vereinen und Gruppen.
Der Heimatverein möchte am 4. März um 20:00 Uhr Vertreterinnen und Vertreter aus allen Vereinen und Gruppen ins Heimathaus einladen.

Gemeinsam könnten wir einen Nachmittag planen, der allen Wippingerinnen und Wippingern die Möglichkeit gibt, die verschiedenen Angebote kennenzulernen. Der Heimatverein [Stefan Kellner]

Gerechtigkeit statt Spaltung – Gemeinsame Erklärung der Gewerkschaften zur Debatte um Wirtschaft und Sozialstaat

In einer gemeinsamen Erklärung stellen die DGB-Gewerkschaften fest, dass die Angriffe der Union und der Arbeitgeber auf den Sozialstaat und die Beschäftigten immer unverschämter würden. Sie fordern einen Stopp dieser Kahlschlag-Debatten. Sie verunsicherten die Menschen, würgten den schwachen wirtschaftlichen Aufschwung ab und brächten kein Wachstum. Wörtlich heißt es in der Erklärung:

Was derzeit als „Reformdebatte“ daherkommt, ist ein Armutszeugnis für die Union und viele Wirtschaftsverbände. Sie wollen mit dieser Kampagne von den vielen strategischen Fehlentscheidungen in den Chefetagen und den großen Herausforderungen ablenken: fehlende Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Transformation, mangelnde Tarifbindung, ungerechte Steuerpolitik und eine verfehlte Wirtschaftspolitik. Statt diese Baustellen anzugehen, wird ein radikaler sozialer Kahlschlag gefordert – mit immer abenteuerlicheren Vorschlägen auf Kosten der Menschen im Land, die angeblich zu faul, zu krank, zu oft in Teilzeit seien. Diese Debatten spalten unsere Gesellschaft, gefährden die Demokratie und lösen keine Probleme.

Wir Gewerkschaften sagen klar: Wir dulden keine weiteren Angriffe auf die Beschäftigten und den Sozialstaat. Wer die Beschäftigten an seiner Seite wissen und die Demokratie stärken will, muss gute Löhne und Arbeitsbedingungen sowie die soziale Absicherung stärken, statt die Menschen gegeneinander auszuspielen.

Wir fordern ein Ende der Debatten, die nur verunsichern und die Gesellschaft spalten. Statt Abrisspläne für Arbeitsrechte und Sozialstaat braucht es mehr Steuergerechtigkeit für hohe Einkommen und Vermögen. Statt Beschäftigten ihre hart erkämpften Rechte abzusprechen, braucht es entschlossene Reformen, die Deutschland voranbringen.

Reformen sind nicht dann gut, wenn sie den Menschen besonders wehtun. Gute Reformen schaffen Wachstum, stärken den sozialen Zusammenhalt, geben Perspektiven und bringen Deutschland voran.

Wir Gewerkschaften fordern einen Kurswechsel: weg von Scheindebatten, hin zu echten Reformen – zu denen die Reichen und Überreichen endlich beitragen müssen.

Wir Gewerkschaften stehen bereit für einen konstruktiven Dialog über die Zukunft unseres Landes. Wir wollen gemeinsam eine solidarische, demokratische und gerechte Gesellschaft gestalten – eine Gesellschaft, in der gute Arbeit, faire Löhne und soziale Sicherheit für alle selbstverständlich sind. Gemeinsam für einen starken Sozialstaat. Gemeinsam für gute Arbeit. Gemeinsam für eine gerechte Zukunft.

Die Stellungnahme wird noch ergänzt durch einzelne Stellungnahmen der Gewerkschaftsvorsitzenden. [PM]

Heimatverein mit Angebot im Schloss Clemenswerth

Wie wird eigentlich eine Tunschere gefertigt? Und wie backt man Buchweizenpfannkuchen? Antworten und prakti auf diese Fragen geben die Heimatvereine Berßen und Wippingen am Sonntag, den 22.02.2026, von 12 bis 17 Uhr auf Schloss Clemenswerth, im Pavillon Paderborn.

Tunscheren sowie Buchweizenpfannkuchen werden vor Ort hergestellt. Bei einem Stehkaffee lädt die Veranstaltung außerdem dazu ein, über Sinn und Bedeutung alter Traditionen ins Gespräch zu kommen.

Im Pavillon Clemens August findet eine Ausstellung von Bildern von Schloss Clemenswerth statt. Zudem wird eine Sammlung verschiedener Tunscheren präsentiert. Der Eintritt ist frei. Sie sind herzlich willkommen! [Stefan Kellner]

Ende von „New Start“ erhöht die Atomkriegsgefahr erheblich

Der "New START"-Vertrag von 2009 ist ein bedeutendes Abkommen zwischen den USA und Russland zur Begrenzung strategischer Nuklearwaffen. Er trat 2011 in Kraft und zielte darauf ab, die Anzahl der einsatzbereiten Atomsprengköpfe und Trägersysteme zu reduzieren.

Beide Länder verpflichteten sich, ihre Arsenale auf maximal 1.550 nukleare Sprengköpfe und 700 Trägersysteme zu begrenzen. Der Vertrag enthielt auch Mechanismen zur Überprüfung, um Transparenz und Vertrauen zu fördern. Er wurde 2021 um fünf Jahre verlängert und war ein wichtiger Pfeiler der globalen Sicherheitsarchitektur.

Jetzt ist der Vertrag ohne eine weitere Verlängerung ausgelaufen und damit ist das letzte Bollwerk gegen die unbegrenzte Atomrüstung gefallen. Die beiden Atommächte USA und Russland besitzen 90 Prozent aller Atomwaffen weltweit. Nach Einschätzung des Rüstungskontroll-Experten Ulrich Kühn von der Universität Hamburg ist dies eine Zäsur, die sehr schwer wiegt. Die Rüstungsspirale werde bald in Gang kommen.

Die europäische Presse versucht jetzt ohne Fakten, China Ambitionen auf eine nukleare Aufrüstung zu unterstellen. Sinn dieser Unterstellungen ist es, eine Begründung für eine deutsche und/oder europäische Atomrüstung zu erfinden.

Der Atomwaffensperrvertrag (NVV), der 1968 unterzeichnet und 1970 in Kraft getreten ist, verpflichtet Nichtkernwaffenstaaten zum Verzicht auf Atomwaffen und erlaubt die friedliche Nutzung der Kernenergie. Dieser Vertrag läuft zwar unbefristet, wird aber alle fünf Jahre überprüft. Es besteht somit immer die Gefahr, dass sich einzelne Länder aus diesem Vertrag verabschieden, jetzt z. B. mit der Begründung, sie müssten sich gegen die Atomwaffenstaaten schützen können. Deutschland ist schon seit den Tagen von Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß geil auf die Atombombe. Die Spitzenkandidatin der SPD für die letzte Europawahl, Katarina Barley, hatte da schon gemeint, die EU-eigene Atombombe für eine europäische Armee könne "auch … ein Thema werden.

Die Erkenntnis, dass die Atomrüstung keine Sicherheit bieten kann, ist zwischenzeitlich verloren gegangen. im Gegenteil: Die Nato-Rüstung gegen Russland hat schon länger das Ziel, einen Enthauptungsschlag gegen Russland führen zu können. Solche Ambitionen erzeugen auf der Gegenseite eigene Anstrengungen, die die Vorwarnzeiten derart verkürzen, dass ein Atomkrieg aus Versehen schon programmiert ist. Das Ende von New Start ist eine unmittelbare Bedrohung. [jdm]

Tarifverhandlungen Chemieindustrie bisher ohne Ergebnis

Die erste Bundesrunde für die bundesweit 585.000 Beschäftigten in der Chemie- und Pharmaindustrie ist heute Mittag (4. Februar) in Hannover ohne Ergebnis vertagt worden. Ein konkretes Angebot legten die Arbeitgeber während der zweitägigen Gespräche nicht vor. Von einem Abschluss seien beide Seiten noch weit entfernt, stellte Oliver Heinrich, der Verhandlungsführer der Chemiegewerkschaft IGBCE, fest.

Neben einer Stärkung der Kaufkraft fordert die IGBCE in der aktuellen Tarifrunde tarifvertragliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung. Am Ende der Verhandlungen müsse ein Gesamtpaket stehen, das auf die Zukunft der Branche einzahle und allen gerecht werde, so Heinrich. Denn auch wenn Teile der Branche unter Druck stünden, sei die Lage sehr gemischt. In vielen Betrieben, etwa im Pharma-Bereich, laufe es sehr gut.

Am 23. und 24. Februar setzen IGBCE und Arbeitgeber ihre Gespräche in Wiesbaden fort. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Februar aus. [PM]

Bundesregierung: Tourismus ankurbeln durch Angriff auf den Achtstundentag

"Wir werden eine neue nationale Tourismusstrategie erarbeiten, die sowohl wirtschaftliche als auch nachhaltige Aspekte berücksichtigt." Das war eine der Absichtserklärungen im Koalitionsvertrag der beiden Regierungsparteien, mit denen sie die Erarbeitung einer Politik verschoben. Jetzt wurde ein "Nationale Tourismusstrategie" genanntes Papier vom Bundeskabinett veröffentlicht.

Es enthält ein buntes Sammelsurium vom Ausbau des Glasfasernetzes, Vernetzung der Mobilitätsangebote, neuem Schub für Fuß- und Radverkehr, besseren Flugverbindungen, KI-Unterstützung in der Tourismusbranche bis zu Hochwasser- und Küstenschutzmaßnahmen. Natürlich darf im Katalog der Bürokratieabbau nicht fehlen. Sogar die neue Auflage der gescheiterten Riesterrente - die Aktienrente - wird in dem Papier beworben.

Es ist zuerst einmal ein folgenloses Papier. Wo es aber konkret wird, geht es um die Aushöhlung des Arbeitszeitgesetzes. Da heißt es nämlich im Papier: "Die Bundesregierung will im Einklang mit der europäischen Arbeitszeitrichtlinie die Möglichkeit einer wöchentlichen anstatt einer täglichen Höchstarbeitszeit schaffen – auch und gerade im Sinne einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Der DGB weist schon länger darauf hin, dass die große Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland (72 Prozent) ihre tägliche Arbeitszeit auf maximal 8 Stunden begrenzen möchte. 98 Prozent wollen nicht länger als 10 Stunden arbeiten. Selbst von denjenigen, die den 8-Stunden-Tag sehr häufig oder oft überschreiten, würden 59 Prozent ihn gerne einhalten – wenn sie selbst entscheiden könnten.

Die Tourismusbosse und die Bundesregierung scheren sich offensichtlich nicht darum, was die ArbeiterInnen wollen. Die Bundesregierung sucht bei jedem Thema Möglichkeiten, von der Gewerkschaftsbewegung erkämpfte Rechte abzuschaffen. Ob die Gastronomie und die Hotellerie durch weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen den groß beklagten Arbeitskräftemangel beheben können, scheint den Bossen und den Beamten des Wirtschaftsministeriums auch keinen Gedanken wert gewesen zu sein.

Im Grunde kann man alle Papiere, die aus dem Bundeswirtschaftsministerium kommen, als den immer selben Wein in leicht veränderten Schläuchen betrachten. Es braucht ein Thema und die Forderung nach Bürokratieabbau verbunden mit Abbau von Arbeitnehmerrechten. Fertig ist das neue Konzept. [jdm]

Fakten zur Ungleichheit (1)

Die Vermögen deutscher Milliardäre sind 2025 inflationsbereinigt um 30 % gestiegen, fast doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt. Weltweit legten Milliardärsvermögen um 2,5 Billionen Dollar zu.

Wenn der Vermögensanstieg von 2025 sich wiederholen sollte, bedeutet das, dass sich das Vermögen der deutschen Milliardäre alle drei Jahre verdoppelt.

Weltweit stiegen die Milliardenvermögen um 16 %. Das bedeutet eine Verdoppelung der Milliardenvermögen alle sechs Jahre.

In Deutschland besitzt die reichere Hälfte 99,5 Prozent des Gesamtvermögens, die ärmere Hälfte besitzt 0,5 Prozent. Dieter Schwarz (Lidl/Kaufland) und die Familie Boehringer und von Baumbach besitzen mit mindestens 95 Milliarden Euro mehr als die ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung. [jdm]

Radikale und extreme Rechte in der Bundesrepublik – Seminar im HÖB Papenburg

Vom 20.-22. Februar 2026 findet in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte Papenburg ein Seminar der Interessengemeinschaft niedersächsischer Gedenkstätten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen statt.

Das Grundgesetz der Bundesrepublik verlangt als erste und oberste Gesetze die Würde, Gleichheit und Freiheit der Menschen als grundsätzliche Übereinkunft der Gesellschaft. Den Hintergrund bildete zum einen der Eindruck des gerade durch die Alliierten besiegten nationalsozialistischen Regimes und die Frage, welche rechtlichen Bedingungen der Weimarer Verfassung zu diesem geführt hatten.

Heute erleben wir in der Bundesrepublik – sowie innerhalb und außerhalb Europas – eine Virulenz des Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus, die im Widerspruch zur Erinnerungspolitik steht. Der Rechtsextremismus richtet sich explizit gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung und ignoriert die im Grundgesetz verbürgten Rechte aller Menschen.

Wie können wir diese Entwicklungen sprachlich und praktisch begreifen? Was bedeutet Rechtsextremismus heute? Wer sind die Akteure? Welche Strategien verfolgen rechtsextreme Netzwerke und Parteien? Was können wir der Erosion der im Grundgesetz und der Erklärung der Menschenrechte verbürgten Grundlagen unserer (globalen) Gesellschaft entgegensetzen? Wie können wir uns und andere schützen?

In unserem diesjährigen Seminar möchten wir uns spezifisch mit dem Rechtsextremismus in der Gegenwart befassen. Neben informativen Beiträgen tragen Workshops dazu bei, Handlungsstrategien und Interventionsmöglichkeiten kennenzulernen und zu diskutieren. Für das Programm konnten wir Andrea Röpke gewinnen, die einen einführenden Vortrag mit Bezug auf Niedersachsen halten wird. Am Samstag wird Berit Kö über Geschichtsbilder und Mythen in der extremen Rechten sprechen. Danach diskutieren wir mit Dr. Nils Schumacher Strategien der Handlungsfähigkeit gegen Rechts. In einem Workshop widmen wir uns Handlungsstrategien und Schutzstrukturen auch in Gedenkstätten und Initiativen (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus). Im zweiten, parallel laufenden Workshop lernen wir mehr darüber, wie sich Menschen radikalisieren – und was sie davor schützen kann (Landes-Demokratiezentrum Niedersachsen). Schließlich können wir mit Dr. Alexander Hensel am Sonntag einen Blick auf Strategien und Strukturen rechtspopulistischer Parteien werfen.

Anmeldung unter: https://www.hoeb.de/seminar/radikale-und-extreme-rechte-in-der-bundesrepublik/. Mehr Infos im Flyer. [PM]

Schwimmkurse im Freibad Börger

Flyer Freibad Börger
Flyer Freibad Börger

Unter fachkundiger Leitung von Frau Sabrina Schulte bietet das Freibad Börger Schwimmkurse in den Sommerferien 2026 vom 08.07.2026 - 31.07.07.2026 an. Ab sofort können Sie Ihre Kinder anmelden und Ihrem Kind die Möglichkeit geben, spielerisch schwimmen zu lernen oder die Technik zu verbessern. Telefonische Anmeldung bei der Gemeinde Börger unter der Telefonnummer 05953/323.

Kurs 1: Abzeichen : Silber und Gold, Voraussetzung Bronze in der Zeit von 9.00 Uhr – 9.45 Uhr 
Kurs 2: Abzeichen: Bronze, Voraussetzung Sicheres Schwimmen oder Seepferdchen, in der Zeit von 10.00 – 10.45 Uhr
Kurs 3: Anfänger/innen, eine Bezugsperson ab 16 Jahren begleitet das Kind im Wasser, in der Zeit von 11.00 Uhr - 11.45 Uhr
Kurs 4: Anfänger/innen, eine Bezugsperson ab 16 Jahren begleitet das Kind im Wasser, in der Zeit von 12.00 Uhr - 12.45 Uhr.

Die Kosten betragen pro Kurs 50,00 Euro und sind bei Kursbeginn im Freibad zu entrichten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Kurstermine finden Sie auf der Homepage der Gemeinde Börger. [jdm]

Candlelight Genusskonzert in Lathen

Plakat Candlelight Dinner im Markt 7, Lathen, 14.02.2026

Beim Candlelight Genusskonzert stehen Arndt Baeck und Britta Hugh live on stage und sorgen für eine intime, stilvolle Atmosphäre. Zwei Stimmen. Bekannte Songs – neu interpretiert, gefühlvoll und reduziert.

Von zeitlosen Klassikern von Elton John über „Mamma Mia“ von ABBA bis hin zu „Purple Rain“ von Prince. Ein Konzertabend für Paare, Freunde und alle, die Musik bewusst erleben möchten.

Ein erstes Getränk und ein kleiner Gaumenschmaus sind im Ticketpreis enthalten. Am 14.02.2026 im Markt 7, Lathen. Beginn: 19:00 Uhr. Tickets sind in der Tourist Information Lathen und digital bei EVENTIM erhältlich. [jdm]

Kein guter Tag für die betriebliche Mitbestimmung

Mit seiner Entscheidung vom 28. Januar 26 hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) die Betriebsratswahlen mehrerer Lieferando-Betriebsratsgremien für unwirksam erklärt. Das Gericht hält daran fest, dass ein Betriebsrat nur dort gewählt werden kann, wo eine sogenannte Leitungsmacht vorhanden ist – selbst dann, wenn diese für die Beschäftigten faktisch unerreichbar ist.

Über Lieferando kann man von angeschlossenen Restaurants und Geschäften Speisen bestellen und liefern lassen. Neben der Firmenzentrale hat Lieferando sog. „Remote-Cities“ (Liefergebiete). In den Remote-Cities werden ausschließlich Auslieferungsfahrer, die überwiegend mittels einer App mit der Arbeitgeberin kommunizieren, beschäftigt. In den Hub-Cities sind darüber hinaus Mitarbeiter mit Verwaltungs- und Backoffice-Tätigkeiten betraut.

Die Auslieferungsfahrer in verschiedenen Liefergebieten hatten Betriebsratswahlen durchgeführt. Lieferando hat diese Wahlen in drei Verfahren angefochten und die Auffassung vertreten, diese seien wegen Verkennung des Betriebsbegriffs unwirksam. Die jeweiligen Landesarbeitsgerichte haben die Betriebsratswahlen mit der Begründung für unwirksam erklärt, die Remote-Cities seien weder Betriebe noch selbstständige Betriebsteile iSd. BetrVG.

Den Entscheidungen des 7. Senats gingen mehrere Urteile der Landesarbeitsgerichte voraus, die der Rechtsauffassung von Lieferando gefolgt sind. „Das ist kein guter Tag für die betriebliche Mitbestimmung“, sagt Mark Baumeister, Referatsleiter Gastgewerbe der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-gaststätten (NGG). „Das BAG blendet unserer Auffassung nach, die Realität digital gesteuerter Arbeit aus. Wer Beschäftigte per App steuert, kontrolliert und sanktioniert, übt Leitungsmacht aus – auch ohne physische Präsenz.“

Baumeister kritisiert: „Die Entscheidung eröffnet Lieferando und anderen Plattformunternehmen weiterhin die Möglichkeit, Betriebsratsstrukturen zu erschweren und Mitbestimmung nach Belieben zu umgehen. Rechtssichere Betriebsratswahlen und eine wirksame Interessenvertretung der Beschäftigten werden so systematisch beeinträchtigt – wenn nicht verhindert.“

Die NGG fordert die Bundesregierung auf, diese offensichtliche Regelungslücke umgehend zu schließen. „Gerade in einer durch prekäre Arbeitsbedingungen geprägten Branche wie den Essenslieferdiensten brauchen wir Betriebsräte, deren Existenz rechtlich abgesichert ist“, so Baumeister.

Vor dem Hintergrund der im vergangenen Jahr bekannt gewordenen Pläne von Lieferando, rund 2.000 Stellen in eine „Schattenflotte“ aus Subunternehmen und Scheinselbstständigen auszulagern, bedeutet die Entscheidung nach Angaben der Gewerkschaft einen weiteren schweren Rückschlag für die Beschäftigten und ihre Betriebsräte im Kampf um gute, faire und mitbestimmte Arbeitsbedingungen. [jdm]

Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“: Neues aus dem Emsland Archäologie Museum

Das Emsland Archäologie Museum lädt am Dienstag, 3. Februar, um 18 Uhr zu einem spannenden Blick hinter die Kulissen des Museums ein. Im Rahmen der Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“ präsentieren Museumsleiterin Lisa Schadow und Kreisarchäologe Thomas Kassens ausgewählte Funde aus dem Emsland und ordnen diese in aktuelle archäologische Forschungsfragen ein. Im Depot des Museums lagern zahlreiche archäologische Schätze: Von unscheinbaren Alltagsgegenständen vergangener Jahrhunderte bis hin zu spektakulären Entdeckungen, die unser Bild der Regionalgeschichte neu prägen. 

Die Veranstaltung ist Teil der Vortragsreihe „Geschichte vor Acht“, die alle zwei Monate jeweils am ersten Dienstag um 18 Uhr im Atrium des Emsland Archäologie Museums stattfindet. Renommierte Fachreferent*innen aus den Bereichen Archäologie, Geschichte und Kulturwissenschaft stellen dabei aktuelle Forschungsergebnisse vor. Eine Anmeldung wird erbeten unter Telefon 05931 6605 oder per E-Mail an info@archaeologie-emsland.de. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. [Landkreis Emsland]

CDU-Lobbyverband: Arbeiter sollen Zahnbehandlungen selbst zahlen

Der Wirtschaftsrat der CDU ist ein Lobbyverband von nach eigenen Angaben etwa 13.000 Unternehmern. Er ist nicht Teil der CDU, aber die CDU hat einen Vertreter des Vereins in seinen Vorstand kooptiert, sich also den Lobbyismus direkt ins Haus geholt.

Jetzt hat sich der Verein eine „Agenda für die Arbeitnehmer in Deutschland“ ausgedacht. Denn nichts machen die Unternehmer lieber, als sich Gedanken zu machen, was für die ArbeiterInnen das Beste ist.

Das Beste für die ArbeiterInnen ist laut diesem neuen Papier, wenn die ArbeiterInnen ihre  Zahnarztbehandlungen selbst bezahlen. Geschäfte müssen in Zukunft keinen SCHUFA-Auszug mehr anfordern, weil ein Blick auf den Zahnstatus genug Auskunft über die Finanzen erteilt. Gut für die ArbeitnehmerInnen finden es die Unternehmer auch, wenn die Pflegeversicherung im Pflegefall weniger bezahlen würde. Unfälle auf Arbeitswegen sollten nicht mehr versichert sein – auch ganz gut für ArbeitnehmerInnen. Mütterrenten, Frührenten sind laut CDU-Wirtschaftsrat gar nicht gut; gut sind weniger Rente und späterer Renteneintritt.

Jetzt, wo die Arbeitslosigkeit steigt, fänden es die CDU-Unternehmer gut, wenn es Arbeitslosengeld I nur noch ein Jahr gäbe. Und dass der Antrag auf Arbeitslosengeld so schnell bearbeitet wird, muss auch nicht sein. Stellen bei der Arbeitsagentur sollten gestrichen werden.

Sogar um die Wohnungsnot machen sich die CDU-Leute Gedanken. Die Kommunen sollen mehr Bauland zur Verfügung stellen, die  Regeln bei der Bauordnung und beim Klimaschutz abschaffen und alle Steuern, die einen Immobilienkonzern treffen können abschaffen. Dann wird das schon was mit dem billigen Wohnen.

Unternehmenssteuersätze sollen natürlich gesenkt werden und Erbschaftssteuer für Unternehmer darf auf keinen Fall eingeführt werden – nur bei den Erbschaftssteuern für Arme soll es bleiben – es soll also bleiben, wie es ist.

Lesen Sie sich das Horror-Papier des CDU-Wirtschaftsrates einmal durch, damit Sie wirklich wissen, wo sich der Millionär Friedrich Merz und sein Generalsekretär Carsten „Ich hab schon mal ein Jahr gearbeitet“ Linnemann ihre Ideen herholen. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 02.02.2026: Emsbüren
Dienstag, 03.02.2026: Baccum
Mittwoch, 04.02.2026: Lengerich
Donnerstag, 05.02.2026: Flechum
Freitag, 06.02.2026: Klein Berßen
Samstag, 07.02.026: Borsum
Sonntag, 08.02.2026: Schwefingen
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Die WTD 91 meldet für den 02.02.2026 bis 06.02.2026 außer auf dem Schlagbrückener Weg keine Sperrungen. [jdm]

Connemanns Angriff auf Arbeitnehmerschutzrechte

In § 1 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBf) steht: „Ziel des Gesetzes ist, Teilzeitarbeit zu fördern, die Voraussetzungen für die Zulässigkeit befristeter Arbeitsverträge festzulegen und die Diskriminierung von teilzeitbeschäftigten und befristet beschäftigten Arbeitnehmern zu verhindern.“

Es handelt sich also um ein Arbeitsschutzgesetz. Kurz zusammengefasst steht darin, dass eine ArbeitnehmerIn verlangen kann, dass er/sie in Teilzeit arbeiten kann, wenn sich der Arbeitsplatz dafür eignet.

Gitta Connemanns Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) hatte in einem Antrag an den CDU-Parteitag gefordert, dass dieser Anspruch abgeschafft wird. Der Titel des Antrags lautete „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“.

Das führte schon zu sehr viel Widerspruch, auch vom CDU-Sozialflügel. Es wird darauf hingewiesen, dass vor allem Frauen wegen der Kindersorge oder Pflege von Familienangehörigen nicht in der Lage seien, Vollzeit zu arbeiten. Und es gibt noch viele andere Gründe für Teilzeitarbeit. Auch Arbeitgeber, z. B. im Pflegebereich oder in der Gastronomie haben argumentiert, dass für sie Teilzeitarbeit unverzichtbar ist.

Aber darum geht es der CDU-Bundestagsabgeordneten unseres Wahlkreises, Connemann, in dem Antrag ja gar nicht. Diese Fakten bestreitet sie auch nicht. Wie der Titel schon anzeigt, geht es Connemann um die Diffamierung von Teilzeitarbeitenden. Denn das passt einfach zu gut in die Kampagne des Millionärs Friedrich Merz, nach der die Arbeiter in Deutschland einfach zu faul seien. „Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten“, sagte sie dem „Stern“.

Es geht darum, Schutzrechte von ArbeitnehmerInnen abzubauen – egal welche. In dem Antrag verlangen Connemanns Unternehmerfreunde, dass ArbeitnehmerInnen gegenüber dem Arbeitgeber einen persönlichen Grund angeben müssen, wenn sie in Teilzeit wechseln wollen. Es soll eine Stimmung erzeugt werden, in der der Unternehmer derjenige ist, der das alleinige Sagen hat. ArbeitnehmerInnen sollen in die Position des Bittstellers gebracht werden, dem der Arbeitgeber dann auch eine Teilzeitstelle gewähren kann.

In Zeiten des Rechtsrucks, in Zeiten, in denen Leuten wie Elon Musk trotz ihrer arbeitnehmerfeindlichen Haltung von den Landespolitikern Grund und Boden inklusive Rechtsbrüche geschenkt werden, in denen die CDU es begrüßt, wenn die USA Präsidenten anderer Länder entführen, wird hier das Bild des „Führers“ wieder neu gemalt. Nur heißt der Wirtschaftsführer jetzt „Dealmaker“ oder „Entrepreneur“. In der Propaganda der neoliberalen Rechten sind sowohl der Staat, als auch Arbeiter nicht in der Lage zu wirtschaften; das können nur die Unternehmer.

In einem Interview in der Ems-Zeitung am Samstag konnte sich Connemann rechtfertigen. Mit ihrem populistischen Instinkt nutzte sie gleich zwei rechte Diskussionsfiguren für ihre Anliegen.

Zuerst die verfolgte Unschuld: „Aber es muss doch noch möglich sein, in diesem Land eine arbeitsrechtliche Frage überhaupt zu diskutieren,“ sagt eine, deren Partei und Regierung administrativ alles aufbringt, um Kritiker des Rüstungskurses oder des Gaza-Kurses der Regierung zu sanktionieren.

Die zweite Figur ist die des starken Mannes, der handelt und nicht lange redet: In ihrem Praxis-Beispiel erzeugt sie eine einfache Empörung, statt ein Problem zu erörtern. „Nur ein Beispiel: Ein Bürgermeister schrieb mir, dass er eine Erzieherin für eine Kita auf Vollzeit eingestellt hat. Sie will jetzt ihre Arbeitszeit um drei Stunden verkürzen – und das am Freitag. Er kann dies nicht ablehnen. Aber woher bekommt er jetzt einen Ersatz für drei Stunden?“ Wenn der MIT-Vorstoß gegen die Teilzeitarbeit hier Abhilfe schaffen soll, heißt das wohl, dass der Bürgermeister im Beispiel das Ansinnen einfach ablehnen soll. Der Chef als der Betriebsführer soll das Sagen haben. Basta. Connemann rechnet damit, dass viele Leser des Interviews diesen Schnellschuss nachvollziehen und damit einfachen Instinkten folgen.

Wenn es Connemann tatsächlich um mehr Produktivität, eine bessere Absicherung von Beschäftigten und Sicherung von Einnahmen für die Sozialversicherung ginge, könnte sie sich um allgemeinverbindliche Tarifverträge, unbefristete Arbeitsverträge, Abschaffung der Leiharbeit und von Werkverträgen kümmern und die bessere Absicherung von 7 Millionen Menschen in Minijobs durch eine generelle Sozialversicherungspflicht kümmern. Das würde auch die Teilzeitquote senken.

Aber Frau Connemann geht es ja auch nicht um praktische Lösungen für Betriebe und Mitarbeiter, sondern um die Propaganda gegen Arbeitnehmerrechte und um die Aufweichung der Rechte. [jdm]

Gleichmacherei im Namen der Gleichberechtigung – Wie die Frauen-Union Schutzrechte relativiert

Die Frauen-Union der CDU hat vorgeschlagen, Frauen künftig in die Erfassung, Musterung und perspektivisch auch in eine Wehr- oder Zivildienstpflicht einzubeziehen. Damit folgt sie derselben Logik, die bereits die aktuelle Debatte prägt: Junge Menschen, kaum dem Kindes- und Jugendalter entwachsen, erscheinen vor allem als verfügbare Größen, als statistische Einheiten im Dienst militärischer Bedarfsplanung. Nun werden insbesondere Frauen als „ungenutztes Potenzial“, als „Personalreserve“ und als demografischer Faktor in den Blick genommen.

Diese Perspektive ist nicht neu. Bereits Teile von Bündnis 90/Die Grünen haben mit Konzepten eines militärischen Zwangsdienstes und anderer sogenannter „Freiheitsdienste“ ähnliche Denkfiguren etabliert. Gemeinsam ist ihnen der blinde Fleck für die gesellschaftliche Realität junger Menschen – hier insbesondere von Frauen. Denn Frauen tragen weiterhin den Großteil unbezahlter Arbeit, sind überdurchschnittlich von sozialen Einschnitten betroffen und haben in Krisenzeiten einen erhöhten Schutzbedarf.

Warum also ist es der Frauen-Union ein Anliegen, ausgerechnet Frauen, die aufgrund von Doppelbelastung und Care-Arbeit seit Jahren Entlastung einfordern, zusätzliche Verpflichtungen aufzuerlegen? Warum wird Gleichstellung hier nicht als Abbau bestehender Ungleichheiten verstanden, sondern als Ausweitung staatlicher Pflichten?
Hinzu kommt eine rechtliche Dimension: Eine verpflichtende Musterung oder Wehrpflicht für Frauen widerspricht Artikel 12a des Grundgesetzes. Die Frauen-Union spricht von Gleichberechtigung, wenn Schutzrechte für Frauen aufgehoben werden sollen.

Dieses Gesetz ist kein Anachronismus, sondern das Ergebnis langer demokratischer Auseinandersetzungen und Ausdruck verfassungsrechtlichen Schutzes. Dass die Frauen-Union dieses erkämpfte Recht abschaffen will, wirft ein bezeichnendes Licht auf ihr Verhältnis zu Grundrechten. [Joop Deters]

Ausstellung am Emslandmuseum Schloss Clemenswerth zeigt Winterbräuche im Emsland – Heimatverein Wippingen beteiligt

Screenshot Ausstellung Winterbräuche Clemenswerth 02-2026

Der Winter ist die vierte Jahreszeit. Er rundet das Jahr ab, lässt es zur Ruhe kommen, verleiht der Natur einen anderen Klang und ein neues Gesicht. Unter der Decke aus weißem Schnee und eisigem Frost kann sie sich erholen, Kraft sammeln und Anlauf nehmen für einen oder viele Neuanfänge. Und heute wie früher sind die Tage kurz und die Sonne steht tief, so dass die Stimmung zwischen Gemütlichkeit und Winterblues hin und her schwankt.

Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth nutzt die Zeit, um mit Besuchern über die unterschiedlichen Bräuche und Geschichten ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung wird zu einem Erzählcafé, in dem geklönt und geschnackt wird.

Die Ausstellung zeigt Fotografien von Lambert Brand und Georg Schröer. Lambert Brand aus Werpeloh ist Wippingern möglicherweise namentlich bekannt, weil viele Berichte über Wippingen im EL-Kurier und NOZ von ihm stammen. Beteiligt sind zudem die Heimatvereine Sögel, Berßen und Wippingen. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 1. Februar, um 12 Uhr zu den Tönen der Winterhörner vom Heimatverein Sögel. Dazu gibt es Tee und Neujahrskuchen. Mehr dazu auf Clemenswerth.de. [jdm]

Arbeitslosigkeit im Emsland gestiegen

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Nordhorn (Emsland, Grafschaft Bentheim) im Januar 2026 jahreszeitlich üblich gegenüber dem Vormonat gestiegen und betrug 3,7 Prozent; im Januar 2025 waren es 3,8 Prozent.
„Im Berichtsmonat Januar fällt auch der Jahreswechsel noch in den Betrachtungszeitraum. Einige befristete Arbeitsverträge endeten mit dem 31. Dezember, so dass wir gerade zu diesem Zeitpunkt üblicherweise spürbar mehr Arbeitslose registrieren. Das ist auch diesmal nicht anders gewesen“, erläutert René Duvinage, Chef der Agentur für Arbeit Nordhorn, die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt. „Da die Arbeitsmarktlage angesichts der allseits bekannten Rahmenbedingungen weiterhin angespannt ist, sollten wir in den kommenden Monaten auch leider keine deutliche Trendwende erwarten. Ein deutliches Indiz dafür ist die im Augenblick vergleichsweise mäßig hohe Nachfrage der Betriebe nach neuen Arbeitskräften. Demzufolge ist eher damit zu rechnen, dass die Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen könnte.(…).“

Im Emsland waren 7.495 Menschen arbeitslos gemeldet, 481 Personen mehr (7 Prozent) als im Dezember und 74 Personen bzw. 1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,7 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 3,7 Prozent.

Die Spanne der Quoten in den Geschäftsstellenbezirken reichten im Januar 2026 von 3,4 % in Lingen bis 4,6 % in Papenburg. In der Geschäftsstelle Sögel lag die Arbeitslosigkeit im Januar 2026 bei 3,5 %. (Quelle: Agentur für Arbeit Nordhorn, Pressemitteilung, Arbeitsmarktreport Januar 2026)

Deutschlandweit stieg die Zahl der Arbeitslosen über drei Millionen. Verglichen mit Dezember stieg ihre Zahl um 177.000 auf 3,085 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Es ist die höchste Januar-Zahl seit 2014. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,4 Punkte auf 6,6 Prozent, berichtet die Tagesschau. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Nutrias auch über Tag auf Futtersuche

Von Nutrias aufgewühlte Erde

Die anhaltenden winterlichen Bedingungen erschweren offenbar zunehmend die Futtersuche der Nutrias. Während man die Tiere sonst in der Regel tagsüber nur im Wasser schwimmen sieht, kann man sie nun auch gelegentlich am helllichten Tag in der Nähe von Gewässern laufen sehen. Zurzeit scheinen sich die Tiere vornehmlich mit Eicheln zu versorgen. Diese liegen in der Regel relativ leicht auffindbar unmittelbar unter dem Laub der Bäume. So kann man unter Eichenbäumen vereinzelt umgewühlte Laubflächen von mehreren Quadratmetern vorfinden, beispielsweise am Seitenkanal nördlich der Neudörpener Straße in Dörpen. (Hier suchen allerdings auch Biber nach Futter, weswegen die aufgewühlten Flächen nicht nur den Nutrias zuzuordnen sind.)

Überfahrener Nutria

Ebenso findet man durchwühlte Flächen unter den Eichen an der Straße entlang der Bäke (Wippinger Dever) südlich von Neudörpen. Auf dem Weg zu den Bäumen müssen die an dem Gewässer lebenden Tiere allerdings die Straße überqueren. Das ist offenbar einer großen Nutria zum Verhängnis geworden, denn das Tier lag gestern tot auf der Straße. Da aus dem Kopf Blut ausgetreten war, darf man davon ausgehen, dass es überfahren wurde. Mit einer Körperlänge von ca. 55 cm war die Nutria ein relativ großes Exemplar, denn die Maximalkörperlänge beträgt in der Regel 60 cm bis 65 cm.

Nutrias unterliegen in Niedersachsen übrigens dem Jagdrecht und zählen somit zu den jagdbaren Tieren. Auch im Straßenverkehr verendete Tiere (Fallwild) gehören rein formal dem Jagdpächter. Und der sollte die auf Straßen verendeten Nutrias auch bei der Meldung seiner Jagdstrecke angeben. Laut dem Landesjagdbericht Niedersachsen 2024/2025 betrug der Anteil des Fallwildes bei Nutrias lediglich 428 von insgesamt 53.320 gemeldeten Tieren, was weniger als ein Prozent entspricht. Dies lässt Zweifel daran aufkommen, ob die Mehrzahl der im Straßenverkehr umgekommenen Tiere tatsächlich von der Statistik erfasst wird. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Massive Störungen der Aura: Theatergruppe Wippingen spielt auf

Plakat Theatergruppe Wippingen 2026

"Aura up Crashkurs": Ab morgen geht es los mit den Aufführungen der Theatergruppe Wippingen in der Mehrzweckhalle.

Am Freitag um 16 Uhr findet die Generalprobe statt. Am Samstag, dem 31.01.2026 hat nach der Aufführung um 19 Uhr ein DJ seinen Auftritt.

Am Sonntag, dem 1. Februar findet die Aufführung nach der Kaffee und Kuchen-Tafel um 15 Uhr statt. Am Freitag, dem 6. Februar gibt es nach der Aufführung um 19 Uhr Tanz. Und die letzte Chance für den diesjährigen Theaterbesuch gibt es am Sonntag, dem 8. Februar um 19 Uhr.

In der plattdeutschen Komödie von Michael Schmidt geht es um Bernie, die gerade ein Video für ihr neues Unternehmen "Knodel" dreht, dem kosmisch-neutralen Ort der energetischen Liebe. Beratungen, ganz ohne Rechnung, nur Spenden, denn sie möchte keine Steuern zahlen. Dann kommt ihr Mann früher von einer Geschäftsreise heim und Isa vom Finanzamt taucht auf. Es wird hektisch und die Aura wird massiv gestört. [jdm]