Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit – Paritätischer Armutsbericht 2026

Armutsbericht 2026 des Paritätischen Gesamtverbandes

Soziale Errungenschaften stehen unter Druck: Armut wächst, Pflege wird immer teurer, Krankenhäuser kämpfen ums Überleben. Und trotzdem drohen weitere Kürzungen und Belastungen für die Menschen, die am meisten auf einen funktionierenden Sozialstaat angewiesen sind. 

Anlässlich der Konferenz der Gesundheitsminister:innen ruft deshalb das „Bündnis starker Sozialstaat in Niedersachsen“ morgen zu einer Kundgebung ab 12:30 Uhr auf dem Platz der Menschenrechte in Hannover auf.

Das Bündnis starker Sozialstaat in Niedersachsen ist ein Zusammenschluss von Gewerkschaften und Wohlfahrts- und Sozialverbänden, darunter auch der Paritätische Niedersachsen, der Kinderschutzbund Niedersachsen, die Lebenshilfe Niedersachsen, der VdK Niedersachsen oder der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen.

Auf der Kundgebung wird auch Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, sprechen.

Der Paritätische Gesamtverband hat vor wenigen Tagen seinen Armutsbericht 2026 veröffentlicht. Der Bericht mit dem Titel „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ enthält alarmierende Befunde: Die soziale Spaltung in Deutschland verschärft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut, die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent.

  • Die Armutsbetroffenheit ist im Betrachtungszeitraum der letzten fünf Jahre auf ihrem Höchststand. Insgesamt 13,3 Millionen Menschen sind hierzulande von Einkommensarmut betroffen. Die Armutsquote liegt bei 16,1 Prozent.
  • Frauen sind mit 16,7 Prozent etwas häufiger von Armut betroffen als Männer mit 15,6 Prozent.
  • Bei älteren Menschen ist die Situation unvermindert angespannt: Die Armutsquote liegt bei 19,5 Prozent. Damit ist inzwischen etwa jede fünfte Person ab 65 Jahren von Armut betroffen. Der Lebensabend droht zur Armutsfalle zu werden.
  • Ein-Personen-Haushalte und Alleinerziehende zählen zu den am stärksten von Armut betroffenen Haushaltstypen. Mit einer Armutsquote von 30,3 Prozent bei Alleinlebenden und 28,9 Prozent bei Alleinerziehenden ist jeweils rund jede dritte Person in diesen Lebenslagen betroffen.
  • Aktuelle Vorschläge der Regierung zum Sozialabbau (z. B. bei Wohngeld und Unterhaltsvorschuss) drohen die Armut bei Gruppen, die ohnehin besonders von Armut betroffenen sind, wie ältere Menschen und Alleinerziehende zu verschärfen.
  • Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich: Während in Bayern etwa jede achte Person von Armut betroffen ist, gilt dies in Sachsen-Anhalt für mehr als jede fünfte Person. In Bremen lebt sogar mehr als jede vierte Person in Armut.
  • 4,6 Millionen Personen leben in erheblicher materieller Entbehrung. Darunter etwa 1 Million minderjährige Kinder und Jugendliche und 650.000 Altersrentner*innen. [jdm]

Kleinfeldturnierwochenende der SG Renkenberge Wippingen 05.06.-07.06. – Über 330 Spieler aktiv

leinfeldturnierwochenende der SG Renkenberge Wippingen 05.06.-07.06. 2026

Am Freitag, den 5.6. startete das Kleinfeld Turnierwochenende der SG Renkenberge/Wippingen in Wippingen um 18:30 Uhr mit einem AH-Turnier.

Es nahmen 9 Teams im 5+1 Modus teil, Turniersieger wurde Raspo Lathen, die sich im Finale per Penaltyschießen gegen den SV Langen durchsetzten.

Hier die Platzierungen:

  1. Raspo Lathen
  2. SV Langen
  3. Fortuna Fresenburg
  4. SG Renkenberge / Wippingen

Am Samstag morgen startete das erste E-Jugend Turnier um 09:30 Uhr bei hervorragendem Wetter mit 9 Teams.

Platzierung :  1. Sögel  II   2. RW Heede II    3. VFL Emslage II   4. Sigiltra Sögel III    5. SUS Rhede   6. SG Wipp/Renk   II    7. Sg Wipp/Renk III   8. Lathen III   9. Lathen IV

Im Anschluss startete um 11:30 Uhr das zweite E-Jugend Turnier mit 7 Teams auf höhere Leistungsstärke

Platzierung :   1. SUS Lehe  2. VFL Emslage   3. RW Heede 1   4. SUS Rhede   5. SG Wipp/Renk    6. BW Papenburg II     7. TUS Aschendorf

Den Abschluss des Samstags bildete das D-Jugend Turnier :

Platzierung :   1. RW Heede  2. Raspo Lathen   3.  SG Wipp/Renk II    4.   SG Wipp/Renk I    5. JSG Nordhümmling    6. ASD/Herbrum

Am Sonntag spielten die Mini Kicker und im Anschluss die F-Jugend im Funino Modus (3 gegen 3 auf 4 Minitore pro Spielfeld).

Hier lieferten sich mehrere Teams spannende Spiele auf 8 Spielfeldern gleichzeitig.

Die Jugendabteilung der SG Renkenberge/Wippingen bedankt sich bei allen Trainern und Betreuern der Jugendteams sowie allen Eltern die zu einer tollen Turnierumsetzung beigetragen haben. [Christoph Schwering]

Brandschutzerziehung für Grundschulkinder – Spannender Vormittag im Feuerwehrhaus

Grundschule bei der Feuerwehr Ahlen 06/2026

Bereits am 29.05.2026 erlebten 72 Kinder der Grundschulen Kluse, Wippingen – Renkenberge und Neubörger einen lehrreichen und abwechslungsreichen Vormittag rund um das Thema Brandschutz. Im Rahmen einer Brandschutzerziehung wurden den Schülerinnen und Schülern wichtige Kenntnisse über den sicheren Umgang mit Feuer sowie das richtige Verhalten in Notfällen vermittelt.

An fünf abwechslungsreichen Stationen konnten die Kinder verschiedene Themen rund um die Feuerwehr und den Brandschutz praxisnah kennenlernen. Unterstützt wurden sie dabei von 16 ehrenamtlichen Brandschutzerziehern, die ihr Fachwissen mit viel Engagement und anschaulichen Übungen vermittelten.

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren unter anderem, wie ein Notruf richtig abgesetzt wird, welche Gefahren von Feuer und Rauch ausgehen und wie man sich im Ernstfall richtig verhält. Durch die praktischen Übungen und die kindgerechte Vermittlung der Inhalte wurde das wichtige Thema Brandschutz verständlich und nachhaltig nähergebracht.

Die Veranstaltung war für alle Beteiligten ein voller Erfolg und zeigte einmal mehr die Bedeutung der Brandschutzerziehung für die Sicherheit von Kindern. Ein besonderer Dank gilt den 16 freiwilligen Brandschutzerziehern, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz zum Gelingen dieses lehrreichen Vormittag beigetragen haben.

Zum Abschluss erhielten alle Kinder als Anerkennung für ihre erfolgreiche Teilnahme eine Urkunde. Mit großem Stolz nahmen die Schülerinnen und Schüler ihre Auszeichnung entgegen und konnten die Veranstaltung mit vielen neuen Eindrücken und wertvollem Wissen rund um den Brandschutz beenden. [Andre Demmelhuber]

Fick Dich

Wie Sprache zum Kriegstreiber und Friedensverhinderer wird

  • Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir
Tafelbild
Ulrich Scholz

Wer täglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, der wird Worte wie im Titel regelmäßig hören. Auch im Privaten scheuen sich unsere Heranwachsenden nicht, sie auch gegenüber Erwachsenen zu benutzen. So geschehen im Haushalt meiner Vermieter. Die Enkelin war zu Besuch und hatte ihre Freundin mitgebracht. Die beiden Mädchen (12 Jahre alt) hatten es sich im Wohnzimmer gemütlich gemacht und wollten Fernsehen gucken. Der Herr des Hauses, ein würdiger Rentner und vormals Kapitän eines Zollbootes, untersagte es ihnen. Im folgenden Wortwechsel fiel dann von der Freundin der ungeheuerliche Satz: Ich trete Dir gleich in die Eier. Meine Vermieterin war entsetzt und fragte mich, ob eine solche Sprache für Kinder heute normal sei. Sie fragte mich deswegen, weil ich zu der Zeit an einer Gesamtschule als Lehrer tätig war.

Für mich war das Ereignis Anlass, diese Art der Umgangssprache in meiner Klasse zum Thema zu machen. Ich bat die Schüler, mir Beispiele dieser Sprache zu nennen (siehe Titel-Foto), was sie mit Eifer taten. Als ich sie fragte, warum sich Schüler auf diese Weise anredeten, kam es zu leidenschaftlichen Beiträgen. Es war, als ob ein Deckel vom Topf fliegt, der mit Aggression beschriftet war. Alle meine Versuche, an ihren Beispielen in Richtung Verständnis für den anderen und Mäßigung in der Sprache zu moderieren, wurden kategorisch zurückgewiesen. Der andere hätte angefangen und damit die Beschimpfung verdient. Wie an jeder Schule, an der ich in den letzten 12 Jahren als Seiteneinsteigerlehrer tätig war, bemühten sich Schulleitung und Kollegium dieser Umgangskultur, die immer wieder auch in Gewalt umschlägt, Herr zu werden. Verhaltensregeln werden auf Plakaten im Klassenraum an die Wände gehängt, die die Schüler unterschreiben müssen. Dabei ist jedes Vergehen mit konkreten Disziplinarmaßnahmen gekoppelt. Damit will man zur Verantwortung für das eigene Handeln erziehen und natürlich abschrecken. Das mag im Einzelfall gelingen. Eine Kultur kann man auf diese Weise nicht verändern. Die hat ihre Ursachen im gesellschaftlichen.

  • Ich verletze niemanden

Getreu des alten Satzes aus der Psychologie, wenn Du einen anderen Menschen verändern willst, must du dich selbst verändern habe ich mein Lehrerverhalten geändert. In meinen Klassen gab es keine Plakate. Meine einzigen Ansagen waren, was ins Klo gehört, nehme ich nicht in den Mund und ich verletze niemanden. Die erste fanden die Schüler cool. Sie begannen, sie sich gegenseitig vorzuhalten. Die zweite hat es in sich. Verletzen bedeutet eben nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch seelische, die herabsetzt und damit würdelos, traurig und verzweifelt machen kann. Dabei ist nicht wichtig, wie der Täter etwas gemeint hat, sondern allein, wie der andere es empfinden könnte. Die geschilderte Sprachkultur an unseren Schulen weist daraufhin, dass es mit der Empathie an unseren Schulen nicht weit her sein kann. Das ändert sich in der Regel mit dem Ende der Pubertät.

  • Verschütt gegangene Empathie

Zielsetzungen führen zur Anpassung an vorgegebene Regeln. Man ist “klüger” geworden. Empathie, die beim Kleinkind normalerweise über bedingungslose Liebe erfahren wurde, wird von sogenannte Soft Skills übernommen, die im Rahmen der Berufsausbildung zielorientiert gelernt werden. Für jemanden, der liebevolle Bezugspersonen in Familie und Schule erfahren hat, sind sie eine bereichernde Weiterbildung. Für jemanden, der während dieser Zeit Empathie verlernt hat, sind Soft Skills Mittel zum Zweck. Solche Menschen können Empathie situationsbezogen zeigen, ohne sie wirklich zu fühlen. Bei entsprechender Intelligenz und Ausbildung können sie in die höchsten Positionen aufsteigen. Vielleicht haben Sie in ihrem Leben solche kennengelernt und können mir zustimmen, dass die nicht immer leicht zu erkennen sind. Zwei Merkmale sind sicherlich Egozentrismus und Rücksichtslosigkeit. Solange sie damit erfolgreich sind, gelten sie als Macher, die halt “so” sein müssen. Mangelnde Empathie wird mit “menschlich ein bisschen schwierig” entschuldigt. In der politischen Führung eines Landes können solche Menschen sehr gefährlich werden. Sie verursachen nämlich Kriege und sind friedensunfähig. Ihre Sprache verrät sie. Die älteren werden sich vielleicht erinnern.

  • Empathie – eine Erfolgsgeschichte des 20. Jahrhunderts

In Reykjavik, der isländische Hauptstadt, trafen sich 1986 der damalige US-Präsident Reagan und Michael Gorbatschow, der Parteisekretär der kommunistischen Partei der Sowjetunion (SU). Sie wollten über die Abrüstung von Atomwaffen reden. Reagan hatte die SU immer als “Evil Empire” bezeichnet und das SDI-Programm aufgelegt (Strategic Defense Initiative). Es sah vor, Laser gestützte Satelliten im Weltraum zu stationieren, um im Fall eines Krieges russische Atomraketen abzufangen. Sprache hatte eine Bedrohung konstruiert, die Aufrüstung legitimierte. - Obwohl wegen Detailfragen kein Abkommen unterzeichnet wurde, war man sich in Reykjavik nähergekommen. Beide Staatsmänner versprachen sich, weiter zu verhandeln. Dabei sollten auch andere Themen wie Menschenrechte auf die Agenda kommen. Das persönliche Kennenlernen hatte Sympathie füreinander erzeugt. Damit wurde Empathie für die gegnerische Position möglich. Unterschiedliche Weltanschauungen, vergangene Politik und Sprache waren unwichtig geworden. Wofür Bundeskanzler Willi Brandt einige Jahre vorher im deutschen Bundestag von der CDU als Verräter beschimpft wurde, fand hier seine Fortsetzung. Dessen Neue Ostpolitik setzte auf Empathie mit den kommunistischen Staaten in Osteuropa, die im 2. Weltkrieg unter dem deutschen Angriffskrieg fürchterlich gelitten hatten. Sie führte einige Jahre später zur Begegnung in Reykjavik und letztendlich zum Ende des Kalten Krieges und zur Wiedervereinigung. Wo ist diese Empathie gegenüber Russland heute? – Sie wird mit aller Macht verhindert.

  • Empathie – eine Katastrophengeschichte des 21. Jahrhunderts

Man befeuert den Krieg in der Ukraine durch Waffenlieferungen und macht sich damit mitschuldig, dass ein Verhandlungsfrieden nicht zustande kommt. Vor Allem befeuert man ihn durch eine kriegstreiberische Sprache, die im Mantel von Moral und Recht daherkommt. Seit Beginn des Einmarsches der russischen Armee in die Ukraine vergeht kein Tag, an dem unsere Politiker und Medien Putin als Monster darstellen, der die Ukraine vereinnahmen will, um dann Europa zu überfallen. Seine Absicht sei, in Europa ein Großrussisches Reich zu schaffen, in dem er Zaren-gleich herrschen könnte. Diese Sprache ist in unserer Bevölkerung schon längst auf fruchtbaren Boden gefallen, wie ich in vielen Gesprächen immer wieder feststellen muss. Ein solches erlebte ich in einer Hotebar. Eine anwesende Reisegruppe diskutierte den Ukraine-Krieg. Putin Bashing pur. Irgendwann habe ich meinen Sitznachbarn gefragt: Was wissen sie eigentlich über Russland? – Geschichte, Geografie, Kultur? - Da kam nicht viel! – Ich habe weiter gefragt: Was wissen Sie über den Leidensweg der russischen Bevölkerung während des Einmarsches Napoleons, während der Zarenzeit und der Revolution, die in der Folge unvorstellbare Hungersnöte auslöste? Was wissen Sie über den Gulag, den millionenfachen Opfern der Deportationen nach Sibirien unter dem Stalinregime? Was wissen Sie über die Einkesselung der Stadt Leningrad durch die deutsche Wehrmacht 1944? Sie dauerte über 800 Tage und hat 1 Millionen Menschen das Leben gekostet. Man hatte sogar Menschenfleisch gegessen, um zu überleben. – Den Ja-Aber Einwand habe ich natürlich konzediert. Alles das rechtfertigt nicht den Einmarsch in die Ukraine.

  • Empathie – der einzige Weg zu einem nachhaltigen Frieden

Worauf ich aufmerksam machen wollte, ist, dass diese Geschichte auch Herrn Putins Geschichte als russischer Staatspräsident ist. Wenn man das berücksichtigt, kann man vielleicht verstehen, warum er, wie die meisten Russen, die NATO-Osterweiterung als eine Bedrohung empfunden haben muss. Damit kann man seinen Einmarsch in die Ukraine verstehen. Mangelnde Empathie, die schon Jahre vor dem Ukrainekrieg ein Zerrbild von Herrn Putin erzeugt hat, macht heute eine Friedenlösung im Ukrainekrieg unmöglich und hat einen neuen Kalten Krieg entfacht. Herr Putin ist nicht die eigentliche Ursache. Es ist die Unfähigkeit unserer Politiker zur Empathie. Die hat auch ihre Ursachen. Vielleicht liegt sie in einer gesellschaftlichen Entwicklung bei uns, in der wahre Empathie verlorengegangen ist. Das Schulbeispiel lässt darauf schließen. Ein Symptom für diesen Verlust ist die Sprache. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Gewerbegebiet an der B 70: Gemeinde Dörpen kauft Fläche zurück

Gewerbegebiet Dörpen

Der erste Verkauf einer Gewerbefläche östlich der Bundesstraße 70 war für die Leitung der Gemeinde mit viel Hoffnung auf eine aufblühende wirtschaftliche Zukunft in Dörpen verbunden. Und nachdem Anfang 2023 ein Bauzaun aufgestellt worden war und eine erste Bodenbearbeitung stattgefunden hatte, zeigte sich die Spitze der Kommune sehr optimistisch und tat dies auch so im Mitteilungsblatt „Dörpen wörtlich”, Ausgabe II./2023 kund. Die erste Gewerbehalle wachse aus dem Boden, wurde berichtet. Und das Spitzentrio aus Gemeindedirektor, Wirtschaftsförderer und Bürgermeister ließ sich vor dem Firmenschild des Käufers fotografieren.

Auffällig war allerdings, dass der Investor selbst nicht auf dem Foto zu sehen war. Offenbar hatte er keine Zeit für die Herren der Gemeinde – wichtige Geschäfte, darf man vermuten.
Ob dies schon ein schlechtes Omen war, bleibt dahingestellt. Es wurden zwar einige Container auf der Gewerbefläche abgestellt, und ein Stromgenerator schien auch arbeiten mit elektrischen Geräten zu ermöglichen, aber viel mehr ereignete sich seit drei Jahren nicht auf der Fläche. Gelegentlich sah man den Unternehmer aber auf der Fläche werkeln.

Bei einem zufälligen Zusammentreffen an der Gewerbefläche ergab sich im Juni 2024 die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch über seine Pläne. Die Verzögerungen beim Bau einer Gewerbehalle lägen an einem Missverständnis zwischen ihm und dem beauftragten Planungsbüro, teilte er mit. Er sei der Meinung gewesen, den Auftrag klar formuliert zu haben, aber das Büro hätte wohl auf einen schriftlichen Auftrag gewartet. Außerdem sei die deutsche Bürokratie bei der Antragstellung für den Bau für ihn als Niederländer beschwerlich, erklärte er. Bald gehe es aber voran.

Gewerbegebiet Dörpen

Im Herbst 2024 wurde dann eine Videoüberwachung des Geländes installiert. Hier bestand evtl. ein Zusammenhang mit einem bevorstehenden größeren Zeltfest (XXL-Frühschoppen) auf einer angrenzenden Fläche. Einige Monate später wurde die Überwachung der Fläche wieder aufgegeben.

Seit Ende 2025 hielt sich in der Gemeinde das Gerücht, der Investor sei verstorben und sein Vorhaben im Gewerbegebiet östlich der B 70 werde nicht fortgeführt. Dies bestätigte die Verwaltung nun auf Nachfrage. Man habe das Grundstück zurückgenommen, weil der Käufer plötzlich verstorben sei. Aus Rücksicht auf die schwierige Situation der Witwe duldet man den aktuellen Zustand auf dem Grundstück, dies auch, weil es bisher nicht erneut verkauft werden konnte.

Das Aufblühen des Gewerbegebiets östlich der B 70 lässt also weiterhin auf sich warten. Für eine blühende Landschaft kann hier nur das Jakobskreuzkraut sorgen, wenn die Flächen nicht bald gemäht werden. [HM/erstveröffentlicht auf gruenalternative.de/forum-d]

75 Jahre Emslandplan – Imagefilm von 1952

In einem Aufsatz in dem von der Emsländischen Landschaft herausgegebenen Buch zu "75 Jahre Emslandplan" berichtet Philipp Scheid über die Entstehung eines Imagefilms mit dem Titel "Moordämmerung".

Es handelt sich um einen 14:38 Minuten langen Bericht über die Emslanderschließung (auf Filmportal.de aufrufbar). Der Film wurde damals vom Bundesministerium für den Marshallplan in Auftrag gegeben. Als "Bericht" würde man diesen Film heute nicht mehr bezeichnen wollen. In Stil und Text erinnert die „Moordämmerung“ an Wochenschauen mit der pathetischen Sprache und der Musik im Stile Wagners.

Die erste Hälfte des Films stellt die Armut und schwere Arbeit in den emsländischen Moorgebieten dar, wobei gleichzeitig eine Idylle beschworen wird. Im zweiten Teil des Films werden die Maschinen - Trecker, Greifbagger, Walzen für den Straßenbau und der Ottomeyerpflug - gezeigt, wie sie die Landschaft umwälzen und den Menschen Arbeit und "unser tägliches Brot " geben. Natürlich gibt es im Film keine Hinweise drauf, dass noch 7 Jahre zuvor Zwangsarbeiter bei der Moorerschließung unter todbringenden Bedingungen im Moor arbeiten mussten.

Der Film ist in Ton und Text schwer erträglich. Aber er ist wegen seiner Bilder von dokumentarischem Interesse. Philipp Scheid schreibt: "Paradoxerweise ist uns der Zustand dieser alten Welt am Vorabend des Emslandplans nur noch in jenen fotografischen und filmischen Zeugnissen gegenwärtig, die diesen Wandel einst befördern sollten." [jdm]

Eichenprozessionsspinner nun wieder deutlich zu erkennen

Eichenprozessionsspinner 06/2026
EPS an einer Astgabelung

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) sind inzwischen so groß, dass sie leicht an Eichenbäumen zu finden sind. Insbesondere bei kleineren, jungen Eichen findet man sie an den unteren Astgabeln in einer Höhe von wenigen Metern. Gern werden die Nester unterhalb des vom Hauptstamm abgehenden Astes angelegt. Zurzeit findet man auch mehrere Nester nah beieinander, wie auf unserem Bild aus der Dörpener Füchtelmörte zu sehen ist.

Andererseits findet man aber auch Nester des Eichenprozessionsspinners am Stamm nahe am Boden, insbesondere wenn die Sonnenstrahlen nicht durch Schatten von belaubten Zweigen, Büschen oder hohen Gräsern abgehalten werden und so die Oberfläche des Baumes erwärmen.

Bei dem Schädling handelt es sich um eine heimische Art, die sich in den vergangenen Jahren aus südlicheren Regionen nach Norddeutschland ausgebreitet hat. Und der Klimawandel wird wohl bewirken, dass sich die wärmeliebenden Tiere bei uns weiterhin wohlfühlen und ausbreiten.

EPS am Stammfuß einer Eiche

Das Umweltbundesamt bietet übrigens eine Übersetzung eines niederländischen Leitfadens zur Eindämmung des Eichenprozessionsspinners auf seiner Homepage an. Unsere Beobachtungen werden darin bestätigt und ergänzt:
„Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt junge und halb ausgewachsene Eichen entlang von Straßen in einer offenen Landschaft mit wenig Unterwuchs anderer Pflanzenarten. Solitäre Eichen können auch von Eichenprozessionsspinnern kolonisiert werden. Besonders Plätze an Straßen, Mauern, Straßenpflaster, Rasen und Sandböden sind bei sonnigem Wetter im Frühling wegen der Wärmeabstrahlung des Untergrundes attraktiv.“

Wer sich also solchen Bäumen nähert, sollte zunächst den Blick in den unteren Kronenbereich der Bäume richten und die Äste „abscannen“, um unangenehme Überraschungen unter dem schattenspendenden Baum zu vermeiden.
Die Gemeinde Dörpen lässt übrigens auch in diesem Jahr eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners an publikumsintensiven Bereichen wie Schulen oder Kindergärten durchführen. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Dörpen: Beginn der Kirchenrenovierung St. Vitus

Kirche St. Vitus Dörpen

Nachdem die Bauausführungsgenehmigung des Bistums Osnabrück vorliegt, kann die Kirchenrenovierung St. Vitus beginnen. Dazu werden am 13. Juni die Bänke aus dem hinteren Bereich der Kirche schon entfernt und eingelagert.
Die Orgel wird aus Staubschutzgründen eingehaust und wird voraussichtlich Ostern 2027 wieder erklingen, nachdem sie dann selber überholt wurde. Die Figuren u.a. werden ebenso abgesichert.

Noch im Juni wird ein erstes Gerüst aufgebaut, damit mit der Restaurierung der Holzdecke der Kirche begonnen werden kann. Von Juni bis August wird der vordere Teil der Kirche noch als Gottesdienstraum nutzbar sein. Es werden dann einige Holzbänke zusätzlich aufgestellt, so dass in gutem Umfang Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Kirchendecke St. Vitus Dörpen

Voraussichtlich werden die Sonntagsgottesdienste ab Ende August im großen Saal des Christophorushauses gefeiert, ebenso die Werktagsmessen im Meditationsraum. Der Wiedereinzug in die Kirche ist für Weihnachten 2026 geplant. (Quelle: Pfarreiengemeinschaft Maria Magdalena, Pfarrnachrichten Nr. 10/2026) [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Neun Stauanlagen stärken Wasserrückhalt

Anlegen der Stauanlage per Bagger (Fotos: Landkreis Emsland)

Den regionalen Wasserhaushalt stärken und dabei den Klimawandel berücksichtigen – das ist der Hintergrund des Projekts „Nachhaltiges Wassermengenmanagement im Einzugsgebiet der Lotter Beeke“. Im Zuge des Projekts sind weitere konkrete Maßnahmen für ein nachhaltiges Wassermengenmanagement erfolgreich umgesetzt worden. Im Bereich der Gemeinde Handrup (Samtgemeinde Lengerich) wurden insgesamt neun steuerbare Stauanlagen sowie zwei Steinschwellen in Gewässern errichtet.

Stauanlage Lotter Beeke
Eine der insgesamt neun Stauanlagen in der Gemeinde Handrup, mit der effektiv je nach Bedarf Wasser reguliert werden kann.

„Die zahlreichen Hitzesommer verbunden mit verringertem Niederschlag und extremer Trockenheit sind alarmierend – insbesondere für das wasserverwöhnte Emsland. Es findet bei uns im Emsland daher seit geraumer Zeit ein Umdenken statt: Von der einstigen Ableitung des wertvollen Guts Wasser zum stärkeren Halten des Wassers in der Fläche, um so den Landschaftswasserhaushalt nachhaltig zu stabilisieren“, nennt Landrat Marc-André Burgdorf das Ziel des Projekts.

Die nun realisierten Maßnahmen markieren den Übergang von der Planung in die praktische Umsetzung. Die eingebauten Stauanlagen ermöglichen es, die Wasserstände – angepasst an Jahreszeit, Witterung und landwirtschaftliche Anforderungen – flexibel zu regulieren. „So kann der Wasserspiegel in den Gräben gezielt angehoben werden. Gerade in trockenen Phasen kann dies dem Austrocknen kleiner Gewässer entgegenwirken und Versickerung sowie die Grundwasserneubildung fördern“, erläutert Michael Reiners, Abteilungsleiter Allgemeine Wasserwirtschaft beim Landkreis Emsland. [Landkreis Emsland]

Die Standorte der Anlagen wurden im Rahmen des Projekts gemeinsam mit den beteiligten Akteuren vom Wasser- und Bodenverband Lotter Beeke sowie einem Fachbüro erarbeitet. Die bauliche Umsetzung erfolgte durch den Wasser- und Bodenverband Lotter Beeke als Unterhaltungspflichtigen und Staurechtsinhaber.

Der Landkreis Emsland hat die aktuelle Maßnahme finanziert und unterstützt den Prozess gezielt durch entsprechende Förderprogramme. Gemeinsam mit den Wasser- und Bodenverbänden sowie den Flächeneigentümern sollen damit weitere Projekte in der Fläche umgesetzt und so die Anpassung an die Folgen des Klimawandels aktiv vorangebracht werden. Auch in weiteren Projektgebieten im Landkreis – unter anderem im Bereich der Wasser- und Bodenverbände Ems-West und Süd-Nord-Kanal sowie Ahlder und Engdener Bach – werden derzeit Maßnahmen vorbereitet, um den Wasserrückhalt zu stärken. [Landkreis Emsland]

Biometrische Lichtbilder direkt vor Ort erstellen

Neuer Service: Fotostation in der Führerscheinstelle des Landkreises Emsland

Einfach zu bedienen und direkt vor Ort: Um künftig u. a. Führerscheine zu beantragen, kann das dafür notwendige Lichtbild sofort beim Landkreis Emsland erstellt werden. (Foto: Landkreis Emsland)

„Bitte lächeln!“ heißt es ab sofort in der Führerscheinstelle des Landkreises Emsland: Im Kreishaus II in Meppen können Bürgerinnen und Bürger mit einem Terminal zur Selbstbedienung (Speed Capture Kiosk) einen neuen Service nutzen, bei dem biometrische Lichtbilder und Unterschriften digital vor Ort erfasst werden. Diese Station steht künftig zur Verfügung, um Führerscheine, Fahrerkarten sowie Fahrerqualifizierungsnachweise zu beantragen.

Durch das neue Angebot entfällt die Notwendigkeit, ein biometrisches Passfoto zum Termin mitzubringen. „Das neue Verfahren vereinfacht den Antragsprozess erheblich, Antragstellende sparen Zeit und Aufwand. Die Nutzung ist unkompliziert, schnell, barrierefrei und kostengünstig“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

Durch die leicht verständliche und visualisierte Anleitung werden Antragstellende innerhalb weniger Minuten durch den Ablauf geführt. Die erfassten Daten werden zunächst anonymisiert gespeichert, verschlüsselt übertragen und erst am PC des Sachbearbeitenden mit den Daten des Antragstellenden verknüpft. Dank der papierlosen Erfassung und der medienbruchfreien digitalen Übertragung von Foto und Unterschrift können Daten direkt und zuverlässig weiterverarbeitet werden.

Die Gebühr für das digitale biometrische Passbild beträgt sechs Euro. [Landkreis Emsland]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 08.06.2026: Freren
Dienstag, 09.06.2026: Papenburg
Mittwoch, 10.06.2026: Meppen
Donnerstag, 11.06.2026: Geeste
Freitag, 12.06.2026: Haren
Samstag, 13.06.2026: Papenburg
Sonntag, 14.06.2026: Werlte
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben. [Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Die WTD 91 meldet für den 08.06.2026 bis 14.06.2026 außer auf dem Schlagbrückener Weg keine Sperrungen. [jdm]

Enzyklika als Gegenentwurf zur deutschen Politik

Die Enzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo XIV. wurde am 25. Mai 2026 (Pfingstmontag) offiziell veröffentlicht. Im Mittelpunkt dieses ersten Lehrschreibens des Papstes steht der Schutz des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI). Der Papst leitet den Umgang mit Ki her, indem er die Entwicklung der Katholischen Soziallehre nachzeichnet. Er versucht KI grob zu definieren: Es handelt sich um Datenverarbeitung. Damit tritt er dem Mythos, den die Chefs von Silicon Valley verbreiten wollen, entgegen, es handele sich um etwas, was in Konkurrenz zu den Menschen stehe oder sogar dem Menschen überlegen sei. "Fest steht jedoch, dass das Missverständnis zu vermeiden ist, diese „Intelligenz“ mit der menschlichen gleichzusetzen," ist ein Schlüsselsatz des Papstes.

Moderne Künstliche Intelligenzen werden nach Ansicht des Papstes eher „gezüchtet“ als „gebaut“: Die Entwickler entwerfen nicht jedes Detail direkt, sondern schaffen eine Architektur, auf der KI „wächst“. Damit ist die KI auch durch ihre Entwickler nicht beherrschbar oder vorhersehbar.

Der Papst bespricht die Folgen der KI für die Menschen in ethischer, sozialer und kultureller Hinsicht. Dabei entwirft er in Kontinuität zur Katholischen Soziallehre Anforderungen an den Staat, wie er die Würde der Menschen bewahren kann. Er warnt davor, den Menschen unter dem Gesichtspunkt der Effizienz zu betrachten. Man könnte glauben, er habe damit eine direkte Antwort auf die Auslassungen von Friedrich Merz über die faulen Arbeiter schreiben wollen. Dass Subsidiarität, also die Befähigung zur Selbsthilfe ohne die Solidarität nicht denkbar ist, betont der Papst mehrfach; auch damit steht er im Gegensatz zu den deutschen Politikern, die derzeit die Axt an den Sozialstaat ansetzen.

Die Kirche und die Gesellschaft seien keine getrennten Sphären, sondern die Kirche sei ein Teil der Gesellschaft und nehme somit an den gesellschaftlichen Debatten und Entwicklungen im Sinne der Soziallehre teil. Die Aussage der Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zum letzten Katholikentag in Würzburg, dass die Kirche zu oft wie eine weitere Nichtregierungsorganisation (NGO) agiere und dem Zeitgeist hinterherlaufe, dürfte somit auch dem päpstlichen Ansinnen diametral entgegen stehen.

Die Passagen der Enzyklika zur Kriegsgefahr stehen auch in direktem Gegensatz zu der Kriegsrhetorik der Bundesregierung und der überwiegenden Zahl der deutschen Medien. Er fordert zu verhandeln und jederzeit die Motive des Gegenübers zu beachten, um jede Chance für einen Frieden zu nutzen. Deutsche Christdemokraten dagegen tun alles, um den Krieg in der Ukraine um jeden Preis (vor allem an Menschenleben) zu verlängern.

Die Papst-Enzyklika ist auch für Nichtreligiöse mit Gewinn zu lesen, besteht allerdings aus 52 eng beschriebenen Seiten. Wir haben Ihnen lesbare Auszüge auf 13 Seiten in normaler Schriftgröße zusammengestellt. [jdm]

EuGH: Essen allein reicht nicht – Kleidung und Geldleistungen „unverzichtbar“

Auch ausreisepflichtigen Asylbewerbern steht nach EU-Recht ein "angemessener Lebensstandard" zu. Regelungen im deutschen Asylrecht, wonach in Dublin-Fällen keine Geldleistungen gewährt werden, sind deshalb unionsrechtswidrig, so der EuGH.

Der EuGH befasste sich mit einer Regelung im deutschen Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Diese sah vor, dass Leistungen für Personen, deren Asylantrag wegen der Zuständigkeit eines anderen Mitgliedstaates als unzulässig abgelehnt wurde (sog. Dublin-Fälle) beschränkt werden können: auf Sachleistungen für Ernährung, Unterkunft einschließlich Heizung sowie Körper- und Gesundheitspflege. Einen Anspruch auf Kleidung und Geldleistungen zur Deckung des persönlichen Lebensbedarfs haben sie danach nicht mehr.

Eine solche Einschränkung widerspricht nach Auffassung des EuGH dem Unionsrecht. Danach müssen die Mitgliedstaaten dafür sorgen, dass die im Rahmen der Aufnahme gewährten materiellen Leistungen einem angemessenen Lebensstandard entsprechen, der den Lebensunterhalt sowie den Schutz der physischen und psychischen Gesundheit von Antragstellern gewährleistet.

Auch nach den jetzigen Verschärfungen durch die Reform des Gemeinsamen Asylsystems (GEAS) dürfte dies weiter gelten. Die Linken-Rechtspolitikerin Clara Bünger kommentierte das Urteil so: "Nach der GEAS-Reform wird es künftig zwar eine Regelung zu Leistungseinschränkungen in Dublin-Fällen geben. Ein angemessener Lebensstandard muss aber auch nach den neuen Vorschriften immer gewährleistet werden". Die Bundesregierung könne sich deshalb nicht damit herausreden, dass das Urteil eine alte Rechtslage betreffe. [jdm]

Krieg – Ein Gedankenspiel

Man spielt Krieg auf der Mülleimer-Ebene, und keiner riecht den Gestank

  • War Studies und Friedensforschung

Krieg spiegelt immer die Kultur i.e. die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit. Das gilt für die Ursachen, Ziele, Begründungen genauso wie für die Art der Kriegführung. Nicht zuletzt durch die menschlichen Katastrophen, die mit Kriegen der Neuzeit einhergingen, hat die akademische Welt im Westen Krieg zu einem Forschungsobjekt gemacht. „War Studies“ heißt in angelsächsischen Ländern das Studienfach, in dem man einen akademischen Grad erlangen kann. Da geht die deutsche Variante schon etwas weiter. - Wen wundert es?! - Bei uns heißt es „Friedensforschung“. Während die erstere sich darum bemüht, die Ursachen verlorener Kriege zu untersuchen, um daraus für das nächste Mal zu lernen, bemüht sich letztere darum, Wege zu finden, um Kriege zu vermeiden. Der Lernprozess dahinter, dass Krieg für Menschen eine Geißel ist, gab es in der Geschichte immer wieder.

  • Ein erster Versuch, Kriege zu verbieten

Ein leuchtendes Beispiel ist der indische Herrscher Ashoka (304-232 v.Chr). Durch das Erleben der Folgen seiner eigenen blutigen Eroberungskriege erschüttert und beseelt vom Buddhismus verbot er bei Strafe in seinem Reich das Führen von Kriegen. Sein Friedensbeispiel zog Abgesandte aus anderen Reichen seiner Zeit an. Sie wollten von ihm lernen. In Indien wird er bis heute als herausragender Vertreter einer gerechten und friedfertigen Politik verehrt. Seine Geisteshaltung hat in der Geschichte bis gestern immer wieder Früchte getragen. Die Schrecklichkeit des Krieges war der Auslöser.

  • Der letzte Versuch, Kriege zu verbieten

Die Charta der Vereinten Nationen, die gleich nach dem 2. Weltkrieg von den USA gegründet wurde, verbietet Krieg. Gleichwohl erlaubt sie ihn, wenn es um Selbstverteidigung geht oder darum, Friedensstörer zu disziplinieren. Damit wurde Krieg durch die Hintertür wieder legitimiert. Das Erklären einer Bedrohung, der Schutz von Unterdrückten und die Durchsetzung von Humanität waren und sind die Feigenblätter mit der Kriegführende ihre Interessen verkleiden. Sie unterschlagen, dass ihre eigene Politik in der Vergangenheit zum Konflikt nicht nur beigetragen, sondern in die KO-Alternativen Krieg oder Frieden hineingejagt hat. Dessen sind alle sogenannten Großmächte und ihrer Gefolgschaft schuldig. Dieses Muster wird nur durch Einzelpersonen durchbrochen. Der Begriff „Staatsmänner“ umschreibt sie sehr schön. Bei allem Verfolgen der eigenen Interessen haben sie auch die Interessen des anderen gesehen. Ihnen ging es immer um friedliche und nachhaltige Konfliktlösungen.

  • Staatsmänner als Garant für Frieden

In diesem Zusammenhang wird immer wieder der preußische Kanzler Otto von Bismarck als Staatsmann genannt. Er war Staatsmann insoweit, dass er die Interessen seines Königs im Konflikt mit den mächtigen europäischen Herrschern in Wien, Paris und Moskau auf geniale Weise gelöst hat. Er benötigte zwei Kriege, einen gegen Österreich und einen gegen Frankreich mit mehreren Hunderttausend Toten, um den Macht-politischen Flickenteppich Deutschlands unter seinem König, dem König von Preußen, zu vereinen. Der wurde damit zum Kaiser des 2. deutschen Reiches (das erste begann 800 unter Karl dem Großen und das dritte 1933 unter dem „größten Führer aller Zeiten“, Adolf Hitler). Bismarcks Werk war aber nur von kurzer Dauer, weil sie an seine Persönlichkeit gebunden war. Als er bei seinem König, Wilhelm II, in Ungnade fiel, wurden Rüstung und Krieg wieder zum „bewährten“ Mittel nationaler Außenpolitik. Der 1. und der 2. Weltkrieg waren eine „natürliche“ Folge. - Die Lehren aus der Geschichte hatten in der Friedenspolitik nach 1945 Früchte getragen (siehe die UN-Charta, die Krieg ausdrücklich verbietet). Die Einigungspolitik in Europa folgte einer pazifistischen Idee. Unter dem nuklearen Abschreckungsschirm zwischen den USA und der Sowjetunion kümmerte man sich um wirtschaftliche Entwicklung und „Gute Nachbarschaft“. Der Staatsmann Willi Brandt mit seiner Neue Ostpolitik war der Initiator. Er bewies, dass man auch ohne Krieg Veränderung zum Menschlichen bewirken kann. Sie führte mit der Auflösung der Sowjetunion durch den Staatsmann Gorbatschow zu einem vielversprechenden Neuanfang in Europa. Altes Sicherheitsdenken verhinderten ihn. Das war von je her bestimmt von US-amerikanischen Interessen, deren europäischer Anker die NATO war. Deren Aufgaben wurden unter europäischer Zustimmung erweitert. Damit wurde Krieg für die Europäer durch die Hintertür wieder zu einem probaten Mittel der Politik. Eingekleidet in Moral, „Rechtmäßigkeit“ und Angst vor „dem Bösen“ nimmt Deutschland weltweit an Kriegen der USA teil oder unterstützen sie. Gegen Krieg zu sein, sollte eigentlich genauso wie der Holocaust in die Gene eines jeden Deutschen eingebrannt sein. Beim Holocaust gibt es politisch und gesellschaftlich keinen Kompromiss. Gut so. Bei Krieg sind wir schon wieder fleißig dabei. Warum ist das so?

  • Desinformation als Friedensverhinderer

Ein Grund ist sicherlich die Informationspolitik der Kriegführenden. Nach dem Vietnamkrieg, der in seiner Brutalität täglich ungefiltert in den Wohnzimmern amerikanischer Haushalte zu verfolgen war, hat man jede Berichterstattung zensiert. Während des Falklandkrieges der Briten gegen Argentinien (1982) durften Berichte der ausgesuchten mitgenommenen Journalisten (imbeded journalists) erst nach drei Tagen Zensur veröffentlicht werden. Alle Kriege danach (Irak, Afghanistan, War on Terror, Ukraine, Iran) unterlagen und unterliegen bis heute diesen Restriktionen.

  • Der Aberglaube an den chirurgische Krieg

Eine weitere Ursache liegt in der Art der Kriegsführung. Im Bestreben, eigene Verluste zu vermeiden, werden heutige Kriege vornehmlich aus der Luft geführt. Ein Bombenkrieg gegen die Bevölkerung, wie im zweiten Weltkrieg und auch noch in Vietnam, ist einer durch Satelliten gestützte „chirurgische“ Zielbekämpfung gewichen. Damit konnte man kriegswichtige Einrichtungen der gegnerische Führung ausschalten, ohne große Verluste bei der Zivilbevölkerung anzurichten. Eine dieser Einrichtungen sind Kommunikationsmittel zwischen der Führung und den eigenen Truppen. Im Zweiten Golfkrieg (Dessert Storm) hatte der Luftkrieg, der dem Landkrieg voranging, die gesamte Kommunikation der Iraker zwischen Führung und Bodentruppen lahmgelegt. Die Folge war, dass beim Angriff der alliierten Divisionen nur noch 25% der Iraker organisierten Widerstand geleistet haben. Sie waren führungslos. Auf diese Weise können die Amerikaner sicher Kriege gewinnen. Was sie nicht gewinnen können, ist den Frieden danach. - Entscheidend für einen Sieg im Krieg ist, dass die Gesellschaft einer Kriegspartei durch Opfer und Zerstörung so kriegsmüde geworden ist, dass sie nur noch will, dass es aufhört. Bedingungslose Kapitulation. Der chirurgische Krieg verhindert das. Der sucht die schnelle Entscheidung. Als nach dem Luftkrieg gegen den Irak amerikanische Panzer durch Bagdad rollten, war das für viele Iraker ein Schock. Es war doch Krieg, und wir haben nicht gekämpft. Nachdem sie befreit worden waren, haben sie begonnen zu kämpfen, gegen die Besatzer und gegeneinander. Der Frieden danach hat 500 000 Irakern das Leben gekostet.

  • Krieg – Ein Mülleimerspiel

Es scheint, dass alle diese Lehren, die die Fortschreibung von Krieg als Mittel der Politik ad absurdum führen, in den Kämmerleins von Friedensforschern vergammeln. Politiker und Öffentlichkeit beschwören heute das eigene Gutsein und diskutieren, welche Waffentechnik man braucht und wieviel Soldaten für einen nächsten Krieg. Man spielt Krieg auf der Mülleimer-Ebene und keiner riecht den Gestank. [Ulrich Scholz/erstveröffentlicht auf Ulrichs Newsletter]

Frühe Konzentrationslager im „Dritten Reich“ – Neuer Sammelband bündelt die aktuelle Forschung

Die frühen Konzentrationslager waren das zentrale Terrorinstrument bei der Durchsetzung und Machtsicherung der NS-Herrschaft. Über 100 von ihnen entstanden ab 1933 im Deutschen Reich. Nun ist dazu der neue Sammelband „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“ erschienen, der auf Initiative der Gedenkstätte Esterwegen entstanden ist.

Das NS-Regime erprobte in den frühen Konzentrationslagern massenhafte Inhaftierungen und Anwendungen von Gewalt. Manche Lager wurden nach wenigen Wochen wieder aufgelöst, andere bestanden über Jahre und bildeten die Basis für das spätere KZ-System der SS. Nicht wenige SS-Männer begannen ihren Dienst in den frühen Konzentrationslagern und setzten ihn später in den Stamm- und Außenlagerkomplexen sowie den Vernichtungslagern des Zweiten Weltkriegs fort. Für viele Häftlinge war die Haft in den frühen Lagern der Beginn jahrelanger Verfolgung. „Die Geschichte dieser frühen Lager veranschaulicht, wie sich die Zerstörung der Demokratie und die Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur schrittweise vollzogen. Es waren Labore der Gewalt“, so Mitherausgeber Sebastian Weitkamp.

Zu den frühen Konzentrationslagern gehörten auch die Lager Esterwegen, Börgermoor und Neusustrum im Emsland. Es waren die ersten am Reißbrett geplanten KZ in Barackenbauweise im Deutschen Reich. Etwa 4.000 Menschen waren hier inhaftiert und wurden zur Zwangsarbeit im Moor eingesetzt. Ihre Geschichte wird ebenfalls in dem Band erzählt.

Sebastian Weitkamp und Kathrin Flor mit der neuen Publikation

Die AG „Gedenkstätten an Orten früher Konzentrationslager“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte dieser Lager sichtbarer zu machen. In ihr arbeiten aktuell 19 Gedenkeinrichtungen aus zwölf Bundesländern zusammen. Im Auftrag der AG haben Sebastian Weitkamp (Gedenkstätte Esterwegen), Christoph Thonfeld (Gedenkstätte Dachau), Agnes Ohm (Gedenkstätte Sachsenhausen) und Nicola Wenge (Gedenkstätte Oberer Kuhberg Ulm) den nun vorliegenden Sammelband herausgegeben, in dem die Autorinnen und Autoren die Geschichten von 19 frühen Lagern darstellen und neue Forschungserkenntnisse zusammenfassen. Ergänzt wird der Band durch einen Beitrag von Jens-Christian Wagner sowie zwei Rahmenbeiträge über die Rolle der frühen Lager im Nationalsozialismus (Frédéric Bonnesoeur) und deren spätere Erinnerungsgeschichte in Ost- und Westdeutschland (Thomas Lutz).

Der Sammelband ist ab sofort in der Gedenkstätte Esterwegen und im Buchhandel für 28 € erhältlich : „Durchsetzung der Diktatur. Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus“, herausgegeben von Sebastian Weitkamp, Christoph Thonfeld, Agnes Ohm und Nicola Wenge, Wallstein Verlag Göttingen 2026, Schriftenreihe der Gedenkstätte Esterwegen Band 6, 512 Seiten, ca. 30 Abb., ISBN 978-3-8353-6055-6. [PM / Foto 2026, Gedenkstätte Esterwegen, Anne Vähning]

Schützenfest in Wippingen 2026

Das Programm für das Schützenfest am Samstag, den 20. 06.2026 und am Sonntag dem 21. Juni 2026 steht fest.

Plakat Schützenfest 2026

Um 14 Uhr beginnt es mit dem Festumzug durch die Gemeinde. Die Schützenkapelle Wippigen und der Musikverein Klein Berßen werden dabei den Takt vorgeben. Um 15 Uhr werden die Gäste und Vereine auf dem Sportplatz begrüßt. Ab 15.30 Uhr gibt es im Festzelt auch Kaffee und Kuchen; im Schützenhaus findet für Vereinsmitglieder ein Ansteckerschießen statt. Bei Festball ab 20 Uhr sorgt die Nightlive Partyband für Stimmung im Zelt.

Der Samstag beginnt um 8 Uhr mit der Schützenmesse; um 9 Uhr tritt die Kompanie beim Pfarrer-Schniers-Haus an. Im Festzelt gibt es ab 9.30 Uhr Frühstück für alle. Das Königschießen beginnt um 10.30 Uhr und um 12 Uhr kann ein neuer König proklamiert werden, der dann um 15 Uhr von der Kompanie mit seinem Gefolge zum Festplatz begleitet wird. Die Celebration Tanz- und Partyband wird den Festball dirigieren.

Am Montag endet das Fest dann wieder mit dem traditionellen "Kölner verabschieden". [jdm/Hermann Lammers]

„Woher nimmt er bloß die Kraft?“ Vielleicht aus dem Supergehalt?

In dem Interview in der heutigen NOZ durfte Albert Stegemann (CDU-MdB Mittelems) breit erklären, warum und wie er Pflegebedürftige zukünftig allein im Regen stehen lassen will. Was bei einem Konservativen nie fehlen darf, ist das wortreiche Beschwören von der Familienverantwortung und der Subsidiarität. Damit ist nichts anderes gemeint, als dass die Gesellschaft für Notlagen ihrer Mitglieder keine Verantwortung übernimmt und Bedürftige kaltschnäuzig abweist.

Die Pflegeversicherung entstand aus dem gegenteiligen Impuls heraus. Stegemann denunziert wie sein Millionärschef Merz solidarische Hilfe als Vollkaskosystem. Und er tut so, als ob es darum ginge, reichen Menschen zuzumuten, sich selbst um die Pflege zu kümmern. "Warum soll der normale Arbeiter, der am Monatsende ohnehin Probleme hat, mit dem Geld klarzukommen, mit seinen hohen Beiträgen das Vermögen sehr reicher Leute finanzieren?" Tatsächlich spricht er über Arbeiter, deren einziges nennenswertes Vermögen in ihrem Eigenheim besteht. Ein normaler Arbeiterhaushalt ist nicht in der Lage, die hohen Pflegekosten zu tragen. Das Sozialhilferecht sieht standardmäßig die Verarmung des Ehepartners vor.

Kürzungen bei der Pflegeversicherung wirken sich unmittelbar negativ auf die Lebenshaltung von Arbeiterfamilien aus. Stegemann versucht hier die Arbeiter in ihrer Funktion als Beitragszahler gegen Arbeiter in ihrer Funktion als Leistungsempfänger gegeneneinander auszuspielen. Um die von ihm postulierten "Vermögen sehr reicher Leute" geht es hier überhaupt nicht. Sehr reiche Leute - wozu zumindest von der Einkommensseite her auch der Bundestagsabgeordnete Stegemann gehört - haben das Problem der Finanzierung von Pflegeleistungen nicht. Alle Arbeiter sind im Pflegefall auf die Pflegeleistungen angewiesen.

In seiner Antwort zur vorletzten Frage lässt Stegemann auch durchblicken, dass er auch den Krankenhäusern, den Apotheken, den Krankenversicherten und den Rentnern den Boden unter Füßen wegziehen möchte. Und das, obwohl er weiß, dass die Wähler das nicht wollen ("die Reformen durchziehen und keine Angst vor Umfragen haben"). Er sagt aber nicht, wofür er diese ganzen Kürzungen veranstalten will: Um Deutschland kriegstüchtig zu machen und den Krieg in der Ukraine unendlich zu verlängern.

Um was für eine Qualitätszeitung es sich bei der NOZ handelt, lässt die letzte Frage der Interviewerin erahnen: "Woher nehmen Sie bei so viel Gegenwind die Motivation, jeden Tag aufzustehen und Ihren Job zu machen?" Vermutlich hängt jetzt ein Fanposter mit Autogramm im Schlafzimmer der Interviewerin. [jdm]

Baustil vom Haus Westhoff war damals top-modern

Haus Westhoff 1936

Ein Blog-Beitrag des Emsland-Museums Lingen beschäftigt sich mit dem Architekten Hans Lühn, der in den 1920/1930er Jahren viele Backsteinbauten im Emsland realisierte. Sein Stil (norddeutscher Backstein-Expressionismus) war damals das, was man unter einem modernen Backsteingebäude verstand.

Das Haus Westhoff wurde in Wippingen 1936 erbaut; Lühn ist 1932 verstorben. Der Architekt vom Haus Westhoff ist nicht bekannt, aber wenn man das Haus mit Lühns Mehrfamilienhäusern an der Schwedenschanze in Lingen vergleicht, fällt doch auf, wo sich der Architekt für das Haus In Wippingen seine Anregungen geholt hat. [jdm]

Wanderung Alte Dorfstelle Wahn: Von der Alten Dorfstelle Wahn nach Renkenberge

Flyer Hümmlinger Pilgerweg Ortstelle Wahn

Am Samstag, 20. Juni 2026, geht es ab 12.30 Uhr von der Alten Dorfstelle Wahn aus auf eine etwa 10 km lange Natur- und Kulturwanderung nach Renkenberge. Unterwegs gibt es Spannendes zur Geschichte der alten Siedlungsstelle Wahn und die besondere Landschaft rundherum kennenzulernen. Dabei bleibt genug Zeit, die Natur zu genießen und mit anderen ins Gespräch zu kommen.

In Renkenberge wartet zum Abschluss Kaffee und Kuchen - der perfekte Ausklang nach der Tour. Für den Rückweg ist ein Transfer organisiert. Der Kostenbeitrag beträgt 10 € pro Person. Anmeldung bis zum 15. Juni 2026 über die Homepage: www.huemmlinger-pilgerweg.de oder bei https://on.campflow.de/huemmlinger-pilgerweg-ev/wanderung-alte-dorfstelle-wahn-2026. [jdm]

Verkehrsüberwachung

Im Landkreis Emsland müssen die Autofahrerinnen und -fahrer an folgenden Tagen und in folgenden Orten mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung rechnen:
Montag, 01.06.2026: Lathen
Dienstag, 02.06.2026: Sögel
Mittwoch, 03.06.2026: Rhede
Donnerstag, 04.06.2026: Meppen
Freitag, 05.06.2026: Haselünne
Darüber hinaus kann es weitere Kontrollen im gesamten Kreisgebiet geben.[Landkreis Emsland]

Sperrungen Schießgebiet

Die WTD 91 meldet für den 01.06.2026 bis 05.06.2026 außer auf dem Schlagbrückener Weg keine Sperrungen. [jdm]

Sippenhaftung im Fall des sanktionierten Berliner Journalisten Hüseyin Doğru: Jetzt wurden seiner Mutter die Konten gesperrt

Zur Kampagne "Free Dogru"
Zur Kampagne "Free Dogru"

Der Fall des Berliner Journalisten Hüseyin Doğru nimmt immer drastischere Züge an. Nach einem Bericht der Berliner Zeitung wurde nun offenbar auch das Konto seiner Mutter gesperrt. Grundlage sei ein Schreiben der Bank Comdirect, das Dogru öffentlich machte. Darin heißt es, die Gelder auf den Konten seiner Mutter seien „aufgrund eines bestehenden Kontrollverhältnisses über die Gelder durch Ihren Sohn, Herrn Hüseyin Dogru, eingefroren“. Verfügungen über das Konto und das Wertpapierdepot seien nur noch möglich, wenn die Deutsche Bundesbank im Einzelfall eine Freigabe erteile.

Doğru reagierte scharf auf die neue Kontosperrung. „Deutschlands kollektive Bestrafung meiner Familie geht weiter“, schrieb er auf X. „Sie haben jetzt auch das Bankkonto meiner pensionierten Mutter eingefroren und behaupten, ich würde auch dieses Konto kontrollieren.“ Ihre Ersparnisse seien nicht mehr zugänglich, gleichzeitig habe seine Mutter keinerlei offizielle Mitteilung deutscher Behörden erhalten. „Keine Anklage, kein rechtsstaatliches Verfahren“, so Dogru. Weiter erklärte er: „Es scheint, als bestehe der einzige ‚Beweis‘ hinter dieser außergerichtlichen finanziellen Zerstörung darin, dass sie Mitglieder meiner Familie sind.“

Bereits im März war das Konto von Doğrus Ehefrau zeitweise gesperrt worden. Damals begründete die Zentralstelle für Sanktionsdurchsetzung (ZfS), die dem Bundesfinanzministerium unterstellt ist, die Maßnahme mit dem Vorwurf der Sanktionsumgehung. Das Verwaltungsgericht Köln habe diese Sperrung kürzlich mit Verweis auf „ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit“ der von der ZfS verhängten Maßnahmen aufgehoben, schreibt die Berliner Zeitung unter Berufung auf Doğru.

Ekelerregendes Schauspiel Bundespressekonferenz (ab 26. Minute)

Auf der Bundespressekonferenz am 27. Mai 2026 ist mal wieder zu beobachten, wie skrupellos die Pressesprecher die Fragen von Florian Warweg und Tilo Jung zum Fall Hüseyin Doğru beantworten. Die Mietmäuler der Bundesregierung wissen angeblich nicht, warum die EU in ihrer Sanktionsverfügung Doğrus deutsche Staatsbürgerschaft ignoriert und fälschlich von einer türkischen Staatsbürgerschaft ausgegangen sind (was große rechtliche Konsequenzen hat), sie können über den konkreten Fall der Kontensperrung für die Mutter nichts sagen, sie sehen keine Sippenhaftung usw. Schauen Sie selbst das jämmerliche ekelerregende Schauspiel der Sprecher der Bundesregierung im Youtube-Video ab der 26. Minute.

Dass Familienmitglieder mitbestraft werden, widerspricht vollständig unserem Rechtssystem, das auf dem Prinzip der persönlichen Verantwortlichkeit und Schuld basiert. Jemand kann nur für Taten zur Rechenschaft gezogen werden, die er selbst begangen hat und die ihm individuell nachgewiesen werden.

Im Strafrecht gibt es das Schuldprinzip und im Zivilrecht die Verschuldenshaftung. Ein Familienangehöriger kann nicht pauschal als „Mitverantwortlicher“ bestraft werden. Die Sippenhaftung wurde in Deutschland zuletzt während der Zeit des Nationalsozialismus systematisch angewandt.

Letzte Woche ist eine internationale Kampagne mit einer Petition gegen die Sanktionierung von Doğru an den Start gegangen. Für die ErstunterzeichnerInnen steht neben dem menschlichen Aspekt im Fokus, dass, wer Meinungs- und Pressefreiheit in der EU sanktioniert, das deutsche Grundgesetz bricht und die demokratischen und rechtsstaatlichen Normen in Deutschland und in der EU untergräbt. [jdm]

Papst Leo XIV: Man darf eine Aufrüstung … nicht ‚Verteidigung‘ nennen

Nicht zum ersten Mal hat Papst Leo XIV. den weltweiten Anstieg der Militärausgaben verurteilt. "Man darf eine Aufrüstung, die Spannungen und Unsicherheit vergrößert, Investitionen in Bildung und Gesundheit schmälert, das Vertrauen in die Diplomatie widerlegt und Eliten bereichert, denen das Gemeinwohl gleichgültig ist, nicht 'Verteidigung' nennen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einem Besuch in der Sapienza-Universität in Rom.

Dass er der CDU/CSU in Deutschland jetzt verbieten wolle, das "C" im Parteinamen zu führen, ist nicht bekannt geworden, wäre aber wohl - neben der Exkommunikation der CDU/CSU-Parteivorstände - eine logische Schlussfolgerung (siehe auch Martin Sonneborn auf TikTok).

Vor Studenten sprach Leo - der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri - laut einem Bericht von Domradio.de von einer "Welt, die leider von Kriegen und von der Sprache des Krieges entstellt ist". Dabei handele es sich um eine "Vergiftung der Vernunft, die von der geopolitischen Ebene in jede soziale Beziehung" eindringe, sagte Leo weiter. [jdm]

UPM und Sappi unterzeichnen verbindliche Vereinbarung über ein Joint-Venture


Die beiden Konzerne UPM und Sappi haben nun eine verbindliche Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures im Bereich grafischer Papiere unterzeichnet. Anfang Dezember 2025 war eine Meldung über eine unverbindliche Absichtserklärung  zu dieser Transaktion veröffentlicht worden. Das geplante Joint Venture umfasst das gesamte Geschäft von UPM Communication Papers sowie das Grafikpapiergeschäft von Sappi in Europa. Es wird zu gleichen Teilen UPM und Sappi gehören, was angesichts der Bewertung der zukünftigen Partner überrascht: Das UPM-Communication-Papers-Geschäft wird mit 1,1 Mrd. Euro bewertet (Unternehmenswert), das Europageschäft von Sappi mit 320 Mio. Euro. Der Input von UPM ist damit weit höher als der von Sappi. Der kombinierte Unternehmenswert des Joint Ventures beträgt somit 1.420 Mio.

Bis zum Abschluss des geplanten Joint Ventures durch Erfüllung sämtlicher gesetzlicher und behördlicher Anforderungen werden die Unternehmen weiterhin unabhängig im Wettbewerb zueinander stehen, wird in einer Pressemitteilung erläutert. Die Transaktion erfordere neben der Erfüllung weiterer Bedingungen die Zustimmung der Aktionäre von Sappi Limited und unterliege der Prüfung durch die Europäische Kommission und der zuständigen Kartellbehörden sowie der Genehmigung durch die Behörden in anderen Ländern wie den USA und China. Es werde erwartet, dass der Vollzug bis Ende 2026 erfolgen könne. Das Joint Venture würde nach Vollzug in Betrieb genommen. Zurzeit befinde sich das Joint Venture in Phase II der EU Fusionskontrolle.

Als Gegenleistung für die in das geplante Joint Venture eingebrachten Vermögenswerte wird UPM Barmittel in Höhe von 475 Mio. Euro, sowie eine Forderung aus einem vorrangigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 88 Mio. Euro, eine Forderung aus einem zusätzlichen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 10 Mio. Euro und 50 % Anteile am Joint Venture erhalten, die einem Buchwert von 167 Mio. Euro entsprechen.

Das Joint Venture muss dafür beim Abschluss der Transaktion Schulden zur Finanzierung der an UPM und Sappi zu zahlenden Barmittel aufnehmen. Um eine angemessene Eigenkapitalausstattung und Bilanz für das Joint Venture sicherzustellen, haben die Parteien vereinbart, dass ein Teil des Kaufpreises durch Gesellschafterdarlehen finanziert wird.
Und: Im Rahmen des zu übertragenden Geschäftsumfangs werden 411 Mio. Euro Netto-Pensionsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten basierend auf der Jahresendbilanz 2025 in das Joint Venture transferiert.

Die Finanzakrobatik ist für Laien kaum nachzuvollziehen. Somit bleibt uns nur, die Auswirkungen des Geschäfts auf UPM Nordland Papier zu beobachten. Wer sich aber intensiver mit der Vereinbarung befassen möchte, findet dazu weitere Informationen in der ausführlichen Mitteilung von UPM. [HM/erstveröffentlicht auf gruenealternative.de/forum-d]

Arbeitslosigkeit im Mai 2026 – Weiter keine Trendwende in Sicht

„Trotz eines Rückgangs der Arbeitslosigkeit ist die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr nicht wirklich in Fahrt gekommen“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles, gestern anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Arbeitslosenzahl im Mai:    -58.000 auf 2.950.000
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:    +31.000
Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat:    -0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent

Die Unterbeschäftigung berücksichtigt neben der Arbeitslosigkeit auch die Arbeitsmarktpolitik und die kurzfristige Arbeitsunfähigkeit und zeichnet daher ein umfassenderes Bild. Sie ist saisonbereinigt im Mai gegenüber dem Vormonat um 8.000 gesunken. Mit 3.628.000 war sie um 15.000 höher als vor einem Jahr. [PM]

Classic Brass Konzert in der St. Antonius Kirche Dersum am 13.06.2026

Classic Brass“, ein renommiertes Blechbläserquintett unter der Leitung von Jürgen Gröblehner, präsentiert am Samstag, den 13.06.2026 um 19.30 Uhr in der St. Antonius Kirche in Dersum, Kirchstr. 4, sein neues Konzertprogramm „Klanggeschichten“.

Vom kunstvollen Glanz des Barock über die emotionale Tiefe der Romantik bis hin zu ausdrucksstarker Musik der Moderne entfalten die fünf Blechbläser ein farbenreiches Klangspektrum.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung des Kulturfördervereins der Samtgemeinde Dörpen beträgt 22 € (ermäßigt 12 €). Karten gibt es an vielen Vorverkaufsstellen in der Samtgemeinde (siehe Flyer) oder bei www.reservix.de. [jdm]

Am Sonntag Pop-Up-Café von Helping Hands

Flyer Helping Hands

Helping-Hands öffnet am 31. Mai wieder die Türen auf dem Vereinsgelände an der Hermann-Kemper-Str. 4 in Lathen für ein Pop-Up-Café.

Zwischen März und Oktober 2026 soll damit an jeden letzten Sonntag im Monat Unterstützung für die Projekte eingeworben werden. [jdm]