
Circa 80 Vertreterinnen und Vertreter von 33 Heimatvereinen hatten sich am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, im Heimathaus Wippingen eingefunden, um an der Generalversammlung des Kreisheimatvereins teilzunehmen. Vor der Versammlung hatten Interessierte die Möglichkeit sich die Mühle durch Mühlenwart Heinz Schulte zeigen zu lassen. Bürgermeister Martin Hempen und Heimatvereinsvorsitzender Klaus Abeln begrüßten die Teilnehmer in Wippingen.
Der halb hochdeutsch, halb plattdeutsche Jahresrückblick des Vorsitzenden Gerd Conens bezog sich auf das Geschäftsjahr 2025, das war das Jahr, in dem der Kreisheimatverein (KHV) sein 75jähriges Jubiläum feiern konnte. Mit Freude nannte Conens die Highlights des Jubiläumsjahres und bedankte sich insbesondere bei den Niederlangenern für die Ausrichtung der Jubiläumsfeier.
Einen besonderen Schwerpunkt des Rechenschaftsberichtes bildeten die Renovierungen der beiden Mühlen in Hüven und Wippingen. Das war nicht nur wegen der finanziellen Größenordnung verständlich, sondern die Erhaltung der Mühlen im Altkreis Aschendorf-Hümmling ist wesentlich ein Verdienst des Kreisheimatvereins.
Die Geschäftsführerin Anna Heidtmann nannte in ihrem Kassenbericht die Aufwendungen. In Wippingen stand die Neueindeckung des Achtkants und der Mühlenkappe mit handgespaltenen Eichenschindeln an. Es wurden neue Fenster mit Eichenrahmen und Kupfereinfassung eingesetzt und am Mühlenfuß gab es eine Kupferaufkantung, Dafür mussten Genehmigungen eingeholt werden und Planungskosten übernommen werden.
Die Gesamtkosten von ca. 149.345 € (incl. MWSt) wurden durch LEADER-Mittel in Höhe von 50.000 € aufgebracht, ergänzt durch 20.000 € der Bingo – Umweltstiftung, von 19.750 € vom Landkreis Emsland, 19.750 € von der Gemeinde Wippingen, 20.000 € von der Volksbank Emstal und 19.350 € von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Heimatverein Aschendorf-Hümmling als Besitzer der Mühle brauchte hier selbst nur 495 € aufwenden. Die Maßnahme wird in den nächsten Tagen mit den letzten Schindeln auf der Kappe abgeschlossen werden.
Bei der Hüvener Mühle musste doppelt so viel investiert werden, weil doch schon lange nichts mehr gemacht wurde. Im Einzelnen handelte es sich um folgende Arbeiten: Austausch Rähmbalken, Umdeckung Dachfläche, neue Wasserradwelle, neues Wasserrad, neue Galerie, neue Flügel, neuer Blitzschutz, ökologische Aufwertung des Umfeldes, barrierefreier Wanderweg, Genehmigungs- und Planungskosten.
Die Kosten von. 311.000 € wurden auch hier durch LEADER-Mittel in Höhe von 83.000 € aufgebracht, die ergänzt wurden durch die 50.000 € der Bingo–Umweltstiftung, den 25.000 € vom Landkreis Emsland, den 12.500 € der Gemeinde Hüven, den 12.500 € von der Samtgemeinde Sögel, den 45.000 € der Niedersächsischen Sparkassenstiftung/Emsländische Sparkassenstiftung und den 50.000 € der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der Heimatverein Aschendorf-Hümmling musste hier eine Eigenleistung von 33.000 € aufbringen. Auch diese Maßnahme wird in den nächsten Tagen abgeschlossen werden.
Der Kreisheimatverein verfügt nur über wenige Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. Die Haupteinnahmequelle ist ein fester Zuschuss des Landkreises Emsland, der allerdings über Zuschüsse an die Mitgliedsvereine weitergeleitet wird. Conens berichtete, dass der Bürgerverein Aschendorf für ein Digitalisierungsprojekt einen Zuschuss erhalten solle. Gleiches gilt für den Heimatverein Börger, der neues Geschirr für seine Heimathäuser braucht. Der Heimatverein Sustrum Moor plant, eine historische Schiffsschaukel, wie sie früher auf Jahrmärkten gang und gäbe war, zu erwerben. Das wird vom KHV unterstützt. Die Heimatvereine der Samtgemeinde Lathen möchten einheitliche Stelen mit Hinweisschildern aufstellen; auch hier gibt der KHV seinen Zuschuss.
An den Zuschussanträgen der Heimatvereine Bockhorst und Papenburg zeigte Conens auf, welche Kriterien für Zuschüsse gelten. Deren Zuschussanträge für die Miete für ein Heimathaus und für Flyer könnten nicht befürwortet werden, weil keine Neubauten und Druckerzeugnisse bezuschusst werden „Sonst bekommen wir für jeden Heimatkalender einen Zuschussantrag.“ Die Absicht in Papenburg einen Stelenweg zur Geschichte der Stadt zu erstellen fand aber durchaus Unterstützung. Bei dem Bockhorster Antrag auf Unterstützung für die Anschaffung eines Containers bestehe noch Klärungsbedarf.
Per Akklamation wurde Hermann Ubbenjans aus Börger in den Gesamtvorstand aufgenommen. Er ist schon lange im Heimatverein Börger aktiv, erforscht die Geschichte von Börger und leitet die Familienforschung beim Heimatverein Börger.
Die Bedeutung des Kreisheimatvereins liegt wohl weniger in seinem direkten Wirken über eigene Investitionen, sondern in seiner Funktion als Dachverband. Der Kontakt der Vereine untereinander wird gefördert und auf den Treffen werden aktuelle Themen, Probleme und gemeinsame Aktionen besprochen und untereinander abgestimmt. So war denn auch für Conens genauso wichtig wie die Versammlung selbst, dass die Teilnehmer sich die Zeit nahmen, im Anschluss noch im informellen Austausch miteinander in Kontakt zu treten.
Der Heimatverein Wippingen schenkte allen TeilnehmerInnen zum Abschied einen Krintenstuten vom Mühlenbäcker und zeigte damit, dass er ein guter Gastgeber sein wird für den Tag der Heimatvereine am 07.09.2027. Conens meinte, das dürfe für Wippingen kein Problem sein, weil ja dafür praktisch schon alles vorhanden sei. [jdm/Fotos Kreisheimatverein (9)]







































